Zion Williamson - das große Versprechen für die NBA

Zion Williamson von den Duke Blue Devils

College-Basketball: March Madness

Zion Williamson - das große Versprechen für die NBA

Von Lovis Binder

Die March Madness ist das große Finale im College-Basketball in den USA. Im Fokus steht dabei Zion Williamson. Sein extrem physisches Spiel beeindruckt und sorgt gleichzeitig für Diskussionen.

Zion Williamson steht an der Dreierlinie. Mit einem kleinen Schritt nach links bringt er seinen Gegenspieler minimal ins Ungleichgewicht. Williamson zieht in diesem Moment rechts vorbei Richtung Korb. Der Gegenspieler verteidigt gut und schafft es mit schneller Beinarbeit, den Weg zum Korb wieder zuzustellen. Williamson realisiert das, dreht sich um die rechte Schulter um sich selbst, schüttelt damit den Gegner ab und legt den Ball in den Korb.

Bei mobilen, wendigen Aufbau- und kleineren Flügelspielern ist das ein Bewegungsablauf, der immer wieder zu sehen ist. Dass der 2,01 Meter große Williamson das mit 129 Kilo Körpergewicht elegant und effektiv hinbekommt, ist besonders. Es ist davon auszugehen, dass er nur diese eine Saison am College und ab nächster Saison in der NBA spielt. Mit seinem Gewicht würde er direkt zu den schwersten Jungs der Liga gehören.

Zion Williamson dominiert den Bereich unterm Korb

Massig, schnell und athletisch: Mit diesem Paket beindruckt Williamson in dieser Saison viele Basketball-Fans und Experten. In bisher 29 Spielen für die Duke Blue Devils erzielt er im Schnitt 22 Punkte, neun Rebounds und zwei Assists. Die Wurfquote von 76 Prozent aus dem Feld ist dabei hervorzuheben. 76 Prozent sind für einen Flügelspieler spektakulär und werden, wenn überhaupt, dann eher nur von "Big Men" erreicht, die viele Bälle unter dem Korb fangen und sie dann dunken können.

Williamson trifft so effektiv, weil er den Bereich um den Korb dominiert. 73 Prozent seiner Abschlüsse finden in der Nähe des Rings statt. Mit guter Beinarbeit, präzisen Wurffinten und seinem bulligen Körper ist er dort kaum zu stoppen. Williamson hat die Masse eines kräftigen Centers und die Beweglichkeit eines mobilen Flügelspielers. Diese Beschreibung trifft in der NBA auf LeBron James zu, mit dem immer mehr Experten Williamson vergleichen.

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Riskieren College-Spieler ihre NBA-Karriere?

Ob er die NBA ähnlich dominieren kann, wie es James schon in seinen ersten Jahren getan hat, kann keiner voraussehen. Fakt ist, dass er durch seine besondere Athletik und sein Spielverständnis als einer der besten Draft-Picks seit James gilt.

Seine besondere Spielweise und mögliche Rolle in der NBA sorgen seit dem 20. Februar für eine intensive Diskussion. An dem Tag verletzte sich Williamson am Knie und musste mehrere Wochen pausieren. Als noch nicht klar war, wie schwer seine Verletzung sein würde, beschäftigten sich Fans, Experten und viele NBA-Spieler mit der Frage: Riskieren die besten Nachwuchstalente im Basketball ihre Karriere und damit umgerechnet viele Millionen Euro, wenn sie am College spielen?

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Junge Basketball-Talente bekommen am College kein Geld

College-Basketball boomt: Die Hallen sind voll, Tickets kosten teilweise mehrere tausend, die Fernsehrechte bringen umgerechnet mehrere Milliarden Euro. Von diesem Geld zahlen die Colleges Trainern oft Millionen-Gehälter und den Spielern: nichts.

College-Spieler sorgen für eine weltweite Show und bekommen statt Gehalt eine Wohnung und Bildung. LeBron James ist 2003 direkt aus der High School über den Draft in die NBA gekommen. Das geht seit einer Regeländerung nicht mehr. Wer in den USA die High School abschließt, muss ein Jahr warten, bis er sich für den Draft anmelden kann.

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Schlimme Verletzungen können Millionen-Verluste bedeuten

Wird Zion Williamson im Draft an erster Stelle ausgewählt, bekommt er für seinen ersten NBA-Vertrag garantiert um die 17 Millionen Euro, und wenn er sich nicht verletzt oder total enttäuscht, mehr als 35 Millionen Euro.

Angenommen, Williamson hätte sich das Kreuzband gerissen oder sogar noch schlimmer verletzt. Je später die Spieler im NBA-Draft von einem Team gewählt werden, desto weniger Gehalt bekommen sie. Auch wenn wir hier immer noch von hohen Summen sprechen: Ihm wären durch seine Verletzung im College viele Millionen Euro verlorengegangen. Im Worst Case hätte es auch sein Karrieende bedeuten können, bevor er das erste Mal richtig viel Geld verdient.

NBA-Spieler kritisieren College-Regel

Seit Jahren wird die Regel, dass junge Spieler nicht direkt nach der High School in die NBA gehen dürfen, heftig kritisiert. Die Verletzung von Williamson gibt Kritikern neue Argumente und setzt die NBA noch stärker unter Druck.

Schnelle Richtungswechsel und spektakuläre Dunks mit 129 Kilo Körpergewicht - die Spielweise von Williamson birgt ein potenziell höhreres Verletzungsrisiko. Deswegen lag mehrere Wochen die Frage in der Luft, ob Williamson die March Madness nicht mehr spielt, seinen Körper schont und sich auf die NBA konzentriert.

Das scheint für ihn aber nicht in Frage zu kommen. Das erste Spiel der Duke Blue Devils findet in der Nacht auf Samstag statt - mit Zion Williamson auf dem Parkett.

Stand: 22.03.2019, 08:40

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