NBA - Seit langem wieder Spannung im Titelkampf

LeBron James und Anthony Davis von den Los Angeles Lakers

Saisonstart

NBA - Seit langem wieder Spannung im Titelkampf

Von Lovis Binder

Die nordamerikanische Profiliga NBA startet in der Nacht zu Mittwoch (23.10.2019) in die neue Saison. Zum ersten Mal seit fünf Jahren gibt es mehrere Teams, die um den Titel mitspielen könnten. Mit Zion Williamson kommt ein neuer Spieler in die NBA, der schon jetzt als Superstar eingestuft wird.

In den vergangenen fünf Saisons haben die Golden State Warriors die NBA dominiert: Drei Titel gewonnen, zwei Final-Serien knapp verloren. Stephen Curry, Klay Thompson, Draymond Green und für drei Jahre Kevin Durant - viel mehr geht nicht. Jetzt ist Durant weg, Thompson länger verletzt und die NBA hat zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit keinen klaren Favoriten.

Die Free Agency im Juli hat die NBA verändert. Superstars und starke Rollenspieler haben die Teams gewechselt, die Warriors ihren Favoritenanspruch verloren. Je nachdem, wen man fragt, gibt es fünf oder sogar acht Teams, die um den Titel mitspielen können.

LeBron James und Anthony Davis machen die Lakers zum Favoriten

LeBron James ist mittlerweile 34 Jahre alt. Sein Körper hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass auch seine Leistungskurve anfängt, ganz langsam die Tendenz nach unten einzuschlagen. Trotzdem gehört er mit seiner Spielintelligenz, physischen Dominanz und Erfahrung zu den wenigen Spielern in der Liga, die ihr Team immer bis in die Finals bringen können.

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In der kommenden Saison hat LeBron James bei den Los Angeles Lakers einen Teamkollegen, der das Spiel der Lakers extrem verändern wird: Big Man Anthony Davis ist sowohl offensiv als auch defensiv einer der besten Spieler der Liga. Beide Spieler ergänzen sich perfekt. Richtig in Szene gesetzt, kann Davis unterm Korb niemand stoppen. Und genau das ist die große Stärke von James. Er bindet durch seine aggressiven Züge zum Korb mehrere Gegenspieler, schafft Freiräume und serviert seinen Mitspielern den Ball genau dort, wo sie ihn brauchen.

Defensives Super-Duo: Kawhi Leonard und Paul George

Neben den Lakers sind auch die Los Angeles Clippers Favorit auf den NBA-Titel. Die Clippers haben ihr eingespieltes und gut funktionierendes Team größtenteils zusammengehalten und es mit den beiden Stars Kawhi Leonard und Paul George ergänzt. Beide Spieler sind offensiv extrem variabel und gehören auf dem Flügel zu den besten Verteidigern der Liga.

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Bei beiden Teams aus Los Angeles gilt: Auf dem Papier gehören sie zu den klaren Favoriten auf den Titel. Aber die vergangenen Jahre haben immer wieder gezeigt, dass mehrere Stars in einem Team nicht automatisch Erfolg bedeuten. Mindestens genauso wichtig sind die Rollenspieler, das Teamgefüge und der Trainer.

Antetokounmpo und Jokic müssen den nächsten Schritt gehen

Im Gegensatz zu den Lakers und Clippers setzen die Milwaukee Bucks und die Denver Nuggets auf Kontinuität. Die Bucks sind vergangene Saison Erster im Osten, die Nuggets Zweiter im Westen geworden. Beide Teams sind im Kern gleich geblieben und setzen vor allem darauf, dass sich ihre Stars Giannis Antetokounmpo und Nikola Jokic noch einen Schritt weiterentwickeln.

Bei den Bucks hängt alles von Antetokounmpo, MVP der Vorsaison, ab. Mit seinem extrem physischen Spiel dominiert er die Liga. Aber er musste in den vergangenen Jahren feststellen, dass er gegen die besten Verteidigungen in den Playoffs Probleme bekommt. Schafft er es, seinen Wurf aus der Bewegung zu optimieren und schneller reagieren zu können, wenn ihn zwei oder drei Gegenspieler gleichzeitig verteidigen, könnten die Bucks den entscheidenden Schritt Richtung Titel gehen.

Mehrere Teams könnten für eine Überraschung sorgen

Das Bemerkenswerte an dieser Saison ist: Es gibt noch mehr Teams, die mit ein bisschen Glück, ohne Verletzungspech und einem guten Lauf am Ende ganz oben stehen könnten. Die Utah Jazz haben ihre unflexible Offensive mit Mike Conley und Bojan Bogdanovic deutlich verbessert. Die Philadelphia 76ers stellen eine der größten Starting Five der NBA-Geschichte, die viel Potenzial hat.

Bei den Houston Rockets gehen die Meinungen auseinander. Das Duo James Harden und Russell Westbrook hat sehr viel Potential – es könnte aber auch sein, dass beide Spieler zu ähnlich sind und sich gegenseitig ihre Stärken nehmen. Und auch die Portland Trail Blazers dürfen sich Außenseiterchancen ausrechnen. Nach den Conference Finals vergangene Saison hat sich das Team punktuell verstärkt und könnte für eine Überraschung sorgen.

Zion Williamson sorgt für Highlights in der Preseason

Die NBA-Saison wird auch allen Fans Spaß machen, die nicht speziell einem Team die Daumen drücken. Die Nummer 1 aus dem NBA-Draft, Zion Williamson, hat in den bisherigen Testspielen gezeigt, dass seine besondere Spielweise auch in der NBA Erfolg haben kann.

130 Kilo schwer, enorme Sprungkraft und Spielintelligenz: Zion Willamson könnte zu den wenigen Rookies der Geschichte gehören, die direkt in ihrer ersten Saison 25 Punkte pro Spiel erzielen. Auf Grund einer Knieverletzung wird Williamson sein Debüt erst ein paar Wochen nach dem Saisonstart feiern. Los geht es in der Nacht zu Mittwoch mit den Spielen Raptors-Pelicans und Clippers-Lakers.

Stand: 21.10.2019, 08:41

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