DEL - Zahlen, Fakten und Kuriositäten zum Jubiläum

25. Saison

DEL - Zahlen, Fakten und Kuriositäten zum Jubiläum

Von Frank van der Velden

Die Deutsche Eishockey-Liga feiert Jubiläum und geht in ihre 25. Saison. sportschau.de hat Zahlen, Fakten, Rekorde und Anekdoten gesammelt.

Zum ersten Bully kamen der "Tiger vom Hopfensee" und ein Stargast aus Amerika. Dem ehemaligen Nationalspieler Paul Ambros und dem kanadischen Ex-NHL-Profi Bobby Hull war es vorbehalten, am 15. September 1994 den Startschuss für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) zu geben. Im ersten Spiel siegten die Maddogs München bei den Augsburger Panthern mit 6:1.

Vorreiter für andere Sportarten

Mit der Gründung der DEL betrat das deutsche Eishockey Neuland. Die erste eigenständige Profiliga löste die wirtschaftlich kollabierende Bundesliga ab. Aus eingetragenen Vereinen wurden Kapitalgesellschaften. Der Deutsche Eishockey-Bund zog sich aus dem Profi-Eishockey zurück. "Durch die finanzielle Situation der Klubs war die Einführung professioneller Strukturen damals alternativlos", sagt DEB-Präsident Franz Reindl: "Damit war Eishockey Vorreiter für Fußball, Handball und Basketball." Alles sollte professioneller werden, sportlich und vor allem finanziell.

Schwieriger Start

Doch schon wenige Monate nach dem ersten Bully begannen die Probleme. Ausgerechnet der letzte Bundesliga-Meister Hedos München, der in der DEL Maddogs hieß, musste Konkurs anmelden. Wegen Ungereimtheiten bei der Lizenzvergabe trat der damalige DEB-Präsident Ulf Jäkel zurück.

Die ersten Jahre waren schwierig. Der Streit mit dem DEB wurde zum Dauerthema, immer wieder meldeten Klubs Insolvenz an oder zogen sich aus der DEL zurück - unter anderem Traditionsvereine wie Riessersee, Kaufbeuren, Rosenheim, Landshut und Düsseldorf.

Heute hat sich die DEL wirschaftlich längst stabilisiert und auch mit dem Verband vertragen. Von den 18 Gründungsmitgliedern gehen immerhin noch acht in die Jubiläumssaison, die am Freitag (14.09.2018) startet. In bisher 24 Jahren DEL-Jahren waren 32 Klubs mit dabei. Selbst hartgesottene Fans werden ihre Probleme haben, die alle aufzuzählen. Oder wer erinnert sich noch an die Moskitos Essen, die Füchse Duisburg, die Wölfe Freiburg oder die Ratinger Löwen?

Immer wieder Wirrwarr

Die hießen später übrigens Revierlöwen Oberhausen. Namenswechsel und Lizenzverkäufe sorgten ohnehin oft für Wirrwarr. So wurde Wedemark zu Hannover. Die Lizenz des EV Landshut ging an die München Barons, die dann später nach Hamburg umzogen und sich dort in Hamburg Freezers umbenannten. Doch auch die gibt es heute nicht mehr. Auf der Strecke blieben jeweils die Fans.

Apropos Wirrwarr. Immer wieder wechselte die DEL den Modus. Es gab eine regionale Einfachrunde, Eineinhalbfachrunden, 1,75-fach Runden, Meisterrunden, Qualifikationsrunden, Abstiegsrunden und Play-downs. Erst seit 2009 gibt es konstant die Doppelrunde mit anschließenden Play-offs.

Geschlossene Gesellschaft

Kritik gab es immer wieder an der Auf- und Abstiegsregelung. Seit 2006 ist die DEL eine geschlossene Gesellschaft. Nur wer einem anderem Verein seine Lizenz abkauft, kann dabei sein. So machte es zuletzt 2013 Schwenningen. Zur Saison 2020/21 führt die DEL den Auf- und Abstieg wieder ein. Das freut vor allem die Fans der Zweitligisten, denen bisher die sportliche Perspektive fehlte.

