Beachvolleyball: Ludwig und Kozuch wollen nur spielen

Laura Ludwig (r.) und Margareta Kozuch

NDR-Sport

Beachvolleyball: Ludwig und Kozuch wollen nur spielen

Nach monatelanger Corona-Pause kehrt die internationale Beachvolleyball-Spitze in den Sand zurück. Olympiasiegerin Laura Ludwig startet mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch beim Welttour-Turnier Anfang März in Katar.

Das mit 300.000 Dollar dotierte Vier-Sterne-Event, das vom 8. bis 12. März in Doha ausgetragen wird, ist in der Szene nicht unumstritten. So verzichtet das deutsche Nationalteam Karla Borger und Julia Sude wegen aus seiner Sicht nicht akzeptablen Kleidervorschriften auf einen Start.

In den Turnierregularien war zunächst festgelegt, dass Spielerinnen aus Respekt vor der örtlichen Kultur und Tradition in T-Shirts und knielangen Hosen starten sollen statt wie sonst üblich im Sport-Bikini. Der katarische Volleyball-Verband dementierte: "Wir möchten klarstellen, dass wir keine Forderungen stellen, was die Athleten bei der Veranstaltung tragen sollen." Die Vorschriften wurden allerdings auf der Homepage des Weltverbandes FIVB erst am 23. Februar geändert. Wohl eine Reaktion auf die Kritik.

Johannes Vetter und Laura Ludwig

Verfügbar bis 31.12.2099


"Wahrscheinlich das einzige Turnier, das wir sicher haben"

Ludwig, die sich mit Kozuch derzeit in Teneriffa auf das Turnier vorbereitet, hätte sich an der Kleiderordnung ohnehin nicht gestoßen. "Es ist vielleicht auch mal ganz gut, die Haut vor der Sonne zu schützen", sagte die 35-Jährige. Auch zuletzt im Trainingscamp in Rio habe das HSV-Duo bei über 30 Grad in langer Hose gespielt, berichtete sie im Sportschau-Olympia-Podcast.

Ludwig ist die Problematik der kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in Katar bewusst: "Das darf man auch nicht verschweigen. Aber letztlich muss das jeder für sich entscheiden. Für uns geht es um den Sport, wir haben ein sportliches Ziel. Und es ist wahrscheinlich das einzige Turnier, das wir in dieser Saison sicher haben."

"Wir wollen Probleme in dem Land nicht verschweigen, aber den Sport in den Mittelpunkt rücken. Wir freuen uns tierisch auf das Turnier."
— Laura Ludwig

"Was ab April passiert, weiß keiner"

Tatsächlich ist angesichts der Corona-Pandemie völlig offen, ob die eigentlich vorgesehenen sechs Olympia-Qualifikationsturniere stattfinden werden. "Man muss flexibel bleiben", hatte Kozuch zuvor bereits dem NDR Sportclub gesagt, "momentan herrscht etwas Verwirrung. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir bereiten uns aber so vor, als ob die Qualifikation normal durchläuft."

Das HSV-Duo hat als 15. des Olympia-Rankings das Ticket für Tokio - 16 sind zu vergeben - noch nicht sicher, weshalb Ludwig/Kozuch jede Möglichkeit zum Spielen nutzen wollen. Eine Wettkampfsituation im Training zu simulieren, sei eben nicht vergleichbar mit einem Turnier: "Es gibt mentale Challenges, die nur ein Spiel erzeugen kann", sagte Ludwig, die mit Sorgen auf die Zeit danach blickt: "Was ab April passiert, weiß derzeit keiner. Das ist schwierig, vor allem auch für den Kopf. Es ist aber wichtig, wie man bis Olympia plant, damit man nicht müde wird vom Warten. Man scharrt ja auch mit den Füßen."

Trotz Ungewissheit: Nordsportler trainieren für Olympia Verfügbar bis 21.02.2022

Dieses Thema im Programm:
Sport aktuell | 23.02.2021 | 07:25 Uhr

NDR | Stand: 24.02.2021, 08:12

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