Para-Radsport-WM - Eskau krönt ihr großes Jahr

Andrea Eskau

Gold und Silber für deutsches Team

Para-Radsport-WM - Eskau krönt ihr großes Jahr

Durch einen überragenden Zielsprint hat Andrea Eskau nach Silber im Zeitfahren mit dem Sieg im Straßenrennen den insgesamt 24. Weltmeister-Titel ihrer Karriere gefeiert.

Vor viereinhalb Monaten hatte sie bei den Winter-Paralympics in Pyeongchang noch Doppel-Gold geholt. Jeweils über Bronze freuten sich bei der Para-Radsport-WM im italienischen Maniago zudem Vico Merklein und erneut Jana Majunke.

"Es hat genau gepasst"

Auf der mit Kopfsteinpflaster versehenen Zielgeraden entwickelte sich am Samstag (04.08.2018) ein packender Zweikampf zwischen der Niederländerin Laura de Vaan und der 47-jährigen Eskau. Erst nach dem Fotofinish durfte die deutsche Para-Radsportlerin jubeln. Eskau: "Es hat genau gepasst. Nach all den Jahren kann ich vieles sehr gut einschätzen. In der Vergangenheit habe ich natürlich auch schon Sprints verloren. Daraus habe ich allerdings meine Lehren gezogen und war mir heute sicher, dass ich es schaffen werde, sollte es zu einem kurzen Zielsprint kommen."

Jana Majunke holte in diesem Rennen die Bronzemedaille und wiederholte damit ihren Erfolg aus dem Zeitfahren. Die Cottbuserin freute sich: "Nach diesem taktisch geprägten Rennverlauf war es nicht selbstverständlich, eine WM-Medaille zu holen. Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis."

Merklein holt trotz Defekt Bronze

Auch Vico Merklein hatte Grund zur Freude. Der 41-Jährige vom GC Nendorf kämpfte sich nach Zusammenstößen mehrfach stark ins Rennen zurück und krönte seine Leistung mit dem dritten Platz.

"Einer meiner Kontrahenten ist mir gleich mehrmals hinten reingefahren. Dadurch bin ich mit dem Körper nach vorne gerutscht und habe meine Schaltung verdreht. Glücklicherweise konnte ich es beheben, aber es hat mir das Leben auf der Strecke extrem schwer gemacht", berichtete Merklein. "Als ich in den Schlussanstieg hineingefahren bin, wusste ich, dass ich es schaffen will – egal wie."

Teuber und Schindler feiern

Tags zuvor hatte bereits Matthias Schindler geglänzt - und die Silbermedaille im Einzelzeitfahren der Startklasse C3 geholt. Nachdem bereits die erste Session mit Gold für Michael Teuber, Silber für Denise Schindler und Bronze für Majunke sehr erfolgreich war, sorgte der 36-jährige Para-Sportler für eine echte Überraschung. Schindlers Kommentar: "Das Rennen war brutal, doch das wussten wir alle. Diese Medaille bedeutet mir sehr viel. Sie ist der Beweis dafür, dass sich die ganze Arbeit, die ich seit 2013 in den Sport stecke, lohnt."

Goldener Abschluss durch Senska

Am Sonntag (05.08.2018) sorgte Pierre Senska mit seinem vierten Straßen-Titel in Folge für einen goldenen deutschen Abschluss. Der 30-Jährige aus Berlin hatte bei seinem souveränen Sieg 70 Meter Vorsprung auf die Konkurrenz. "Der erneute Erfolg ist eine Riesensache für mich und eine große Ehre", sagte Senska, der seit der Geburt an Muskelschwund an den Unterschenkeln leidet.

Bei den Frauen musste sich Denise Schindler dagegen auf den letzten Metern geschlagen geben, freute sich aber über ihre zweite Silbermedaille. Die deutschen Para-Radsportler beendeten die Titelkämpfe mit dreimal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze.

Stand: 05.08.2018, 16:33

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