Rekordspieler Lüdemann, Strafbankkönig Felski

Zahlen gefällig? Sechs Klubs (Mannheim, Köln, Eisbären Berlin, Nürnberg, Krefeld, Augsburg) waren immer mit dabei. Die Adler Mannheim holten die meisten Punkte (2.110), die Eisbären Berlin die meisten Titel (7). Rekordspieler ist Mirko Lüdemann (1.197), bester Torschütze ist Michael Wolf (325), bester Scorer ist Daniel Kreutzer (799), bester Shutout-Goalie ist Ian Gordon (45) und Strafbankkönig ist Sven Felski (1.806 Minuten).

Spektakulär war die Saison 1995/96. Robert Reichel (Frankfurt Lions) heimste 101 Scorerpunkte ein, Sergei Beresin (Kölner Haie) machte 49 Tore, John Chabot (Preussen Devils) gab 65 Vorlagen, Luciano Borsato (Kölner Haie) machte 19 Powerplaytore und Robert Reynolds (EC Ratingen) traf siebenmal in Unterzahl. Für alle dieser Werte gilt: Rekord!

Vier Tore in 91 Sekunden und 42 Penaltys

Apropos Rekord. Die Iserlohn Roosters machten gegen die Augsburger Panther 2005 vier Tore innerhalb von 91 Sekunden. Der Augsburger Andre Faust brauchte im September 1998 gegen die Nürnberg Ice Tigers nur fünf Sekunden für das erste Tor. 2017 fielen im Spiel der Iserlohn Roosters gegen die Nürnberg Ice Tigers 19 Tore (9:10). Das Play-off-Spiel der Kölner Haie gegen die Adler Mannheim 2008 dauerte 168 Minuten und 16 Sekunden. Das Spiel des EHC München gegen die Straubing Tigers 2010 war im Shoot-Out erst nach 42 Penalty-Schüssen beendet. 1998 vergaben die Schiedsrichter beim Spiel zwischen Schwenningen und Nürnberg 336 Strafminuten, und Karel Lang war 2007 48 Jahre alt, als er für den EV Duisburg gegen die Straubing Tigers spielte.

Winter Game und prominenter Besuch aus der NHL

Jede Menge Glanz bringt der DEL seit 2013 das Winter Game. Das gibt es alle zwei Jahre und ging bisher im Nürnberger Frankenstadion (50.000 Zuschauer), in der Düsseldorfer Arena (51.125) und in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena (25.022) über die Bühne.

Zweimal bekam die DEL prominenten Besuch aus Amerika. Einige NHL-Spieler nutzen den dortigen Lockout für ein Gastspiel in Deutschland. In der Premierensaison spielte unter anderem der spätere Bundestrainer Uwe Krupp beim EV Landshut. Zehn Jahre später 2004 liefen dann gleich 26 Profis in der DEL auf. Erik Cole von den Carolina Hurricanes führte damals die Eisbären Berlin zur Meisterschaft und wurde als wertvollster Spieler der Play-offs ausgezeichnet.

Die nächsten Rekorde wackeln schon

Und was bringt die Jubiläumssaison? Vielleicht wieder einige Rekorde und Glanzlichter. Patrick Köppchen (Düsseldorf) und Sebastian Furchner (Wolfsburg) können die 1.000-Spiele-Marke knacken. Beim Winter Game am 12. Januar 2019 im Fußballstadion des 1. FC Köln gegen die Düsseldorfer EG wollen die Kölner Haie den Erzrivalen nicht nur besiegen, sondern ihm auch den Zuschauer-Europa-Rekord für ein Ligaspiel abjagen. Und der EHC München könnte der erste Klub werden, der vier DEL-Titel in Serie gewinnt.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 14.09.2018, ab 22.50 Uhr

Stand: 14.09.2018, 08:00

Darstellung: