DEL - Vorjahres-Endspiel schon im Viertelfinale

Szene aus der Hauptrunde: Getümmel vor dem Berliner Tor im Spiel gegen München

Play-off-Viertelfinale

DEL - Vorjahres-Endspiel schon im Viertelfinale

"Ein harter Brocken": Meister München muss im Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga gegen Berlin ran - und damit gegen den Vorjahresfinalisten. Die Eisbären könnten zum Stolperstein für den Branchenprimus werden.

Sechs Siege in Serie, ein glattes 2:0 in den Pre-Play-offs gegen die Straubing Tigers: Die Eisbären Berlin sind pünktlich zum Start der Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga in Fahrt gekommen. "Wir sind jetzt eine total andere Mannschaft auf dem Eis", sagt Trainer Stéphane Richer: "Wir wollen an den positiven Trend anknüpfen." Und Stürmer Marcel Noebels ergänzt: "Wir haben in den vergangenen Wochen viel Selbstvertrauen getankt, um den Topteams in die Quere zu kommen."

Dazu haben die Eisbären schon direkt im Viertelfinale Gelegenheit, denn da treffen sie auf den Tabellenzweiten EHC München. Los geht es am Mittwoch (13.03.2019) mit dem ersten Spiel der "Best-of-seven"-Serie in Bayern.

München hat Respekt

Es ist das Duell zwischen Rekordmeister und Titelverteidiger und die Neuauflage des Finals der vergangenen Saison. Deshalb ist der Respekt beim Branchenprimus aus München auch groß. "Berlin ist ein harter Brocken", sagt Münchens Konrad Abeltshauser, und Frank Mauer ergänzt: "Wir müssen höllisch aufpassen." Zumal die Eisbären Revanchegelüste hegen, ging das Finale 2018 doch über sieben umkämpfte Spiele nur knapp verloren. "Die wollen sicher was zurückzahlen", sagt Abeltshauser. Patrick Hager erwartet erneut eine enge Serie. "Das wird ein Kampf über sechs oder sieben Spiele", sagt er.

Nach mauem Saisonstart in Form

Drei Mal in Serie haben die Münchner den Titel geholt, das Viertelfinale war jeweils ein leichter Aufgalopp. So groß wie dieses Mal war die Herausforderung aber noch nie. "Mit Berlin haben wir die stärkste Mannschaft getroffen", sagt auch Torhüter Danny aus den Birken: "Sie waren das ganze Jahr angeschlagen, aber jetzt sind sie topfit."

In der Tat: Nach mauem Saisonstart mit vielen Rückschlägen und Verletzungen und der Entlassung von Chefcoach Clément Jodoin ging es zuletzt Stück für Stück nach vorne. Der Kader ist nahezu komplett, die Spieler sind in Form und hoch motiviert. "Wir dürfen uns nicht täuschen lassen", mahnt auch Münchens Erfolgstrainer Don Jackson mit Blick auf den Tabellenplatz der Eisbären.

Jodoin jetzt Jacksons Assistent

Als ob die Begegnung nicht schon reizvoll genug wäre, sorgt die Trainerkonstellation für Extra-Würze. Zwischen 2008 und 2013 holte Jackson fünf Meistertitel mit Berlin. Sein Assistent ist Clément Jodoin, der bis Dezember 2018 noch Chefcoach bei den Eisbären war. "Ja, der kennt die Spieler", sagt Münchens Abeltshauser, sieht Jodoin aber nicht als großen Wettbewerbsvorteil: "Der Don kennt die auch." So spielten Kapitän André Rankel sowie Frank Hördler und Jens Baxmann in Berlin damals unter Jackson.

Den Münchnern passt es so gar nicht, das sie alle schon im Endspiel gegen Mannheim sehen. Die Adler wurden Hauptrunden-Sieger, müssen im Viertelfinale gegen Nürnberg ran und sind dort haushoher Favorit. "Im Sport passieren die wildesten Sachen", mahnte Abeltshauser.

Vorbild Ingolstadt

Da hat er Recht. Dass es auch der Hauptrunden-Neunte noch weit bringen kann, bewies der ERC Ingolstadt in der Saison 2013/14. Das Team musste damals ebenfalls den Umweg über die Pre-Play-offs nehmen, kegelte dann die Krefeld Pinguine, Hauptrunden-Sieger Hamburg Freezers und die Kölner Haie aus dem Rennen - und wurde deutscher Meister.

Das Warten hat ein Ende - DEG startet in die Play-offs Sportschau 12.03.2019 02:49 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 Das Erste

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 13.03.2019, ab 22.50 Uhr

dpa/sid | Stand: 12.03.2019, 13:05

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