DEL - Favoriten, Gesetze und Bärte in den Play-offs

Play-off-Viertelfinale in der DEL

DEL - Favoriten, Gesetze und Bärte in den Play-offs

In der Deutschen Eishockey Liga starten die Play-offs. Sportschau.de erklärt, wer gegen wen ran muss, was wichtig ist in der "schönsten Zeit des Jahres" und was es mit den Bärten auf sich hat.

Bei den Spielern sprießen die Bärte, die Fans sind aus dem Häuschen, die Hallen sind ausverkauft, und es machen Begriffe wie "die geilste Zeit" oder die "fünfte Jahreszeit" die Runde: In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) starten die schönsten und spannendsten Wochen des Jahres. Denn nach einer langen und harten Saison beginnen nun die Play-offs.

Los geht es am Mittwoch (14.03.2018). Dann muss München gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven ran, die Eisbären Berlin erwarten die Grizzlys Wolfsburg, der ERC Ingolstadt spielt gegen die Adler Mannheim, und die Nürnberg Ice Tigers haben die Kölner Haie zu Gast.

Wie laufen die Play-offs ab?

Gespielt wird nach dem Modus "best of seven". Vier Siege sind zum Weiterkommen notwendig. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, wird so lange in 20-Minuten-Abschnitten verlängert, bis ein Tor fällt.

Das längste Play-off-Spiel dauerte 168 Minuten und 16 Sekunden (Köln gegen Mannheim, 5:4 am 22. März 2008). Das in der Hauptrunde besser platzierte Team hat bei einem entscheidenden siebten Spiel Heimrecht. Spätestens am 26. April steht der deutsche Meister fest.

München Favorit

Topfavorit ist München. Die Bayern gehen nicht nur als Hauptrunden-Erster ins Rennen, sie haben die Meisterschaft auch zwei Mal in Serie gewonnen. Erfolgstrainer Don Jackson holte schon sieben Mal den Titel. Der Kader mit sieben Olympiahelden von Pyeongchang ist dank des höchsten Etats (12,5 Millionen Euro) exquisit besetzt.

Berlin und Nürnberg mit Chancen

Schärfster Konkurrent sind die Eisbären Berlin. Das Team von Trainer Uwe Krupp bekommt seit dieser Saison Unterstützung vom NHL-Klub Los Angeles Kings. Auch mit den Nürnberg Ice Tigers ist zu rechnen. Die Franken knackten die 100-Punkte-Marke, haben die beste Defensive der Liga und mit Niklas Treutle statistisch gesehen den besten Torwart.

Gespannt darf man sein, wie die Kölner Haie, die Adler Mannheim und die Grizzlys Wolfsburg, die allesamt eine durchwachsene Hauptrunde spielten, in den Play-offs in Fahrt kommen.

Ingolstadt von Platz neun zum Titel

Ein Selbstläufer wird die Meisterschaft für die Münchner freilich nicht. In nur 16 von 37 Spielzeiten feierte der Hauptrunden-Erste am Ende auch die Meisterschaft. Und irgendwie scheint der Tabellenplatz nicht wirklich wichtig zu sein. Unvergessen bleiben die Play-offs im Jahr 2014. Am Ende setzte sich der ERC Ingolstadt durch, obwohl die Bayern in der Hauptrunde nur Neunter geworden waren und sogar durch die Pre-Play-offs mussten.

Denn die Play-offs haben so ihre eigenen Gesetze, und nicht wenige behaupten, die Saison ginge jetzt von vorne los. Siegeswille, wenige Verletzte, wenige Strafzeiten und auch ein wenig Glück sind wichtig.

Bremerhaven der größte Außenseiter

Wie im Vorjahr sind die Fischtown Pinguins der größte Außenseiter. Dass die Bremerhavener auch in ihrem zweiten DEL-Jahr das Viertelfinale erreichten, ist außergewöhnlich. Der erneute Erfolg mit dem kleinsten Etat der Liga (4,1 Millionen Euro) bestätigt die Arbeit von Manager Alfred Prey und dem "Trainer des Jahres" Thomas Popiesch.

Im Fokus stehen in den Play-offs die Silbermedaillen-Gewinner von Pyeongchang. Bis auf den verletzten Wolfsburger Gerrit Fauser sind alle Olympia-Helden mit dabei. DEB-Präsident Franz Reindl hofft, dass die Eishockey-Euphorie in Deutschland dank der Play-offs weiter anhält.

"Wer rasiert, verliert!"

In den Play-offs haben Rituale Hochsaison. Das bekannteste in der Play-off-Bart. Nach dem Motto "Wer rasiert, verliert!" lassen sich viele Spieler nach Ende der Hauptrunde einen Bart wachsen und rasieren sich erst nach dem Ausscheiden wieder - oder nach dem Titelgewinn.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 14.03.2018, ab 22.50 Uhr

vdv/sid/dpa | Stand: 13.03.2018, 10:00

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