WM-Ticket für deutsche Basketballer greifbar nah

Dennis Schröder beim WM-Qualifikationsspiel gegen Estland

Qualifikation für Basketball-Weltmeisterschaft 2019

WM-Ticket für deutsche Basketballer greifbar nah

Die deutschen Basketballer sind dem WM-Ticket einen großen Schritt näher gekommen. Nach dem mühelosen Pflichtsieg bei Außenseiter Estland soll am Sonntag (16.09., 18 Uhr) in Leipzig gegen Israel alles klar gemacht werden.

Dennis Schröder gab ein paar Kindern auf dem Parkett Autogramme, da war Henrik Rödl gedanklich schon bei der nächsten Aufgabe. "Der Job ist zur Hälfte gemacht. Wir werden sehen, was am Sonntag passiert", sagte der Bundestrainer nach dem ungefährdeten Sieg seiner Basketballer in Estland. Schon an diesem Wochenende kann die Nationalmannschaft das Ticket für die WM 2019 in China lösen, dabei kommen danach noch vier Qualifikationsspiele.

Und es soll auf einem hohen Niveau weitergehen. Diese Mannschaft wird "allen noch viel Spaß machen", verspricht Henrik Rödl. Nationalmannschafts-Legende Dirk Nowitzki ist sich jetzt schon sicher: "Die Mannschaft wird die Quali schaffen. Ich drück' die Daumen." Die Leistung der deutschen Basketballer macht zuversichtlich, dass Nowitzki Recht behält.

Entscheidendes Duell gegen Israel?

Mit im Gepäck auf der Reise zum Israel-Spiel: Eine blitzsaubere Bilanz, gute Laune und viel Selbstbewusstein. Durch das 86:43 (49:24) zum Auftakt der zweiten Gruppenphase bei überforderten Esten blieb die DBB-Auswahl auch in ihrem siebten WM-Qualifikationsspiel ungeschlagen und ist damit in prominenter Gesellschaft. Nur Gruppengegner Griechenland, Spanien und Litauen können noch eine weiße Weste vorweisen.

Entsprechend stolz war Rödl auf seine Spieler. "Ich muss meinem Team gratulieren, es war sehr fokussiert", sagte der 49-Jährige zu dem in jeder Hinsicht gelungenen Auftritt: "Wir haben den Gegner bei 43 Punkten gehalten. Sie haben ein junges Team, aber man muss sie auch zu Fehlern zwingen."

Praktisch über die gesamten 40 Minuten, von einer ganz kurzen Schwächephase Ende der ersten Hälfte abgesehen, erledigte die deutsche Mannschaft ihre Pflichtaufgabe mit Bravour. Nicht ansatzweise kamen Zweifel am Erfolg auf, das Team um den flinken Spielmacher Schröder (18 Punkte, 10 Assists, 6 Rebounds) ließ dem Außenseiter nicht den Hauch einer Chance.

Der Traum von großen Erfolgen

Nach dem souveränen Auftritt in Estland darf sich das Nationalteam Hoffnungen machen, dass selbst bei der WM Erfolge möglich sind. Zuletzt sprach Schröder schon vom Sprung zu Olympia 2020 nach Tokio als Traumziel. "Wir versuchen, so weit wie möglich zu kommen", sagte Rödl auf die Frage nach den möglichen Grenzen für sein Team. "Wo das endet, weiß ich nicht. Da würde ich mir erstmal keine Grenzen setzen, warum auch? Wir haben viel Talent."

Mit Dennis Schröder keimt Hoffnung auf. "Ich glaube nicht, dass es überhaupt einen Spieler gibt, der ihn alleine decken kann", schwärmte der Coach über seinen NBA-Star von den Oklahoma City Thunder. Aus der nordamerikanischen Profiliga ist derzeit ansonsten nur Maximilian Kleber (Dallas Mavericks) dabei. Potenziell könnten bei der WM auch der derzeit verletzte und vereinslose Paul Zipser (zuletzt Chicago Bulls), Daniel Theis (Boston Celtics) sowie die Youngster Isaiah Hartenstein (Houston Rockets), Moritz Wagner und Isaac Bonga (Los Angeles Lakers) ins Team rücken.

So dürfte Rödl auch in den kommenden beiden Zeitfenstern für Länderspiele, die während der NBA-Saison liegen, erneut einen Kader mit anderem Gesicht versammeln. "Ich bin sehr dankbar, dass egal wer auftaucht, jeder sein Herz in diesen Qualispielen lässt. Wir haben eine großen Auswahl von 25 bis 30 Leuten, die motiviert sind, dabei zu sein", lobte der Europameister von 1993.

sid/dpa/red | Stand: 14.09.2018, 22:32

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