Im Trend - Haie-Kapitän Müller in die zweite Liga

Moritz Müller

Immer mehr DEL-Klubs verleihen Spieler

Im Trend - Haie-Kapitän Müller in die zweite Liga

Von Marcus Bark

Im Gegensatz zur Deutschen Eishockey Liga hat die DEL 2 einen Zeitpunkt für den Saisonstart festgelegt. Die Folge: Immer mehr DEL-Spieler werden an Klubs aus unteren Ligen verliehen, um dort zu trainieren und zu spielen. Auch Moritz Müller, Kapitän der Kölner Haie und Nationalmannschaft, wechselt.

Am Mittwoch (14.10.2020) um 19.30 Uhr stand für die Kassel Huskies das zweite Testspiel der Saison an. Auch der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Moritz Müller wird für den Klub aus der DEL 2 am Schläger sein. Müller, ebenfalls Kapitän der Kölner Haie, hat einen Leihvertrag unterschreiben. Beim 11:1 gegen Oberligist Herford gehörte er direkt zu den Torschützen.

Rückkehr zum Heimatverein besonders beliebt

Alle drei Parteien (Haie, Huskies, Müller) wollten das, so Haie-Geschäftsführer Philipp Walter. Müller, seit 2002 Profi bei den Haien, spielte in der Jugend schon mal für Kassel, Teile seiner Familie wohnen in der nordhessischen Stadt.

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Moritz Müller, 33 Jahre alt, ist Vorsitzender der neuen Gewerkschaft Spielervereinigung Eishockey (SVE). Er wirbt nahezu seit Beginn der Pandemie dafür, die Sorgen der Klubs und Profis ernst zu nehmen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihrer Arbeit nachzugehen. Dafür, so Müller und viele Mitstreiter unter Funktionären und Spielern, müsse vor einer akzeptablen Kulisse gespielt werden. Anders als etwa Bundesligisten im Fußball sind die Klubs der DEL extrem von Zuschauereinnahmen abhängig.

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Da aber nicht sicher ist, ob überhaupt und - wenn doch - wie viele Fans in die Halle dürfen, ist der Saisonstart mehrmals verschoben worden. Aktuell ist vage für den Dezember mit dem ersten Spieltag geplant. Aber es fehlen Zusagen der Politik. Erschwerend kommt hinzu, dass es gewaltige Hürden gibt, um an maximal 800.000 Euro pro Klub zu kommen, die in einem vom Bund mit 200 Millionen Euro gefüllten Topf "Coronahilfen Profisport" liegen.

Selbst wenn jeder Verein der DEL die Höchstsumme erhielte, wären das nur 11,2 Millionen Euro. Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL, bezifferte den Bedarf für die 14 Vereine jedoch auf 60 Millionen Euro. Fraglich, wann es losgehen kann, zumal die Coronaverordnungen wegen der steigenden Infektionszahlen eher noch verschärft werden dürften.

Die meisten Vertragsspieler der DEL sind derzeit in Kurzarbeit, viele Profis aus Übersee haben weiterhin Urlaub, in den sie nach dem Abbruch der vergangenen Saison geschickt wurden.

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Die DEL 2, die mit deutlich geringeren Etats kalkuliert, hat ihren Starttermin hingegen weiter fest im Blick. Am 6. November soll es losgehen, für die Huskies etwa bei den Löwen Frankfurt. Der ESV Kaufbeuren empfängt zeitgleich die Dresdner Eislöwen. Beim Klub aus dem Allgäu wird dann wahrscheinlich Patrick Reimer an der Scheibe sein. Die Leihe des Kapitäns der Nürnberg Ice Tigers jedenfalls ist seit Tagen perfekt. Reimer erzielte im Test sogar schon ein Tor für seinen Heimatklub.

Verstärkt Leihen an Kooperationspartner

Marcus Weber ging einen ähnlichen Weg. Er wurde von den Ice Tigers an seinen Stammverein SC Riessersee (Oberliga) verliehen, zunächst bis Ende November. Moritz Müller folgt somit einem Trend.

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Wie der Kölner Geschäftsführer Walter sagte, gibt es noch andere Spieler der Haie, die Interesse an einer Leihe bekundeten. Diesen Wünschen dürfte auch entsprochen werden, allerdings seien die Gespräche noch nicht so weit wie bei Kapitän Müller.

Ein derzeit noch intensiver betriebenes Geschäft als in Zeiten außerhalb einer Pandemie: Klubs der DEL geben Spieler an ihre Kopperationspartner aus unteren Ligen ab. Zwei Spieler der Haie seien auf dem Weg zum EC Bad Nauheim, die Nürnberg Ice Tigers gaben am Dienstag (13.10.2020) die Leihen von fünf Profis an die Bayreuth Tigers bekannt.

Am 30. November, so die Mitteilung, würden sie wie Reimer und Weber zum DEL-Klub zurückkehren. Die Eliteliga hofft, dass es keine Verlängerungen all der schon getätigten und vermutlich noch kommenden Leihgeschäfte geben wird. Die DEL, so Walter zur Sportschau, müsse wieder ans Spielen kommen, vor möglichst vielen Zuschauern.

Stand: 15.10.2020, 07:40

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