Trauer um Kobe Bryant - "Die Welt hat einen Helden verloren"

Kobe Bryant auf dem Videowürfel des Madison Square Gardens

Tragödie in Kalifornien

Trauer um Kobe Bryant - "Die Welt hat einen Helden verloren"

Amerikas Sportwelt trauert um einen ihrer allergrößten Stars - und mit ihr Prominente und Basketball-Fans in aller Welt. Der Unfalltod von Basketball-Legende Kobe Bryant ist mit ungläubigem Entsetzen aufgenommen worden.

Der ehemalige Superstar der Los Angeles Lakers kam am Sonntag (26.01.2020) bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien ums Leben - zusammen mit seiner 13 Jahre alten Tochter Gianna und sieben weiteren Helikopter-Insassen. Binnen kürzester Zeit waren die sozialen Medien voll mit Huldigungen zu Ehren Bryants und Mitleidsbekundungen an die Hinterbliebenen. Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, bestätigte am Sonntagmittag (Ortszeit) das Helikopter-Unglück und sprach Bryants Familie im Namen der gesamten Stadt sein Beileid aus: "Kobe wird für immer im Herzen von Los Angeles weiterleben, und man wird sich durch alle Zeiten an ihn erinnern als einen unserer größten Helden."

Bryant war mit seiner Tochter und weiteren Passagieren laut Angaben mehreren US-Medien auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in dem Ort Calabasas unweit von Los Angeles gewesen.

NBA-Teams huldigen Bryant

Unter dem Eindruck das tragischen Tods von Kobe Bryant haben Spieler und Zuschauer bei den Sonntagsspielen der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA dem ehemaligen Superstar ihre Ehre erwiesen. Bei nahezu jeder Begegnung provozierten die Mannschaften zu Beginn der Partie eine Strafe, indem sie das Ablaufen der Wurfuhr in Kauf nahmen.

In der NBA bleiben für jeden Angriff 24 Sekunden Zeit - die "24" war neben der "8" lange Jahre die Rückennummer von Bryant. Dirk Nowitzkis ehemaliger Klub Dallas Mavericks teilte am Sonntag mit, er wolle die Rückennnummer 24 in Gedenken an Bryant nicht mehr vergeben.

Nowitzki "hart getroffen"

Die NBA würdigte den mit 41 Jahren aus dem Leben gerissenen Modellathleten zudem als "einen der außergewöhnlichsten Spieler" der Basketball-Geschichte. Die NBA-Familie sei "am Boden zerstört", erklärte Liga-Commissioner Adam Silver. "Das sind schreckliche Nachrichten", schrieb US-Präsident Donald Trump auf Twitter. Bryant sei "einer der wahrhaft größten Basketballer aller Zeiten gewesen, sein Leben hatte gerade erst begonnen". Der Tod von Gianna, einer seiner vier Töchter, mache die Tragödie noch niederschmetternder.

Auch Trumps Amtsvorgänger Barack Obama und Bill Clinton zeigten sich fassungslos, kondolierten Bryants Ehefrau Vanessa und ihren Kindern. Nicht nur nach Statistiken war Bryant - Spitzname "Black Mamba" - einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Profis der Basketball-Geschichte.

Dirk Nowitzki hat sich vom Tod Kobe Bryants "wirklich hart getroffen" gezeigt. "Du hast so viele auf der Welt inspiriert, mich eingeschlossen", so der deutsche Basketball-Superstar, der seinen Beileidstweet mit "Mamba" überschrieb. "Du wirst immer vermisst werden. Du wirst immer in Erinnerung bleiben. Du wirst immer geliebt werden. Ruhe in Frieden mit deinem Engel Gigi", schrieb der 41-jährige Nowitzki und brachte sein Beileid für Bryants Familie zum Ausdruck.

Ronaldo: "Eine wahre Legende"

Fans trauern um Kobe Bryant

Ein Fan trauert um Kobe Bryant.

Während in der Nähe der Absturzstelle und vor dem Staples Center, der Heimspielstätte der LA Lakers, weinende Menschen zusammenströmten, brachten viele Prominente ihre Trauer im Netz zum Ausdruck. "Kobe Bryant war einer der großartigsten Athleten und solch eine Inspiration für so viele, auch mich", schrieb Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton auf Twitter - und sprach damit vielen aus der Seele.

"Ich bin heute morgen aufgewacht mit der schrecklichen Nachricht des tragischen Tods eines der größten Sportler der Welt", twitterte der Tennis-Weltranglistenerste Rafael Nadal: "Ich bin schockiert."

"Mein Herz trauert wahrlich bei dieser Nachricht. Kobe war ein großer Mentor und Freund von mir. Du und deine Tochter werdet für immer in unseren Herzen weiter leben", schrieb Novak Djokovic auf Twitter. Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo würdigte Bryant als "eine wahre Legende".

"Air" Jordan verliert einen "Bruder"

"Ich habe Kobe geliebt - er war wie ein Bruder für mich", ließ Michael Jordan, der vielleicht größte Basketballer der Geschichte und Bryants großes Vorbild, über seine Sprecherin ausrichten: "Worte können den Schmerz nicht ausdrücken, den ich fühle." Bryant agierte auf der gleichen Position wie Jordan, versuchte ihm im Spielstil und seinen Erfolgen nachzueifern.

Mit fünf gewonnenen NBA-Titeln für die Lakers blieb er nur eine Meisterschaft unter Jordans Marke. Auch seine früheren Lakers-Weggefährten Shaquille O'Neal und Earvin "Magic" Johnson rangen um Worte, um das Vermächtnis Bryants auszudrücken. "Unwirklich. Kobe tot mit 41", schrieb der frühere deutsche NBA-Profi Detlef Schrempf auf Twitter.

Bryant wurde 15-mal ins All-Star-Team der NBA gewählt - keinem gelang dies häufiger. 81 Punkte erzielte der knapp zwei Meter große Shooting Guard einmal in einer Partie 2006. Seine 33.643 Zähler in regulären Saisonspielen werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen - letzterer zog erst am Samstag (Ortszeit) an Bryant auf Platz drei der Bestenliste vorbei.

Bryants Tod steht bei Grammy Awards im Vordergrund

Auch bei den Grammy-Awards, die am Sonntagabend (Ortszeit) ausgerechnet im Staples Center verliehen wurden, stand Bryants Tod im Vordergrund. "Heute haben Los Angeles, Amerika und die Welt einen Helden verloren. Wir stehen hier, und unsere Herzen sind gebrochen, im Haus, das Kobe erschaffen hat", sagte Moderatorin Alicia Keys zu Beginn der Show.

Musik-Superstar Taylor Swift schrieb auf Twitter: "Mein Herz liegt in Stücken, seit ich von dieser unvorstellbaren Tragödie gehört habe." Schauspieler Leonardo DiCaprio schloss sich den Huldigungen an: '"Kobe war überlebensgroß, eine Legende."

Die Ursache des Hubschrauberabsturzes ist noch ungeklärt.

NBA-Legende Kobe Bryant stirbt bei Hubschrauber-Absturz

Sportschau 26.01.2020 00:57 Min. Verfügbar bis 26.01.2021 ARD Von Katharina Wilhelm

dpa/sid/red | Stand: 27.01.2020, 07:46

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