Basketball-WM: USA scheitern an Frankreich

Der Amerikaner Khris Middleton (l.) und der Franzose Andrew Albicy im Kampf um den Ball

Weltmeisterschaft in China

Basketball-WM: USA scheitern an Frankreich

Historisches Aus für das Team USA: Erstmals seit dem Heimturnier 2002 ist die Basketball-Supermacht wieder im Viertelfinale einer WM gescheitert und hat damit ihre Chance auf den ersten Titel-Hattrick der Geschichte verspielt. Im Halbfinale steht dagegen Australien.

In Dongguan/China musste sich der Weltmeister am Mittwoch (11.09.2019) nach einer insgesamt enttäuschenden Vorstellung Frankreich mit 79:89 (39:45) geschlagen geben. Es ist die erste WM-Niederlage seit 2006, als die Amerikaner im Halbfinale an Griechenland gescheitert waren. Die Franzosen spielen nun am Freitag (14.00 Uhr) in Peking gegen Argentinien um den Finaleinzug, den USA bleibt dagegen nun nur noch der Vergleich um die Plätze fünf bis acht.

Fast nichts von der Dreierlinie

"Jede Niederlage tut weh, in dieser Situation noch etwas mehr. Aber das Leben geht weiter", sagte US-Coach Gregg Popovich. Der Cheftrainer der San Antonio Spurs verneigte sich vor seinem Gegenüber Vincent Collet. "Der Trainer und sein Team haben einen außergewöhnlich guten Job gemacht. Das ist die beste französische Mannschaft, die ich jemals gesehen habe."

Gegen die körperlich robusten Franzosen, die das deutsche Team zum Vorrundenauftakt bezwungen hatten, taten sich die Amerikaner in der ersten Hälfte sehr schwer. Von der Dreierlinie fiel fast nichts, bei den Rebounds dominierte der Gegner. Außerdem konnte der Titelverteidiger Rudy Gobert (Utah Jazz) unter dem Korb und Distanzschütze Evan Fournier (Orlando Magic) überhaupt nicht stoppen. Erst Ende des dritten Viertels fand der Favorit seinen Spielrhythmus, angeführt von Donovan Mitchell (Utah Jazz) verkürzte das Team USA den Rückstand zusehends und glich schließlich aus (60:60/28. Minute).

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Walker verpasst den Anschluss

Defensiv und offensiv steigerte sich das Team von Popovich, der erneut wegen einer Knöchelverletzung ohne Jayson Tatum (Boston Celtics) auskommen musste. Dessen Klubkollege Kemba Walker blieb allerdings weiter blass. Die nach zahlreichen Absagen ohne eine Reihe von NBA-Superstars angetretenen Amerikaner hatten das Spiel jetzt besser unter Kontrolle, Frankreich ließ sich aber nicht abschütteln - im Gegenteil.

Frank Ntilikina (New York Knicks) brachte den Europameister von 2013 in der Schlussphase auf 82:76 (38.) nach vorn. Walker verpasste es in der Schlussminute, mit zwei vergebenen Freiwürfen zu verkürzen. Die Franzosen machten auf der anderen Seite von der Linie alles klar. Nando de Colo stellte den Endstand her. Topscorer der Franzosen waren Fournier (22 Punkte) und Gobert (21), beim US-Team war Mitchell (29) der mit Abstand beste Werfer.

Australien komplettiert Halbfinale

Australien hingegen steht erstmals in einem WM-Halbfinale. Die Australier, deren bislang bestes Endrundenergebnis Platz 5 im Jahr 1982 war, setzten sich im letzten Viertelfinale gegen WM-Neuling Tschechien mit 82:70 (33:30) durch. Im Halbfinale trifft Australien auf Spanien.

sid/dpa | Stand: 11.09.2019, 18:10

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