DEL - Alles zur neuen Saison

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DEL - Alles zur neuen Saison

Von Frank van der Velden

Runderneuerte Kader, neue Trainer und neue Regeln: Die DEL startet in ihre 25. Saison und feiert Jubiläum. sportschau.de erklärt, was man zur neuen Spielzeit wissen muss.

Der Modus

Beim Modus ändert sich nichts. Die 14 Klubs spielen eine Doppelrunde mit insgesamt 52 Spieltagen. Für einen Sieg nach der regulären Spielzeit gibt es drei Punkte. Bei Unentschieden folgt eine Verlängerung. Wer zuerst ein Tor schießt, hat gewonnen ("sudden death"). Fällt kein Tor, entscheidet das Penaltyschießen. Der Sieger in der Overtime oder im Shootout erhält zwei, der Verlierer einen Zähler. Die ersten sechs Teams der Hauptrunde ziehen direkt in die Play-offs ein, die Klubs auf den Plätzen sieben bis zehn ermitteln zwei weitere Teilnehmer. Einen Absteiger gibt es nicht.  

Die neue Spielzeit beginnt am Freitag (14.09.2018) mit einem Knaller. In einer Neuauflage des Finales der vergangenen Saison empfängt Vizemeister Berlin den Titelträger aus München. Pausen legt die DEL vom 5. bis 13. November wegen des Deutschland-Cups in Krefeld sowie für die WM-Vorbereitung vom 4. bis 13. Februar 2019 ein. Die Hauptrunde endet am 3. März, drei Tage später starten die Pre-Play-offs. Spätestens am 30. April steht der Meister fest.

Die Favoriten

Nach drei Meisterschaften in Serie endet die Dominanz des EHC München - das erwarten zumindest die meisten Trainer der DEL-Klubs. In einer Umfrage setzen lange nicht mehr so viele Coaches wie in der Vergangenheit auf eine erneute Titelverteidigung der Münchner. Nur sechs der teilnehmenden Trainer oder Sportchefs nannten den EHC vor Beginn der Saison als klaren Titelfavoriten. Die meisten rechnen mit einem spannenderen Kampf.

Als aussichtsreichster Herausforderer gelten demnach die Adler Mannheim mit ihrem neuen Trainer Pavel Gross. "Es gibt sicher einige Mannschaften, die dieses Jahr um den Titel mitreden wollen. Dazu gehören in jedem Fall auch wir", sagt der bisherige Wolfsburger Coach. Auch Vizemeister Eisbären Berlin und die Kölner Haie wurden genannt. Und in der Tat spricht die Statistik gegen München. Noch nie seit Gründung der DEL 1994 konnte ein Klub vier Titel in Folge feiern. Zuvor scheiterten Mannheim (1997 bis 1999) und Berlin (2011 bis 2013) an der "verflixten" vierten Meisterschaft in Folge.

Neue Trainer

Jede Menge Neues gibt es an der Bande. Die Eisbären Berlin (Clement Jodoin), die Grizzlys Wolfsburg (Pekka Tirkkonen), die Düsseldorfer EG (Harold Kreis), die Krefeld Pinguine (Brandon Reid), die Nürnberg Ice Tigers (Kevin Gaudet) und die Adler Mannheim (Pavel Gross) haben neue Trainer.

Wintergame in Köln

Das Winter Game im Düsseldorfer Stadion

Das Winter Game im Düsseldorfer Stadion

Einer der Saison-Höhepunkte ist das vierte Wintergame. Am 12. Januar 2019 erwarten die Kölner Haie die Düsseldorfer EG. Die Kölner wollen dabei nicht nur gewinnen, sondern dem Erzrivalen auch den Zuschauer-Europarekord für ein Ligaspiel abjagen. Beim zweiten Winter Game 2015, das Düsseldorf 3:2 gegen Köln gewann, waren 51.125 Zuschauer in die Düsseldorfer Fußball-Arena gekommen. Diese Zahl soll in der Heimstätte des 1. FC Köln jetzt überboten werden.

Neue Regeln

Zur neuen Saison hat die DEL zahlreiche Regeländerungen eingeführt. So wird der Torraum anders aussehen. Der bislang übliche Halbkreis vor dem Tor wird rechts und links abgeschnitten. Der geschützte Bereich der Goalies ist damit nur noch 2,44 statt 3,60 Meter breit. Im Gegenzug erstreckt sich der Torraum drei Zentimeter weiter in das Spielfeld.

Neuerungen gibt es auch bei der Ausführung von Penaltys und beim Ablauf des Shootouts. Nach einem Foul in einer Breakaway-Situation musste bisher der gefoulte Spieler den daraus resultierenden Penalty selbst ausführen. Ab sofort steht es dem Trainer frei, einen beliebigen Feldspieler zu benennen, der zum Eins-gegen-Eins antritt. Außerdem stellt beim Shootout zur Ermittlung des Siegers ab der neuen Saison immer das Heimteam den ersten Penaltyschützen. Es findet kein Münzwurf mehr statt. Auch der Strafenkatalog wurde verändert.

Ab in die NHL

Der deutsche Eishockeyspieler Dominik Kahun

Der deutsche Eishockeyspieler Dominik Kahun

Gleich fünf Nationalspieler verlassen die DEL in Richtung NHL. Dominik Kahun (München/Chicago), Brooks Macek (München/Las Vegas), Yasin Ehliz (Nürnberg/Calgary), Maximilian Kammerer (Düsseldorf/Washington) und Marcel Noebels (Berlin/Boston) versuchen ihr Glück in Amerika und Kanada. Das liegt daran, dass die NHL-Bosse nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang vermehrt auf deutsche Spieler aufmerksam geworden sind.

Personalkarussel in voller Fahrt

Wie in jedem Jahr haben die Klubs ihre Teams teilweise wild durchgemischt. Die Straubing Tigers schossen dabei mit 13 Zugängen und 16 Abgängen den Vogel ab. Was die Neuen angeht, setzen die Klub-Manager vor allem auf Spieler aus den USA und Kanada sowie auf Akteure aus Skandinavien und auf gestandene DEL Profis.

So verpflichte München unter anderem Matt Stajan von den Calgary Flames, Mark Voakes (Wolfsburg) und John Mitchell (Nürnberg). Düsseldorf holte mit Ken-André Olimb (Linköping HK) und Calle Ridderwall (Djurgardens IF) zwei Publikumslieblinge zurück und verstärkte sich zudem mit Philip Gogulla (Köln), Jerome Flaake (München) und Patrick Köppchen (Nürnberg). Wolfsburg sicherte sich die Dienste von Torwart David Leggio (München), Köln holte Steve Pinizzotto (München) und Colby Genoway (Bratislava). Ingolstadt verstärkt sich mit Patrick Cannone (Iowa) und Jerry D'Amigo (Kalevan Pallo), Mannheim freut sich auf Ben Smith (Toronto Maple Leafs).

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 14.09.2018, ab 22.50 Uhr

Stand: 11.09.2018, 16:00

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