DEL-Finale - München sehr speziell

Jubel beim EHC München

München gegen Berlin

DEL-Finale - München sehr speziell

4:3 für Berlin, 5:4 für München - die Finalserie in der DEL scheint eine enge Sache zu werden. Am Ende könnten die Special-Teams den Ausschlag geben. Und da ist München in Unter- und Überzahl überlegen.

Dass man von der Strafbank aus keine Spiele gewinnt, das ist eine alte Eishockey-Weisheit. Wer oft in Unterzahl auf dem Eis steht, der ist halt anfällig für Gegentore. Im zweiten Spiel der Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft zwischen dem EHC München und den Eisbären Berlin galt diese Weisheit nicht. Denn da saßen die Münchner doppelt so lange draußen wie die Berliner und gingen am Ende dennoch als Sieger vom Platz.  

Special-Teams sorgen für den Sieg

In sieben Unterzahlsituationen kassierte der Titelverteidiger nur einen Gegentreffer. Auf der anderen Seite nutzte München die eigene Überzahl eiskalt aus - zweimal waren sie mit einem Mann mehr auf dem Eis, zweimal trafen sie dabei ins Berliner Tor. Am Ende gewannen die Bayern in Berlin mit 5:4 und hatten damit die 3:4-Auftaktpleite egalisiert. Vier Siege sind zum Gewinn der Meisterschaft nötig. Beide Teams brauchen also noch jeweils drei Siege für den Titel.

Zu verdanken hatte der EHC diesen Sieg seinen Special-Teams. In Unter- und Überzahl schicken die Trainer bestimmte Formationen aufs Eis. Das sind zum einen Defensivspezialisten, die hinten clever und hart verteidigen und das sind Offensivkünstler, die sich vorne blind verstehen und in Sachen Powerplay überaus effizient sind.

15 Tore in zwölf Spielen

In München funktioniert das am besten, das zeigt ein Blick in die Statistik. In bisher zwölf Play-off-Partien gelangen dem Team von Trainer Don Jackson 15 Powerplay-Treffer. Bei insgesamt 55 Überzahlsituationen macht das eine Quote von 27, 27 Prozent. Michael Wolf erzielte vier Tore, Patrick Hager drei. Berlin kommt bei 48 Überzahlchancen nur auf sieben Tore, das sind 14,58 Prozent.

Auch in der Abwehr sieht es für die Männer von Trainer Uwe Krupp schlechter aus. 50 Mal gerieten die Eisbären in Unterzahl und kassierten dabei 14 Gegentore (Quote: 72 Prozent). München fing sich in 40 Unterzahlsituationen gerade mal sieben Treffer ein (Quote: 82,5 Prozent). Das liegt daran, dass das Jackson-Team auch zu viert die Scheibe laufen lassen und den Gegner unter Druck setzen kann. Schon in der Hauptrunde lagen die Münchner in dieser Statistik klar vor den Berlinern.

Krupp hadert: "Hatten genug Torchancen"

Die Chancen für die Eisbären waren da. "Grundsätzlich haben wir ein paar Fehler gemacht. Und München hat die Fehler, die wir gemacht haben, ausgenutzt", sagte Berlins Trainer Krupp: "Wir hatten genug Torchancen, um das Spiel noch enger zu bestreiten, besonders die ersten vierzig Minuten", erklärte er und meinte damit sicherlich auch die ungenutzen Überzahlchancen.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 18.04., ab 22.50 Uhr

sid/dpa/vdv | Stand: 17.04.2018, 12:50

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