Rekord - Isaac Bonga darf in der NBA als Starter ran

Isaac Bonga (r.) im Spiel gegen Dallas

Bei den Washington Wizards

Rekord - Isaac Bonga darf in der NBA als Starter ran

Von Robin Tillenburg

Isaac Bonga stand in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA zum Saisonstart von Beginn an für seine Washington Wizards auf dem Parkett. Damit ist er der jüngste deutsche "Starter" der NBA-Geschichte.

Dirk Nowitzki, Dennis Schröder, Detlef Schrempf - viele große Namen, tausende NBA-Einsätze, etliche als "Starter" von Beginn an, aber keiner war dabei jünger als Isaac Bonga. 19 Jahre und rund 300 Tage ist Bonga alt, als er in der Nacht zu Donnerstag (24.10.2019) von Wizards-Coach Scott Brooks in der Partie gegen die Dallas Mavericks von Beginn an aufs Parkett geschickt wird. Das hatte man eigentlich erst später in der Saison erwartet.

Starkes Debüt

Ganz so überraschend kam der Einsatz in der Startformation für Bonga nicht, Brooks hatte es tags zuvor bereits angekündigt. Zwar sind Superstar John Wall, sowie C.J. Miles, Isaiah Thomas und Troy Brown Jr., die auch anstelle von Bonga hätten zum Einsatz kommen können, allesamt momentan noch verletzt und "begünstigen" somit auch die Lage für den Deutschen, doch Brooks betonte, dass der Youngster sich den Einsatz durchaus verdient habe: "Er ist groß, er spielt immer hart, er ist ein Spieler, der dir beim Gewinnen hilft."

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Gegen die Mavericks reichte es beim 100:108 (48:62) erwartungsgemäß noch nicht zum Sieg - die Wizards werden ohne Wall und mit ihrem aktuellen Kader ohnehin eher am unteren Ende der Tabelle erwartet - doch Bonga wusste durchaus zu überzeugen. Neun Punkte, drei Rebounds, zwei Assists, ein Block bei nur einem Turnover. Für einen 19-Jährigen eine mehr als akzeptable Statline. Landsmann Moritz Wagner (22), der sich ebenfalls im zweiten NBA-Jahr befindet und dem man für diese Saison den Durchbruch zutraut, spielte "nur" 16 Minuten und kam von der Bank. Seine 13 Punkte und zwei Rebounds waren aber ebenfalls sehr ordentlich.

Bei den Wizards sind Fehler erlaubt

Dass Bonga, der vor der Weltmeisterschaft in diesem Sommer genau wie Wagner noch aus dem Kader der Nationalmannschaft gestrichen wurde, großes Talent besitzt und mit seinen 203 Zentimetern Körpergröße und gleichzeitig durchaus vorhandenen Spielmacher- und Defensivqualitäten irgendwann einmal für viele NBA-Teams interessant werden könnte, weiß man spätestens seit dem vergangenen Sommer. Niemand geringeres als die Los Angeles Lakers sicherten sich im Draft die Rechte an Bonga (und Wagner).

Weil die Lakers aber spätestens seit der Verpflichtung von LeBron James in jenem Sommer im "Win-Now-Modus" sind und keine Zeit hatten, einem damals noch 18-Jährigen im Team viel Spielzeit und Fehler zu erlauben, kam Bonga nur auf 22 Einsätze mit im Schnitt etwas über fünf Minuten und nicht ganz einem Punkt pro Partie.

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Um in Anthony Davis einen zweiten Superstar zu bekommen, setzten die Lakers aber alle Hebel in Bewegung und dem fielen dann auch Wagner und Bonga zum Opfer - sie landeten bei den Wizards. Das könnte sich, auch wenn es diese Saison wohl nicht für die Playoffs reichen wird, für die beiden deutschen Talente als Glücksfall entpuppen. Dort dürfen sie Fehler machen. Und gerade Bonga, der in seinen jungen Jahren zwar ein wirklich beeindruckend breites Arsenal an Fähigkeiten mitbringt, aber eben auch noch "roh" in vielen Aktionen wirkt, braucht die Erfahrung auf höchstem Niveau, um seine wirklich spannenden Ansätze optimal auszuarbeiten.

Extrem schnelle Weiterentwicklung

Dabei kommt ihm zugute, dass er von der Spielanlage her eher ein Aufbauspieler ist, aber mit seiner Physis auch auf dem Flügel eingesetzt werden kann. Wann immer bei den Wizards ein Spieler auf diesen Positionen fehlen wird, dürfte Bonga eine der ersten Ersatz-Alternativen sein - langfristig könnte das durchaus auf eine dauerhafte Beschäftigung als Starter hinauslaufen. Schon jetzt zeigt sich der gebürtige Neuwieder mit kongolesischen Wurzeln extrem verbessert im Vergleich zu seinem ersten NBA-Jahr. Vier seiner fünf Würfe gegen Dallas fanden ihr Ziel, in der gesamten Vorsaison waren es fünf von 33 Versuchen. Wenn seine Entwicklung weiter in diesem Tempo voranschreitet, ist vieles möglich. Auch Bundestrainer Henrik Rödl meinte schon: "Ihm gehört die Zukunft auf jeden Fall. Wie weit es ihn trägt, müssen wir sehen."

Stand: 24.10.2019, 10:51

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