DEL - Weltverband will kleinere Spielflächen

In der NHL ist das Spielfeld schmaler, die Angriffszonen sind größer

Nach NHL-Vorbild

DEL - Weltverband will kleinere Spielflächen

Von Jonas Jansen und Frank van der Velden

Der Eishockey-Weltverband will in Europa schmalere Spielflächen nach NHL-Vorbild, was dann auch die Deutsche Eishockey Liga betreffen würde. Während die Fans sich freuen dürfen, fürchtet die DEL hohe Kosten für ihre Klubs.

"Der Trend geht eindeutig in die Richtung, dass die Spielfeldgröße in Europa auf 60 mal 26 Meter  angepasst werden soll. Derzeit sitzt der Weltverband in Rom zusammen und entscheidet darüber, wir rechnen zum Wochenende mit neuen Informationen", sagt Jörg von Ameln, der bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) für den Spielbetrieb zuständig ist, gegenüber sportschau.de.

Von Ameln rechnet mit einer Richtlinie, die die DEL dann auch umsetzen will. Dahinter steckt, dass internationale Partien und Turniere in Zukunft nur noch auf NHL-Maßen ausgetragen werden dürfen. Das betrifft dann auch Länderspiele in Deutschland.  

Herzenswunsch von René Fasel

Die kleineren Eisflächen auch in Europa sind ein Herzenswunsch von René Fasel, dem Präsidenten des Eishockey-Weltverbandes IIHF. Der Schweizer hat das für die großen Turniere auch schon durchgedrückt. Bereits bei der WM 2022 in Finnland und beim olympischen Turnier im gleichen Jahr in Peking werden die Spielfelder NHL-Maße haben. In der nordamerikanischen Profiliga sind die Eisflächen um etwa vier Meter schmaler als die in Europa.

Bei der DEL lösen die Pläne wenig Begeisterung aus. Der Grund sind die hohen Kosten beim Umbau. "Es gibt in Deutschland nicht viele Stadien, die diese Norm umsetzen können. Ein Umbau würde für die anderen Vereine Kosten in Höhe von einer Million Euro darstellen. Diese Zahl ist auch nicht übertrieben, das haben wir seriös ermitteln lassen. Das hätte für die Klubs weitreichende Folgen", erklärt von Ameln.

Übergangszeit geplant

Zurzeit wäre eine Umgestaltung des Eises nur in den großen Multifunktionsarenen problemlos möglich - wie zum Beispiel in Köln, Düsseldorf, Berlin oder Mannheim. Die kleineren Hallen müssten umgebaut werden. "In den Stadien müssen die Betonverankerungen verändert werden, die Zuschauerränge müssen verschoben werden. Denn wenn das Spielfeld kleiner wird, könnten sonst die Zuschauer auf den unteren Plätzen kaum noch das Eis sehen", erklärt von Ameln.

Deshalb soll es eine Übergangszeit geben. "Natürlich sind diese Kosten für die Klubs sehr hoch. Wir planen, den Vereinen, die noch nicht die Möglichkeit für das kleine Eis haben, eine Zeitspanne von zehn Jahren zu geben, diesen Umbau durchzuführen, wenn diese Norm durchgesetzt wird. Dann müssen wir als Liga nun mal vorerst damit leben, dass unsere Spiele auf zwei verschiedenen Größen ausgetragen werden", sagt er Spielbetriebsleiter. Das bedeutet, dass beispielsweise Meister Mannheim an einem Freitag daheim auf einer kleinen Eisfläche spielt und dann zwei Tage später in Bremerhaven auf einer größeren.

Unmut regt sich nicht nur in Deutschland. "Nicht nur wir als DEL, sondern auch die schwedische oder finnische Liga stemmt sich gegen diese Entscheidung. Auch da müssten die Vereine viel Geld investieren", sagt von Ameln. Ob der Weltverband diese Kritik berücksichtigt, ist aber fraglich.

Schneller und atttraktiver

Die Fans können sich dafür freuen. Denn in der NHL ist das Spielfeld nicht nur schmaler, auch die Angriffszonen sind größer. Dadurch wird das Spiel in der Regel schneller und aktionsreicher und damit attraktiver. Es gibt mehr Torschüsse, mehr Torchancen, mehr Treffer und weniger taktisches Geplänkel.

Die Diskussion um kleinere Eisflächen gibt es in Deutschland schon seit 2011. Damals gab es in Berlin das erste Punktspiel der NHL auf deutschem Boden. Die Buffalo Sabres besiegten die Los Angeles Kings mit 4:2. Tags darauf traten an gleicher Stätte die Eisbären Berlin und die Adler Mannheim gegeneinander an. Berlin siegte mit 3:2 nach Penaltyschießen. Die beiden Teams brachten es auf insgesamt 90 Torschüsse, normal sind pro DEL-Spiel etwa 60. "Es war großartig. Die neutrale Zone ist kaum noch vorhanden. Das Verteidigen ist schwerer, dafür ist der Weg frei für viele Offensivaktionen", schwärmte Eisbären-Stürmer Tyson Mulock damals. Auch Mannheims damaliger Trainer Harold Kreis war begeistert: "Aufgrund der kleinen Eisfläche war das Spiel sehr viel intensiver und noch aggressiver als sonst."

Stand: 26.09.2019, 13:11

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