WM-Desaster - Deutsche Basketballer suchen nach Erklärungen

Danilo Barthel

WM in China

WM-Desaster - Deutsche Basketballer suchen nach Erklärungen

Nach dem vorzeitgen Ausscheiden bei der WM in China suchen die deutschen Basketballer nach Erklärungen. Anführer Dennis Schröder bemängelte die fehlende Geschlossenheit im Team, schloss aber einen Rücktritt aus.

Desaster, Blamage - die Schlagzeilen auf den Sport-Seiten nach dem vorzeitigen WM-Scheitern der deutschen Basketballer erinnerten stark an den Sommer 2018, an das klägliche Ausscheiden der Fußball-Nationalmannschaft in Moskau. Sicher, die deutschen Basketballer waren nicht als Weltmeister und Titelverteidiger in China angetreten. Aber eben auch mit einer vielversprechenden, talentierten Auswahl und großen Ambitionen wie noch nie bei einem großen Turnier. Man wähnte sich auf Augenhöhe mit den großen Nationen, manche sahen die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) sogar als potenziellen Medaillenanwärter.

DBB stärkt Bundestrainer Rödl den Rücken

Doch das Team um NBA-Spielmacher Dennis Schröder bekam schon in der Vorrunde schmerzhaft die Grenzen gezeigt, von der Dominikanischen Republik - einem Team, dessen Topscorer Victor Liz zuletzt bei Leones de Ponce in der puerto-ricanischen Liga unter Vertrag stand. Vieles wird nun in Frage gestellt werden beim DBB-Team - die wichtigste Frage überhaupt hatte Verbandschef Ingo Weiss gleich nach dem Spiel beantwortet, als er dem Bundestrainer Henrik Rödl, verantwortlich für die erfolgreiche Aufbauarbeit mit der ersten Qualifikation für eine WM seit 2010, eine Jobgarantie gab.

DBB-Anführer Schröder: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen"

Sportschau 04.09.2019 02:27 Min. Verfügbar bis 04.09.2020 ARD Von WDR-Reporterin Kerstin von Kalckreuth

Doch der Fokus richtete sich auch auf den hochgelobten Anführer Schröder und dessen Zukunft im Nationalteam. Schröder versicherte, dass ein Rücktritt für ihn kein Thema sei. "Ich werde jetzt nicht, weil wir bis jetzt noch kein erfolgreiches Turnier gespielt haben, sagen, dass ich nicht mehr dabei bin. Dafür bin ich ein zu großer Kämpfer", sagte der 25 Jahre alte NBA-Profi einen Tag nach der 68:70-Niederlage gegen die Dominikanische Republik und schwor das Team auf die weiteren Aufgaben ein.

Schröder nach dem WM-Aus: "Ich nehm das auf mich" Sportschau 04.09.2019 02:17 Min. Verfügbar bis 04.09.2020 Das Erste

Mit Siegen im letzten Vorrundenspiel in Shenzhen gegen Jordanien am Donnerstag (10.30 Uhr) und in den Platzierungsspielen gegen den Senegal und Kanada in Shanghai würde die DBB-Auswahl zumindest das Minimalziel erreichen, einen Platz bei einem Olympia-Qualifikationsturnier im kommenden Jahr. "Wir müssen auf jeden Fall einen Weg finden, damit wir alle noch einmal an einem Strang ziehen und jetzt wenigstens die Aufgabe erfolgreich lösen."

Barthel: "Zu sehr auf Dennis verlassen"

Schröder übernahm die Verantwortung für das Scheitern. "Ich nehme das in erster Linie auf mich, ich bin ja der Leader der Mannschaft. Da habe ich gar kein Problem mit", sagte er, nahm aber auch die Mitspieler in die Verantwortung und bemängelte die fehlende Geschlossenheit im Team. "Die Gegner hatten mehr Energie als wir. Ihre Bank habe ich gesehen, die waren immer happy füreinander, wir haben das leider nicht so getan." Münchens Danilo Barthel bestätigte dies gegenüber dem WDR: "Wir haben uns alle etwas zu sehr auf Dennis verlassen."

Die Teamchemie sei zwar grundsätzlich gut gewesen, betonte Schröder. "Aber im Spiel war es anders, da hat jeder mit sich selber gekämpft, warum er nicht so viel spielt. Es war anders in den Spielen bei der WM, das war halt schade."

Bayern-Sportdirektor Pesic kritisiert deutsche Basketballer

Sportschau 04.09.2019 04:38 Min. Verfügbar bis 04.09.2020 ARD Von BR-Reporter Matthias Dänzer-Vanotti

Schröder: "Alle müssen mitziehen"

Schröder deutete zumindest atmosphärische Störungen im Team an und knüpfte das Fortsetzen seiner Karriere im DBB-Team auch an die weitere Entwicklung: "Wir haben sehr viel Potenzial und können in Zukunft viel erreichen. Aber da müssen natürlich auch alle mitziehen. Solange auch alle mitziehen, bin ich dabei, keine Frage."

Riesen-Enttäuschung für deutsche Basketballer Morgenmagazin 04.09.2019 01:33 Min. Verfügbar bis 04.09.2020 Das Erste

dpa/sid | Stand: 04.09.2019, 10:00

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