Mountainbiking - so geht's richtig

Mountainbiker bei Übungen

Breitensport

Mountainbiking - so geht's richtig

Von Olaf Jansen

Sturzfrei durch enge Kurven, über steile Treppen oder per "Bunny Hop" über Äste - beim Mountainbiking gibt es so einige Tipps und Tricks, die man kennen sollte. Hier erklären wir sie.

Es geht immer weiter bergauf: 2017 besaßen rund zwölf Millionen Deutsche ein Mountainbike, 3,7 Millionen über 14 Jahren gingen regelmäßig damit auf Tour - es ist ein boomender Breitensport. Entsprechend steigt der Bedarf an Dienstleistern in Sachen Biken über Stock und Stein.

Besonders häufig stellt sich die Frage: Wie und wo kann man am besten fahren? Wir haben uns mit Max Schmidt, einem Mountainbike-Trainer aus Windeck bei Köln getroffen. Und uns den richtigen Umgang mit dem Bike erklären und zeigen lassen.

Also rauf aufs Rad und ab ins Gelände? Denkste! "Vor jeder Tour steht der Bike-Check", mahnt Max. Und er prüft:

  • Reifen auf den passenden Luftdruck prüfen - sie sollten nicht zu prall aufgepumpt sein.
  • Sind die Schnellspanner an den Achsen geschlossen?
  • Sind die Lenkergriffe fest?
  • Sind Lenker und Vorbau richtig festgeschraubt?
  • Funktionieren die Bremsen?
  • Ist die Federgabel richtig eingestellt?

Dann kann es losgehen. Zunächst übt der Schüler auf ebenem Gelände "trocken" die Grundtechniken, die später im Gelände angewendet werden.

Wir halte ich die Balance auf dem Bike?

Zunächst nimmt man die Grundposition auf dem Bike ein. Heißt: In den gefederten Stand, die Knie sind nicht ganz durchgedrückt. Der Körper wird ruhig gehalten. Wichtig ist, dass man das Körpergewicht möglichst zentral auf dem Rad platziert, man sollte nur leichte Ausgleichsbewegungen machen.

Der Lenker wird spielerisch gehalten, gerne auch nur mit hauchzartem Griff. Am besten führt man den Blick dabei nach vorn, auf einen ruhigen Gegenstand. Ideal lässt sich die Grundposition immer mal wieder vor einer roten Ampel üben.

Wie fahre ich richtig bergab?

Leichtes Bergabfahren funktioniert noch gut in der Grundposition: zentral auf dem Bike, leicht federnde Knie. Wird es steiler, geht's in die aktivierte Position: Die Schulter und Hüfte werden abgesenkt, man macht quasi eine Kniebeuge auf dem Rad. Die Knie schauen nach außen und nicht nach vorn. Die Ellbogen werden nach außen geführt, schauen aus wie bei einem Gorilla. Ein Finger ist stets an der Bremse.

Wie fahre ich richtig in einer Kurve?

In einer Kurve steuert man möglichst nicht mit einer aktiven Lenkerbewegung, sondern man diurchfährt sie mittels einer Körperrotation. Heißt: Der Blick geht möglichst immer zur zu befahrenden Strecke voraus und leitet die Kurve so ein. Der Körper folgt dem Blick mit einer Rotation, die die Schultern, die Hüfte und Knie mitnimmt und den Schwerpunkt zentral absenkt.

Wichtig: Schon vor der Kurve sollte man die richtige Geschwindigkeit haben, damit man innerhalb nicht noch bremsen muss.

Wie versetze ich das Hinterrad in einer Haarnadelkurve?

Fährt man auf eine Haarnadelkurve mit extremem Radius zu, die zu eng ist, um sie in einem Rutsch zu durchfahren, muss man in der Kurve das Hinterrrad versetzen. Dazu benötigt man eine Bewegung nach vorn. Der Körperschwerpunkt wird für einen Moment oben über den Lenker gebracht, ganz leicht wird die Vorderradbremse gezogen. Gleichzeitig macht der Körper einen leichten Schwung, mit dem das aufsteigende Hinterrad in die gewünschte Richtung gesetzt wird.

Wie funktioniert ein "Bunny Hop"?

Bloß kein "Schweine Hop", wenn ein Ast oder ähnliches im Wege liegt! Beim verpönten Schweine Hop werden beide Räder gleichzeitig zum Abheben gebracht. Folge: Man touchiert das Hindernis in der Regel mit dem Hinterrad, weil der Schwung nicht ausreicht, um es mit dem kompletten Bike in einem zu überspringen.

Also: Es muss der "Bunny Hop" her: Zunächst fliegt das Vorderrad über das Hindernis, das Hnterrad folgt erst in die Höhe, wenn das Vorderrad, schon wieder den Boden berührt. Das geht so: Um das Vorderrad anzuheben, wird der Körperschwerpunkt nach hinten oben geführt und somit entlastet.

Durch die gleichzeitige explosionsartige Streckung der Arme steigt das Vorderrad hoch. Bringt man nun die Hüfte nach vorn, folgt dieser das Hinterrad durch die gleichzeitige Beinstreckung und geht mit in die Luft. Der Bunny Hop ist ein komplexes Ding und gelingt in der Regel erst nach intensiven Übungen. Das dauert seine Zeit.

Stand: 04.04.2018, 08:00

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