NBA-Legende Kobe Bryant stirbt bei Hubschrauber-Absturz

Kobe Bryant

Tragödie in Kalifornien

NBA-Legende Kobe Bryant stirbt bei Hubschrauber-Absturz

Einer der größten Basketballer der NBA-Geschichte ist tot: Kobe Bryant starb am Sonntag bei einem Hubschrauber-Absturz nahe Los Angeles/USA. Bei der Tragödie kam auch Bryants 13 Jahre alte Tochter ums Leben. Die Zahl der Todesopfer wurde am späten Sonntagabend von offizieller Seite von fünf auf neun Personen nach oben korrigiert.

Bryant war mit seiner Tochter und offenbar sieben weiteren Passagieren laut Angaben mehreren US-Medien auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in dem Ort Calabasas unweit von Los Angeles. Nachdem zuerst von fünf Todesopfern die Rede war, wurde die Zahl der tödlich Verunglückten am späten Sonntagabend auf neun korrigiert. Der 41-Jährige war verheiratet und Vater von vier Töchtern.

Bei nebligem Wetter war die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 am Morgen (26.01.2020, Ortszeit) abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Dieses Feuer habe es den Rettungskräften erschwert, zum Unglücksort zu gelangen, berichtete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf einen Sprecher. Die Zeitung zitiert weitere Quellen, wonach der Hubschrauber in Orange County gestartet war, dem Wohnort Bryants im Südosten von Los Angeles. Calabasas liegt etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt.

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Trauer um die "Nummer 24"

Der ehemalige Spieler der LA Lakers gilt als einer der größten Basketballer der Sportgeschichte. Zahlreiche Fans versammelten sich noch am Vormittag vor dem Staples Center, der Heimat der Lakers, und trauerten um Bryant und legten Kränze nieder. In der Halle sollten am Abend die Grammys verliehen werden. Die San Antonio Spurs und Meister Toronto Raptors ehrten Bryant in ihrem Spiel, in dem sie die 24 für einen Angriff erlaubten Sekunden ohne Aktion herunterlaufen ließen. Bryants Rückennummer war die 24.

NBA-Legende Kobe Bryant stirbt bei Hubschrauber-Absturz

Sportschau 26.01.2020 00:57 Min. Verfügbar bis 26.01.2021 ARD Von Katharina Wilhelm

Bryant war einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Profis der Basketball-Geschichte. "Kobe bedeutet so viel für die Liga, für den Basketball weltweit", schwärmte auch die deutsche Legende Dirk Nowitzki, als Bryant seine Karriere im April 2016 nach 20 Jahren in der NBA beendete: "Er war der Michael Jordan unserer Generation."

Fünfmal Meister, MVP, Olympiasieger

Fünf Titel holte Bryant mit seinen Los Angeles Lakers, wurde 15-mal ins beste Team der NBA gewählt - keinem gelang dies häufiger. 81 Punkte erzielte der knapp zwei Meter große Shooting Guard einmal in einer Partie 2006. Seine 33.643 Zähler in regulären Saisonspielen werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen - letzterer zog erst am Samstag an Bryant auf Platz drei der Bestenliste vorbei.

2004 wurde ein Prozess gegen ihn wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer 19 Jahre alten Hotelangestellten eingestellt. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage fallen, nachdem die Frau nicht mehr am Prozess teilnehmen wollte. Bryant hatte stets gesagt, dass es mit ihrem Einverständnis zu sexuellen Handlungen gekommen sei.

Auch wenn Bryant gegen Ende seiner Laufbahn nicht mehr an seine Glanzzeiten anknüpfen konnte und mit LA immer wieder die Playoffs verpasste, gelang ihm doch ein hollywoodreifes Ende. Im Alter von 37 trumpfte er in seinem letzten Spiel noch einmal mit 60 Punkten auf und ließ sich im goldenen Konfettiregen von Stars wie Lakers-Edelfan Jack Nicholson, Jay-Z und David Beckham feiern.

NBA-Karriere ohne College

Bryant wuchs als Sohn des damaligen NBA-Spielers Joe Bryant auf und zog mit seiner Familie in seiner Kindheit und Jugend zeitweise nach Italien, als sein Vater dort aktiv war. Seine Eltern benannten ihn nach dem Kobe-Steak, das sie laut offizieller NBA-Biografie auf einer Speisekarte gesehen hatten. 1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem großen Talent, nachdem sie ein folgenreiches Tauschgeschäft mit den Charlotte Hornets einfädelten.

Schon früh in seiner Karriere nahm sich Bryant den besten Basketballer der Geschichte, Michael Jordan, als Maßstab, strebte mit unbändigem Ehrgeiz nach seiner Größe. An der Seite des imposanten Centers Shaquille O'Neal gewann Bryant von 2000 bis 2002 seine ersten drei NBA-Meisterschaften, sein Co-Star wurde jedoch jedes Mal als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet.

Seine Verabschiedung nach seinem letzten Spiel, als er mit Bezug auf seinen Spitzennamen die Worte "Mamba Out" sprach und das Hallenmikrofon niederlegte, erreichten ikonischen Status und wurden selbst vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama imitiert. Auch nach seiner sportlichen Karriere blieb Bryant erfolgreich. 2018 gewann er den Oscar in der Kategorie "Bester Animationskurzfilm" für sein Werk "Dear Basketball", in dem Bryant seine Liebe zu seinem Sport zum Ausdruck brachte.

Aufnahme in die Hall of Fame

Nach seinem Tod soll Sport-Ikone Kobe Bryant dieses Jahr in die Ruhmeshalle des Basketballs aufgenommen werden. "Kobe wird auf die Weise geehrt, wie es sein sollte", wurde der Präsident der Hall of Fame, Jerry Colangelo, von einem Reporter des Portals "The Athletic" am Montag zitiert. Spieler können drei Jahre nach ihrem Karriereende in die Ruhmeshalle aufgenommen werden.

Inzwischen setzen sich Fans und einzelne Profis dafür ein, dass das Logo der nordamerikanischen Profiliga NBA zu Ehren Bryants geändert wird. Bei der Plattform "change.org" unterzeichneten bis Montagabend (27.02.20) rund 350.000 Menschen eine entsprechende Petition.

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Das blau-rot-weiße Logo der National Basketball Association wird seit 1969 von einer Silhouette geziert, die laut des Designers dem damaligen Profi Jerry West nachempfunden ist.

dpa/sid/red | Stand: 27.01.2020, 20:03

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