Die Antetokounmpo-Saga in der NBA

Kostas (l.) und Giannis Antetokounmpo (r.)

Brüder des "Greek Freak"

Die Antetokounmpo-Saga in der NBA

Die Los Angeles Lakers haben Kostas Antetokounmpo unter Vertrag genommen, den jüngeren Bruder von Superstar und MVP Giannis. Künftig spielen damit drei Antetokounmpo-Brüder in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA.

Wenn ein Klub in der NBA einen 21 Jahre alten, griechischen Nationalspieler unter Vertrag nimmt, ist dies in den US-Kanälen eher nur eine Randnotiz. Vor allem in diesem Sommer, voll mit spektakulären Blockbuster-Transfers.

Beim Griechen Kostas Antetokounmpo ist die Aufmerksamkeit dennoch eine andere. Zum einen ist er nicht zu irgendeinem Klub gewechselt, sondern zu den berühmten Los Angeles Lakers, die sich gerade ein neues Superteam zusammenbasteln. Vor allem aber ist Kostas der jüngere Bruder von Superstar Giannis Antetokounmpo: der wertvollste Spieler der abgelaufenen Saison und Superstar der Milwaukee Bucks.

Drei Antetokounmpo-Brüder in der NBA

Der "Greek Freak", wie er aufgrund seiner spektakulären Athletik und Spielweise genannt wird, führte die Bucks bis ins Finale der Eastern Conference. Giannis älterer Bruder Thanasis, bislang in der Heimat bei Panathinaikos unter Vertrag, wechselte vor kurzem ebenfalls nach Milwaukee - damit spielen in der kommenden Saison drei Antetokounmpo-Brüder in der NBA.

Schwierige Jugend in Athen

Die Geschichte der Familie ist von den US-Medien ausgiebig beleuchtet worden, seit Giannis Antetokounmpos Aufstieg vom nigerianischen Einwanderersohn, aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen im Athener Stadtteil Sepolia, zum Superstar und Basketball-Millionär. Eine echte Cinderella-Story, wie sie die Amerikaner lieben: Die Familie hatte 200 Euro zum Leben im Monat, erzählte Giannis Anfang des Jahres in einer NBA-Doku. Der junge Giannis verkaufte als fliegender Händler Uhren und Sonnenbrillen. Weil ihr Aufenthaltsstatus lange nicht gesichert war, lebten sie in Angst vor den griechischen Behörden - und auch vor rassistischen Anfeindungen auf den Straßen Athens.

In ihrer Freizeit spielten die Jungs Fußball - bis sie von einem Trainer des Basketballklubs Filathlitikos entdeckt wurden, der sofort ihr Talent und die körperlichen Anlagen erkannte. Er nahm die schlaksigen Jungs in seine Obhut und päppelte sie auch körperlich auf, der Besitzer eines nahegelegenen Cafés versorgte sie mit belegten Brötchen. Der Klub vermittelte auch den Eltern Arbeit und ein neues Zuhause.

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Trainingshalle als zweites Zuhause

Antetokounmpos griechischer Agent erzählte, wie Giannis und sein jüngerer Bruder Kostas jeden Tag die fünf Kilometer zum Training zu Fuß liefen. Oft wurde zweimal am Tag trainiert, dann legten sich die Jungs zwischen den Einheiten in eine Ecke der Turnhalle und schliefen, ausgelaugt vom Training und vom Fußmarsch durch die Stadt. Das Trainingszentrum von Filathlitikos wurde zu einem zweiten Zuhause für ihn und seinen Bruder, erzählte Giannis in der TV-Doku.

Nun treffen sich beide in der US-amerikanischen Millionenliga wieder. Kostas erhält bei den Lakers zwar nur einen sogenannten Two-way-contract, das bedeutet, dass er nur eine begrenzte Zahl von Einsätzen in der NBA bekommt und die meiste Zeit beim Farmteam der Lakers in der G-League spielt. Dennoch entfachte die Verpflichtung sofort Spekulationen, ob es Giannis in zwei Jahren, wenn sein Vertrag bei den Bucks ausläuft und die Verhandlungen über einen neuen Monster-Deal anstehen, womöglich zu den Lakers ziehen könnte, zu seinem jüngeren Brüder. Andererseits hat der MVP bei den Bucks ja künftig auch seinen älteren Bruder Thanasis an seiner Seite. Alle drei stehen schließlich auch im Aufgebot der griechischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft ab Ende August.

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Vierter Antetokounmpo-Bruder hat NBA im Visier

Und mit Alex, dem jüngsten Bruder des Clans, hofft ein weiteres Talent aus der Familie auf eine mögliche Karriere in der NBA. Der 17-Jährige ist schon eine feste Größe in seiner Highschoolmannschaft in Milwaukee, mit seinem berühmten Bruder Giannis als Mentor. Die sportlichen Anlagen haben sie wohl alle vom Vater geerbt, der früher in Lagos selbst Fußballprofi war. Den bemerkenswerten Erfolg seiner Söhne konnte Charles Antetokounmpo allerdings nur zum Teil miterleben, er verstarb 2017 an einem Herzinfarkt. Die Familiensaga werden aber seine Söhne weiterschreiben.

red/mixa | Stand: 23.07.2019, 12:45

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