DEL - Spieler kritisieren erneute Saisonverschiebung

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Besprechung der Klub-Chefs

DEL - Spieler kritisieren erneute Saisonverschiebung

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) verschiebt den Start der Saison ein weiteres Mal. Ursprünglich sollte es am 13. November losgehen. Die Spielergewerkschaft übt Kritik.

Am Freitag (02.10.2020) schalteten sich die Chefs der 14 DEL-Klubs, die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat in einer Telefonkonferenz zusammen, um über die Verhandlungen mit politischen Verantwortlichen zu berichten.

Dabei wurde vereinbart, dass der bereits vom 18. September auf den 13. November verschobene Starttermin nicht mehr zu halten ist. Nun soll die Spielzeit in der zweiten Dezember-Hälfte beginnen.

"Entscheidung fällt schwer"

"Wir haben stets sehr deutlich und transparent kommuniziert, dass wir unter den aktuellen Vorgaben sowie mit der Unsicherheit, ob und in welchem Umfang die nötige finanzielle Unterstützung für die Klubs kommt, nicht in die Saison starten können", sagte Geschäftsführer Gernot Tripcke: "Daran hat sich bis heute leider nichts geändert. Von daher war diese Entscheidung alternativlos, auch wenn sie uns sehr schwer fällt."

Bei der Spielergewerkschaft SVE sorgt die erneute Verschiebung für Unmut. "Anstelle von mutmachenden Antworten und einer berechtigten Hoffnung auf eine Rückkehr aufs Eis und in die Fankurven, hat der heutige Tag viele Fragen und große Enttäuschung hinterlassen", hieß es in einem Statement am Freitagabend bei Facebook. Die SVE, die von Ex-Nationalspieler Alexander Sulzer geführt wird und eine ausführliche Stellungnahme für Samstag ankündigte, bemängelt dies: "Fest steht für uns: Wir sind für die Nennung eines konkreten Starttermins."

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Bis spätestens Mitte November sollen weitere Entscheidungen zum Saisonablauf getroffen werden. Ginge es Ende Dezember weiter, wäre eine volle Saison nicht mehr durchführbar, auch würden die Playoffs dem Modus wohl zum Opfer fallen.

Eine komplette Absage der Spielzeit 2020/21 ist offenbar noch kein Thema. "Wir wollen auf jeden Fall wieder spielen. Und wir werden die Saison nicht absagen", hatte Tripcke jüngst im "Spiegel"-Interview versichert.

Komplette Absage wäre "katastophal für die Spieler"

Bundestrainer Toni Söderholm nannte eine Saisonabsage "katastrophal für die Spieler" und für seine Arbeit mit Blick auf die WM 2021 und Olympia 2022 "sehr schwierig".

Die DEL hat nach eigenen Angaben ein durch die Corona-Pandemie ausgelöstes Finanzloch in Höhe von 60 Millionen Euro ausgemacht. Die neue Regelung einer maximal 20-prozentigen Auslastung der Hallen helfe nicht, so die Klubs, da sie bis zu 80 Prozent von den Einnahmen aus Heimspielen lebten.

20 Prozent seien daher wirtschaftlich "sogar noch schlechter als Geisterspiele", sagte Geschäftsführer Daniel Hopp von den Adler Mannheim im "Mannheimer Morgen".

Philipp Walter: "So können wir nicht spielen" Sportschau 16.09.2020 06:56 Min. Verfügbar bis 14.09.2021 Das Erste

sid/dpa/red | Stand: 02.10.2020, 16:18

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