WM-Quali: Deutsche Basketballer verpassen Gruppensieg

 Griechenlands Giannoulis Larentzakis (M) kämpft mit Deutschlands Christian Sengfelder (l) und Maodo Lo (r) um den Ball

WM-Qualifikation

WM-Quali: Deutsche Basketballer verpassen Gruppensieg

Die deutschen Basketballer haben in der WM-Qualifikation das "Gipfeltreffen" gegen Griechenland verloren und damit den Gruppensieg nicht geschafft.

Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl verlor am Sonntagabend (24.02.2019) gegen Griechenland mit 63:69 (34:33), der Sprung auf den ersten Rang glückte nicht mehr. Die Topplatzierung in der Gruppe hätte eine noch bessere Ausgangsposition vor der Auslosung für die WM in China (31. August bis 15. September) bedeutet.

"Es war das erwartete physische Spiel. In diesen Fenstern wird selten gezaubert", sagte Rödl und kritisierte die vielen Ballverluste: "Das darf uns nicht passieren." Der Fokus richte sich nun auf den Saisonhöhepunkt im Sommer: "Jetzt ist sehr viel Zeit vor der Weltmeisterschaft. Wir werden uns so gut wie möglich vorbereiten."

Beide Vergleiche verloren

Andreas Obst (12 Punkte) und Ismet Akpinar (10) avancierten vor mehr als 5.000 Zuschauern in Bamberg zu den besten Werfern der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB), die in beiden Duellen mit den Hellenen den Kürzeren zog. Das Hinspiel hatten die bereits seit September für die WM qualifizierten Deutschen mit 84:92 verloren. Die Qualifikation schlossen sie mit neun Siegen aus zwölf Partien als Zweiter ab.

Leistungsträger Zipser verletzt

Drei Tage nach der 77:81-Niederlage in Israel mischte Rödl sein Personal kräftig durch. Mit Flügelspieler Paul Zipser fehlte ein Leistungsträger, seine Knöchelblessur aus dem Spiel in Tel Aviv hatte sich aber immerhin nicht als schwerwiegend herausgestellt. Auch die NBA-Profis um Dennis Schröder waren nicht dabei, wie geplant streiften die Euroleague-Spieler Danilo Barthel und Maodo Lo (beide Bayern München) das Deutschland-Trikot über.

Deutsche Basketballer verlieren in Israel Morgenmagazin 22.02.2019 01:35 Min. Verfügbar bis 22.02.2020 Das Erste

Defensiv geprägtes Duell

Barthel zählte zur ersten Fünf, die etwas fahrig begann. Würfe aus vermeintlich guten Postionen verfehlten ihr Ziel, das deutsche Team suchte wie die ebenfalls noch fehlerhaften Griechen nach der Sicherheit beim Dreier. Der Ex-Bamberger Lo traf bei seinem ersten Nationalmannschaftseinsatz seit der EM 2017 kurz vor der ersten Viertelpause zum 16:15 (10.).

Rödl feuerte seine Mannschaft von der Seitenlinie aus an und Obst lieferte zwei Dreier in Folge ab zum 28:24 (18.). Doch es blieb bis zur Halbzeitpause ein von der Defensive geprägtes Duell gegen die Griechen, die ohne ihren routinierten Center Ioannis Bourousis angetreten waren.

Rödl: "Hausaufgaben machen"

Deutschland lag im dritten Viertel fast permanent vorne, konnte sich aber nicht absetzen und so zogen die Griechen wieder vorbei. Knapp sieben Minuten vor dem Ende nahm Rödl eine Auszeit, Griechenland war acht Punkte enteilt. "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen", forderte der Bundestrainer.

Die Spieler reagierten, kurzzeitig gelang den Gastgebern in der Schlussphase eine Führung (60:59/37. Minute). Doch die Griechen ließen sich davon überhaupt nicht beeindrucken und gewannen am Ende verdient.

Kobe Bryant spielt Losfee

Rödls Blick geht nun am 16. März auf die Hände von Basketball-Ikone Kobe Bryant, der in Shenzhen die Lose ziehen wird. Zugleich beginnt mit dem Ende der Qualifikation die schwere Auslese des Turnierkaders. Die sechs Kandidaten aus der NBA haben alle ihr Interesse bekundet, gesetzt sind aber nur Schröder (Oklahoma City Thunder), Maximilian Kleber (Dallas Mavericks) und Daniel Theis (Boston Celtics). Mehrere Stützen aus der Quali könnten somit ohne Ticket für China bleiben.

sid/dpa | Stand: 24.02.2019, 20:23

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