Eishockey-WM - Deutschland verliert deutlich gegen Kanada

Kanadas Anthony Cirelli (r) versucht, den Puck vorbei an Deutschlands Torhüter Niklas Treutle ins Tor zu schießen.

Turnier in der Slowakei

Eishockey-WM - Deutschland verliert deutlich gegen Kanada

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in der Slowakei die erste Niederlage kassiert - Kanada war mehr als eine Nummer zu groß.

Das deutsche Team verlor nach schwacher Leistung 1:8 (0:2, 1:2, 0:4). Für das Viertelfinale hatte sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach dem besten WM-Auftakt seit 1930 bereits zuvor qualifiziert.

Viertelfinale dank USA schon vorher sicher

Thomas Chabot (3.), Mark Stone (17., 27. und 39.), Anthony Mantha (44. und 45.), Sam Reinhart (46.) und Anthony Cirelli (54.) besiegelten vor 6510 Zuschauern in Kosice die deutsche Niederlage. Der Münchner Yasin Ehliz traf für die deutsche Mannschaft, die in den verbleibenden Vorrundenspielen am Sonntag (16.15 Uhr) gegen die USA und am Dienstag (12.15 Uhr) gegen Finnland antritt. In diesen Spielen geht es darum, eine möglichst gute Ausgangsposition zu erreichen und dem Titelfavoriten Russland in der ersten K.o.-Runde aus dem Weg zu gehen.

 "Ich hoffe, dass es der Weckruf war, den wir jetzt brauchen", sagte Moritz Müller, "wir müssen begreifen, dass wir mit der Spielweise gegen diese Nationen nichts holen."

Nach dem 7:1-Sieg der USA gegen Dänemark war schon knapp zwei Stunden vor dem ersten Bully klar: Die deutsche Mannschaft war nicht mehr von einem der ersten vier Plätze in der Gruppe A zu verdrängen und hat damit neben dem Viertelfinale auch die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2022 endgültig sicher. "Vielleicht hatten wir das im Hinterkopf und sind ein bisschen bequem geworden", mutmaßte Müller, "auf jeden Fall haben wir so gespielt." 

Eishockey WM - Deutschland geht gegen Kanada unter

Sportschau 18.05.2019 00:44 Min. ARD

Treutle im deutschen Tor

Im deutschen Tor stand zum zweiten Mal bei der WM der Nürnberger Niklas Treutle. NHL-Goalie Philipp Grubauer, für den er beim 4:1 gegen Frankreich eingewechselt worden war, fehlte erneut wegen muskulärer Probleme. Der Düsseldorfer Mathias Niederberger, der bislang als Nummer eins überzeugt und maßgeblich zum Viertelfinaleinzug beigetragen hatte, erhielt eine Pause.

Zuschauen musste auch Youngster Moritz Seider, der nach dem brutalen Check in die Bande beim 3:2 gegen die Slowakei wegen einer Gehirnerschütterung kürzertreten muss. "Er braucht ein paar Tage, bis er wieder fit ist", hatte Bundestrainer Toni Söderholm gesagt: "Da gehen wir kein Risiko ein. Wir reden über einen 18-Jährigen, der 20 Jahre Eishockey vor sich hat. Kein einzelnes Spiel ist so wichtig."

Treutle machte keine gute Figur, wurde von seinen Vorderleuten aber auch im Stich gelassen. Beim frühen Führungstor der Kanadier, als der Düsseldorfer Marco Nowak auf der Strafbank saß, war der Nürnberger noch machtlos. Beim 0:2 sah er dagegen nicht gut aus, als er nach einem Schuss von Darnell Nurse den Puck nach vorne abwehrte. Damit war das Spiel schon früh entschieden, weil Draisaitl und Co. die Zielstrebigkeit vor dem Tor und der Kampfgeist der ersten Spiele fehlten.

sid/dpa | Stand: 18.05.2019, 18:37

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