DEL-Play-offs: Zwei Top-Favoriten und sechs Außenseiter

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Viertelfinale in der DEL

DEL-Play-offs: Zwei Top-Favoriten und sechs Außenseiter

In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) stehen ab Dienstag (12.03.2019) die Viertelfinal-Play-offs an. Die vier Duelle werden eine haarige Angelegenheit, nicht nur weil sich die Akteure in der entscheidenden Phase der Saison nicht mehr rasieren. Ein Überblick.

"Wer rasiert, verliert." Davon sind Eishockey-Profis überzeugt. Und so werden in den kommenden Wochen wieder viele Vollbärte unter den Helmen wuchern. Denn ab Dienstag starten die Viertelfinal-Play-offs in der DEL. Die letzten beiden Tickets für die Runde der letzten Acht lösten die Eisbären Berlin und die Ice Tigers Nürnberg in den sogenannten Pre-Play-offs. Ausgetragen wird das Viertelfinale im Modus Best-of-Seven: Das Team, das vier Siege schafft, zieht ins Halbfinale ein. Sportschau.de gibt einen Überblick über die vier Duelle.

Augsburg Panther - Düsseldorfer EG

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Die Augsburg Panther waren das Überraschungsteam der Hauptrunde. Das Team von Trainer Mike Stewart belegte nach 52 Spieltagen mit 86 Zählern Rang drei der Tabelle - so gut haben die Augsburger in der DEL noch nie abgeschnitten. Doch in den Play-offs kommt es nun ausgerechnet zum Duell mit der Düsseldorfer EG, gegen die die Panther alle vier Hauptrundenspiele verloren haben. "Wir wissen, dass wir Düsseldorf schlagen können. Aber das müssen wir jetzt auch beweisen. Bis jetzt haben wir es kein einziges Mal gemacht", sagte Stewart der Augsburger Allgemeinen.

Den Düsseldorfern ist in der Schlussphase der Hauptrunde allerdings ein wenig die Luft ausgegangen. Nach fünf Niederlagen in den letzten fünf Spielen fiel die DEG, die zwischenzeitlich Rang drei belegt hatte, noch auf Rang sechs zurück und verspielte damit ein mögliches Heimrecht in den Play-offs. Dennoch ist der Ausgang des Duells zwischen beiden Teams, das am Dienstag in Augsburg beginnt, völlig offen.

Das Warten hat ein Ende - DEG startet in die Play-offs Sportschau 12.03.2019 02:49 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 Das Erste

Kölner Haie - ERC Ingolstadt

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Die Kölner Haie haben ebenso wie der ERC Ingolstadt eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. In den direkten Duellen allerdings behielten die Ingolstädter in drei der vier Partien die Oberhand. "Ingolstadt ist kein Angstgegner", betonte Haie-Sportdirektor Mark Mahon im Kölner Stadt Anzeiger trotzig. Die Hoffnungen der Kölner ruhen auch darauf, das Trainer Dan Lacroix völlig unbelastet in das Duell mit dem ERC gehen kann. Der Kanadier stand bei keinem der Spiele in der Hauptrunde an der Bande. Erst am 21. Januar löste er Peter Draisaitl als Haie-Coach ab. Seitdem hat sich das Spiel der Kölner deutlich verbessert.

In Ingolstadt erinnert man sich nicht nur wegen der drei Siege in dieser Saison gerne an Köln. In der Saison 2013/2014 feierte der ERC dort auch den größten Erfolg der Vereinsgeschichte - den Meistertitel. Damals war das eine große Sensation. Diesmal wäre es nicht einmal eine besondere Überraschung, wenn sich Ingolstadt in der am Dienstag startenden Serie durchsetzen und ins Halbfinale einziehen würde. Dass die Kölner auf einigen Plakaten in der Stadt mit dem Logo von Augsburg anstatt von Ingolstadt für das Duell warben, sorgte vor allem in Düsseldorf für Spott.

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Adler Mannheim - Ice Tigers Nürnberg

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Die Adler Mannheim sind aus den 52 Spieltagen der regulären Saison als Tabellenerster hervorgegangen. 37 Siege und 15 Niederlagen - so lautete die Bilanz des siebenmaligen Champions. 116 Punkte bedeuteten einen neuen Punkterekord in der DEL. Gegner Nürnberg hat sich als letztes Team für das Viertelfinale qualifiziert. Erst in der Verlängerung des dritten und entscheidenden Pre-Play-off-Spiels setzten sich die Ice Tigers gegen Bremerhaven durch.

Die Rollen sind also klar verteilt. Die Adler gehen als haushoher Favorit in das Duell mit den Franken, das am Mittwoch in Mannheim beginnt. Adler-Coach Pavel Goss warnt sein Team jedoch davor, sich auf den Lorbeeren der Hauptrunde auszuruhen. "Die Hauptrunde so erfolgreich zu gestalten, war ein Verdienst der Arbeit und der richtigen Einstellung", wird er auf der Website des Klubs zitiert. "Letztendlich haben wir aber zu verstehen gegeben, dass die Hauptrunde nun vorbei ist und wir darüber nicht mehr reden werden. Wir müssen jetzt darauf schauen, dass wir für nächsten Mittwoch gut vorbereitet sind." Dennoch wäre alles andere als ein Einzug Mannheims ins Halbfinale zumindest eine faustdicke Überraschung - wenn nicht eine Sensation.

EHC München - Eisbären Berlin

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Die Münchener streben nach dem vierten Titel in Serie. Es gilt als ausgemacht, dass sich der EHC im Finale mit den Adler Mannheim duellieren wird. Zu überlegen waren beide Teams in der Hauptrunde, die München mit sieben Zählern weniger als Mannheim, aber 30 Zählern Vorsprung auf den Dritten Augsburg abschloss. Der Münchner Kader mit zahlreichen Nationalspielern um Patrick Hager oder Yannic Seidenberg ist dank des höchsten Etats (12,5 Millionen Euro) exquisit besetzt.

Allerdings wartet auf den EHC ab Mittwoch eine durchaus schwere Prüfung im Viertelfinale. Die Eisbären Berlin haben sich nach einer über weite Strecken schwachen Saison zuletzt stabilisiert und sich über die Pre-Play-offs für die Runde der letzten Acht qualifiziert. In der Mannschaft des DEL-Rekordmeisters schlummert Potenzial. Und mit acht Siegen aus den letzten neun Spielen ist in der Hauptstadt der Glaube gewachsen, den beiden Top-Teams die Tour zu vermasseln. "Wir sind jetzt eine total andere Mannschaft auf dem Eis", sagte Trainer Stéphane Richer der Berliner Morgenpost. Und Stürmer Marcel Noebels ergänzte: "Wir haben in den letzten Wochen viel Selbstvertrauen getankt, um auch Mannheim oder München in die Quere zu kommen."

most/sid | Stand: 11.03.2019, 12:51

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