Boxen - Kadiru will sich von Febbo nicht aufhalten lassen

Peter Kadiru - das größte deutsche Boxtalent Sportschau 14.04.2019 01:35 Min. Verfügbar bis 14.04.2020 Das Erste

Schwergewicht

Boxen - Kadiru will sich von Febbo nicht aufhalten lassen

Schwergewichtsboxer Peter Kadiru tritt in Halle an der Saale in seinem zweiten Profikampf gegen Vincenzo Febbo an. Der Fight soll nur eine Etappe auf dem Weg zu einem viel größeren Ziel sein.

Peter Kadiru hat ein klares Ziel. "Ich will Weltmeister werden", sagt der Schwergewichtsboxer aus Hamburg. Das hört sich recht vollmundig an für einen 21-Jährigen, der am Samstag (13.04.2019, ab 20.15 Uhr im Livestream) seinen erst zweiten Profikampf bestreitet. Gegner in Halle an der Saale ist Vincenzo Febbo aus Moers.

Doch der Sohn ghanaischer Eltern gilt als Toptalent, als Rohdiamant und als Hoffnungsträger des deutschen Schwergewichtsboxens. Bei den Junioren hat er schon alles abgeräumt. 2014 wurde er Jugend-Europameister, Jugend-Vize-Weltmeister, und er holte Gold bei den Olympischen Jugendspielen. 2015 wurde er dann erneut Jugend-Europameister und 2017 dann U22-Europameister. Im November 2018 gab Kadiru dann seinen Wechsel ins Profilager bekannt.

Er boxt im SES-Stall des Magdeburger Box-Promoters Ulf Steinforth und wird vom langjährigen Klitschko-Manager Bernd Bönte beraten. Bei SES-Boxing sind auch Europameister Agit Kabayel und der WBO-Inter-Conti-Champion und dreifache Junioren-Weltmeister Tom Schwarz aktiv.

"Herausragender Hoffnungsträger"

"Alle drei sind jung, ambitioniert und auf den jeweiligen Stufen ihrer Karriere herausragende Hoffnungsträger für den deutschen Boxsport", sagt Steinforth über sein Trio der Zukunft. Im 20. Jahr seines Boxstall-Bestehens hat sich der 51-Jährige längst aus dem Schatten von Sauerland-Promotion gearbeitet und gilt in Deutschland als wichtigster Box-Promoter.

Sein Profidebut gab Kadiru am 2. März 2019 gegen den Polen Artur Kubiak. Der 1,94 Meter große Modellathlet gewann den Kampf, der auf sechs Runden angesetzt war, einstimmig nach Punkten mit dreimal 60:54. "Beim Kampf war ich aufgeregt", gab er anschließend zu. Deshalb soll er jetzt weitere Ringerfahrung sammeln.

Zuerst keine Lust aufs Boxen

Zum Sport kam Kadiru über seinen zehn Jahre älteren Bruder, der ihn mit zum Training nahm. "Boxen hat mir am Anfang gar nicht gefallen, das war gar nichts für mich. Jetzt kann ich mir mein Leben ohne Boxen nicht mehr vorstellen", sagt der Vater einer Tochter.

Mitverantwortlich dafür ist sein Trainer Christian Morales. "Ich bin davon überzeugt, dass er in seiner Profikarriere große Erfolge erringen wird. Einen beweglicheren und schnelleren Schwergewichtler habe ich selten gesehen", erklärt der Coach. Er trainiert seinen Schützling seit 2013. "Das ist ein vernünftiger Junge, der auf dem Boden geblieben ist, der einen vernünftigen Background hat. Als Athlet sucht er seinesgleichen", sagt Morales.

"Titelkämpfe kommen automatisch"

Einen Schritt weiter als Kadiru ist dessen Stallgefährte Tom Schwarz. Der kämpft am 15. Juni in Las Vegas gegen Ex-Champion Tyson Fury. Zusammen mit Steinforth und Bönte will auch Kadiru hoch hinaus. Berater Bönte weiß, wie man Weltmeister macht. Von 2000 bis 2006 war er Manager der Klitschko-Brüder. Er will das Talent jetzt Schritt für Schritt aufbauen. "Wir wollen ihn natürlich nicht verheizen", sagt Bönte: "Und die Titelkämpfe kommen dann irgendwann ganz automatisch."

red/vdv | Stand: 12.04.2019, 06:00

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