Basketball-WM: Die "Unterschiedsspieler"

Griechenlands Giannis Antetokounmpo in Aktion.

Weltmeisterschaft in China

Basketball-WM: Die "Unterschiedsspieler"

Von Robin Tillenburg

Bei der Basketball-WM in China gibt es einige Spieler, die für ihr Team den vielzitierten Unterschied ausmachen können. Sportschau.de stellt eine Auswahl von ihnen vor.

Wer sonst als der MVP (wertvollste Spieler) der NBA könnte der größte Star bei einer Basketball-WM sein? Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks will unter anderem mit seinem Bruder Thanasis die Griechen möglichst weit nach vorn führen. Mit seiner Physis dürfte der "Greek Freak" auch in den Turnier-Highlightvideos auftauchen.

Jokic macht Serbien zum Titelfavoriten

Wenn Antetokounmpo nicht wäre, wäre Serbiens Nikola Jokic wahrscheinlich der größte (europäische) Star bei diesem Turnier. Der Center der Denver Nuggets ist frischgebackener NBA-All-Star und ein echtes Phänomen: Obwohl Jokic mit seinen 2,13 Metern und mehr als 110 Kilogramm durchaus zu den "Big Men" gehört, spielt er häufig Pässe, die nur eine Handvoll Guards auf der Welt so hinbekommen. Bei ihm muss man oft zweimal hinschauen, um zu erkennen, wie er diesen oder jenen Assist an den Mann gebracht hat - während Jokic überhaupt nicht hinschaut. Auch dank ihm sind die Serben einer der Titelfavoriten.

Normalerweise ist das Attribut "der Ewige" auch eine Art Abgesang auf einen Spieler, der früher starke Leistungen gebracht hat. Im Falle von Italiens Marco Belinelli ist das aber nicht so. Der Scharfschütze der San Antonio Spurs ist mit 33 Jahren immer noch brandgefährlich. Auch wenn man spektakuläre Highlights wie seinen Dunk im Turnier 2006 über den US-Spieler Carmelo Anthony eher nicht sehen wird, muss sich jeder Gegner der Italiener auf ihn besonders einstellen. Auch wenn Danilo Gallinari in der NBA aktuell die größere Rolle spielt, ist Belinelli im Nationalteam das Gesicht der Mannschaft.

Wenn's eng wird, macht es Llull

Spaniens Sergio Llull in Aktion.

In Gruppe C ist Spanien der klare Favorit. Das liegt an NBA-Akteuren wie Ricky Rubio, Marc Gasol oder den Hernangomez-Brüdern, aber eben auch an den in Europa aktiven Spielern wie Sergio Llull. Der Guard ist mit 31 Jahren extrem erfahren, wurde 2017 zum MVP der spanischen Liga ACB gewählt und ist einer der Köpfe des mit Topspielern gespickten Teams. Das wird nochmal dadurch unterstrichen, dass gerade in der Schlussphase enger Spiele oftmals der Ball in seine Hände wandert.

Argentiniens Point Guard Nicolas Laprovittola (29) könnte ein wichtiger Faktor werden. In der abgelaufenen Saison der spanischen ACB trat Laprovittola für sein Team Divina Seguros Joventut allerdings in große Fußstapfen. Nachdem in den Jahren 2016/17 und 2017/18 jeweils in Llull und Luka Doncic große Namen den Titel des MVP verliehen bekamen, erhielt diesmal der Argentinier die prestigeträchtige Auszeichnung. Das wurde prompt mit einem Angebot von Europas Spitzenteam Real Madrid belohnt.

Das Team USA gilt, weil viele Superstars nicht dabei sind, als eines der schwächeren der vergangenen Jahrzehnte. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass etliche spektakuläre Spieler im Aufgebot von Gregg Popovich stehen. Donovan Mitchell ist einer von ihnen. Der 22-Jährige von den Utah Jazz ist mit seinen Dunks, seiner Explosivität und seinem breiten Repertoire, mit dem er sich immer wieder eigene Würfe kreieren kann, ein "Superstar-to-be". Gleiches gilt für den sogar noch etwas jüngeren Jayson Tatum (21, Boston Celtics).

Cedi Osman wird immer besser

Türkeis Cedi Osman (l.) im Zweikampf gegen Darquams Tuker (r.) von Jordanien.

Cedi Osman war in einer ganz schlechten NBA-Saison der Cleveland Cavaliers einer der wenigen Gewinner. Der 24-Jährige stand in 75 seiner 76 Spiele von Beginn an auf dem Court, lieferte dabei im Schnitt 13 Punkte, knapp fünf Rebounds und 2,6 Assists. Der MVP der U-20-EM 2014, die er mit den türkischen Junioren gewann, hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und trägt bei den Türken gemeinsam mit Youngster Furkan Korkmaz (22, Philadelphia 76ers) die Hoffnungen der Mannschaft auf eine glorreiche Zukunft.

Der Star des deutschen Teams ist Spielmacher Dennis Schröder. Der Point Guard, der bei den Oklahoma City Thunder unter Vertrag steht, soll die Mannschaft führen, mit seinen schnellen Antritten aber auch immer wieder selbst Gefahr ausstrahlen und dann seine Kollegen mit Pässen in Szene setzen.

Wer gegen Frankreich in die Zone zieht, der sollte eine Taschenlampe mitbringen. Es dürfte für viele Angreifer nämlich sehr schnell sehr dunkel werden. Unter dem Korb wartet Rudy Gobert, der sonst bei den Utah Jazz spielt. Der zuletzt zweifache NBA Defensive Player of the Year hält den Laden bei "Les Bleus" zusammen und ist auch in der Offense als stets anspielbarer "Funkturm", Rebounder und Block-Steller ein echter Faktor, der die Franzosen zu einem der unangenehmsten Gegner macht.

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Stand: 29.08.2019, 08:00

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