Eishockey-WM: DEB-Team verpasst Coup gegen die USA

1:3-Niederlage in Kosice

Eishockey-WM: DEB-Team verpasst Coup gegen die USA

Diesmal stimmte die Leistung. Für einen Sieg reichte es dennoch nicht. Gegen die USA kassieren die deutschen Eishockey-Spieler einen Tag nach dem 1:8 gegen Kanada ihre zweite WM-Niederlage. Nun geht es gegen Finnland um eine bessere Ausgangslage für das Viertelfinale.

Deutschlands Eishockey-Team hat nur einen Tag nach dem herben 1:8 gegen Kanada die nächste WM-Niederlage kassiert. Am Sonntag (19.05.2019) verlor die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm gegen die USA mit 1:3 (1:1, 0:0, 0:2), zeigte sich gegen den WM-Dritten des Vorjahres aber im Vergleich zum Samstag deutlich verbessert.

DEB-Team mit mehr Engagement

Frederik Tiffels von den Kölner Haien hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im slowakischen Kosice in Führung geschossen (12. Minute). James van Riemsdyk von den Philadelphia Flyers (14.), Dylan Larkin aus Detroit (51.) und Jack Eichel (57.) aus Buffalo drehten die Partie noch.

Söderholm: "Eine große Steigerung"

Sportschau 19.05.2019 01:57 Min. ARD Von Burkhard Hupe

Einen Tag nach dem 1:8-Debakel gegen Kanada, das die historische Siegesserie zum WM-Start schmerzhaft beendet hatte, spielte das deutsche Team wie ausgewechselt. Auch dank der Unterstützung der vielen slowakischen Fans war wesentlich mehr Engagement als am Samstag zu spüren. "Über 60 Minuten war das unsere beste Turnierleistung", sagte Korbinian Holzer. "Wir haben kompakt als Einheit gespielt. Für uns war es der erste große Schritt in die richtige Richtung, dass wir gegen die Großen mitspielen können", sagte der NHL-Profi.

Auch Moritz Müller betonte die gute Reaktion auf die krasse Kanada-Niederlage: "Wir haben das Spiel gestern begriffen. Das hat man auf dem Eis gesehen. Heute haben Kleinigkeiten gefehlt", sagte der Kapitän. Der Auftritt erinnerte an die Leistung der ersten vier Spiele, die Deutschland alle gewonnen hatte. Dadurch hatte das deutsche Team das offizielle WM-Ziel, die direkte Olympia-Qualifikation, bereits perfekt gemacht.

Niederberger überzeugt im Tor

Wohl auch bedingt dadurch hatte es am Samstag gegen Kanada an allem gefehlt: Der nötigen Einstellung, einer vernünftigen Abwehrarbeit und dem richtigen Einsatz. Nach dem ersten Rückschlag in der noch jungen Ära des neuen Bundestrainers Söderholm hatte dieser danach sogar eigene Fehler eingeräumt. "Die Mannschaft war schlecht vorbereitet von mir", hatte der 41 Jahre alte Finne gesagt und gefordet, dass "alles" besser werden müsse gegen die USA.

Und das wurde es. Dies lag auch an einer wieder überzeugenden Torhüterleistung von Düsseldorfs Mathias Niederberger. Niklas Treutle von den Nürnberg Ice Tigers hatte gegen Kanada unglücklich ausgesehen und NHL-Keeper Philipp Grubauer stand nach seiner Verletzung aus dem Spiel gegen Frankreich (4:1) am Dienstag immer noch nicht zur Verfügung. Niederberger rettete einige Male bravourös, etwa gegen NHL-Star Jack Eichel aus Buffalo (25.).

DEB-Team verliert gegen die USA

Sportschau 19.05.2019 00:45 Min. ARD

Plachta trifft die Latte

Beim ersten Gegentreffer war Niederberger chancenlos. Van Riemsdyk fälschte einen Schuss von Kapitän Clayton Keller aus Arizona genau vor dem Tor ab. Zuvor hatte Tiffels das deutsche Team verdient nach starker Vorarbeit von Leon Draisaitl in Führung gebracht. Auch im zweiten Drittel blieb Deutschland gefährlich und wäre beinahe erneut in Führung gegangen. Ein Abstauber von Matthias Plachta klatschte aber nur an die Latte (22.).

Gut zehn Minuten später scheiterte US-Collegespieler Marc Michaelis im Eins gegen Eins an US-Keeper Cory Schneider von den New Jersey Devils. Auch im Schlussabschnitt vergab Deutschland einige gute Gelegenheiten. Das rächte sich. Bei Larkins Schuss neun Minuten vor dem Ende war Niederberger erneut machtlos, wie auch beim Überzahltreffer von Eichel, der die Hoffnungen auf eine Wende zunichte machte.

Dritter Gruppenplatz noch erreichbar

Deutschlands Teilnahme am Viertelfinale hatte schon vor den Niederlagen gegen die nordamerikanischen Favoriten festgestanden. Sollte Deutschland zum Abschluss der Vorrunde am Dienstag gegen die ebenfalls für die K.o.-Runde qualifizierten Finnen noch punkten, kann die DEB-Auswahl noch mindestens Gruppendritter werden. Dies würde die Ausgangslage für das Viertelfinale verbessern, wenn man damit das Duell mit dem Top-Favoriten Russland verhindern würde.

Statistik

Eishockey · Weltmeisterschaft 6. Spieltag 2019

Sonntag, 19.05.2019 | 16.15 Uhr

Flagge Deutschland

Deutschland

M. Niederberger – Holzer, Mo. Müller, Nowak, Y. Seidenberg, Reul, Schopper, J. Müller – Draisaitl, Kahun, F. Tiffels, Mauer, Ehliz, Hager, Plachta, Eisenschmid, Michaelis, Loibl, Fauser, Bergmann, Noebels

1
Flagge USA

USA

Schneider – Suter, Martinez, Hanifin, Skjei, Fox, Hughes, Wolanin – Debrincat, White, Kane, Keller, Larkin, Van Riemsdyk, Hughes, Eichel, Kreider, Ryan, Kunin, Glendening, Vatrano

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Deutschland USA
Überzahl 2 Überzahlsituationen, 0 Tore 1 Überzahlsituation, 1 Tor
Strafminuten 2 Min. 4 Min.

Strafen:

  • - 2 Min. - Check mit dem Stock
  • - 2 Min. - Zu viele Spieler
  • - 2 Min. - Haken

Tore:

  • 1:0 (11:55) F. Tiffels (Draisaitl)
  • 1:1 (13:47) Van Riemsdyk (Keller, Martinez)
  • 1:2 (50:03) Larkin (Van Riemsdyk, Martinez)
  • 1:3 (56:15) Eichel (Kane, Suter) PP1

Zuschauer:

  • 6.293

Schiedsrichter:

  • Linus Öhlund, Peter Stano,

Stand: Sonntag, 19.05.2019, 18:28 Uhr

sid/dpa | Stand: 19.05.2019, 18:35

Darstellung: