Basketball-WM - Spanien und Argentinien spielen um Gold

Sergio Llull jubelt

Basketball-Weltmeisterschaft in China

Basketball-WM - Spanien und Argentinien spielen um Gold

Spanien und Argentinien spielen in China um ihr zweites WM-Gold im Basketball, Weltmeister-Besieger Frankreich schaut in die Röhre.

Im Halbfinale am Freitag (13.09.2019) gewannen die Spanier dank großer Ausdauer und NBA-Champion Marc Gasol nach zweimaliger Verlängerung 95:88 (80:80, 71:71, 32:37) gegen Australien. Die Argentinier setzten sich nach ihrem Viertelfinalsieg über den Vizeweltmeister Serbien in Peking mit 80:66 (39:32) gegen Frankreich durch, das zuvor Titelverteidiger USA ausgeschaltet hatte. Für Spanien geht es am Sonntag um den zweiten Titel nach 2006, Argentinien hatte zu Hause die erste WM 1950 gewonnen.

Australien verpasst die Revanche

Australien wollte in seinem ersten WM-Halbfinale Revanche für das verlorene Duell um Bronze bei den Olympischen Spielen in Rio 2016, doch es wurde nichts. Wie vor drei Jahren, als Spanien 89:88 gewann, lieferten sich die bis dahin im Turnier ungeschlagenen Teams einen Krimi. Ab dem zweiten Viertel machten die Australier dem dreimaligen Europameister zwar zunehmend mit ihrer starken Defensive das Leben schwer und zogen nach der Pause erstmals zweistellig davon (50:39/26. Minute).

Doch sie ließen den Gegner wieder vom Haken, zum Ende der regulären Spielzeit war alles offen. Topscorer Patty Mills von den San Antonio Spurs (32 Punkte) erzwang mit einem erfolgreichen Freiwurf für Australien die erste Overtime, Gasol von den Toronto Raptors auf der Gegenseite mit zwei Treffern von der Linie die zweite - und die Spanier hatten jetzt den längeren Atem.

"Ein wirklich hartes Spiel"

Natürlich war es Gasol (33 Punkte), der 23 Sekunden vor Schluss mit dem Korb zum Endstand für den Sieg sorgte. Asien bleibt für die Iberer ein gutes Pflaster, ihren ersten WM-Titel holten sie 2006 in Japan. "Es war ein wirklich hartes Spiel", sagte Gasol nach dem hochspannenden Duell und bezeichnete die Australier als schwierigen Gegner. "Sie spielen klug, sehr physisch und haben viele Optionen."

Durch den Erfolg hat der Center die Chance, als zweiter Spieler im gleichen Jahr NBA-Champion und Weltmeister zu werden. Bisher ist das nur Lamar Odom gelungen. Nach dem Triumph mit den L.A. Lakers holte der heute 39-Jährige 2010 in der Türkei mit dem Team USA den Titel.

Fehlstart der Franzosen

Im zweiten Halbfinale brauchten die Franzosen zwei Tage nach ihrem Coup gegen die Amerikaner (89:79) etwas Anlaufzeit. Der Bronzemedaillengewinner von 2014 leistete sich einen Fehlstart (2:10) und lag trotz einer zwischenzeitlichen Steigerung auch zur Pause zurück. Rudy Gobert (Utah Jazz), zuletzt zweimal nacheinander als bester NBA-Verteidiger ausgezeichnet, trat unter dem eigenen Korb nicht annähernd so dominant auf wie im bisherigen Turnierverlauf.

Bei den Südamerikanern trumpften wie im Viertelfinale gegen Serbien (97:87) vor allem der bereits 39-jährige Luis Scola (28 Punkte) und Spielmacher Facundo Campazzo (12) auf. Argentinien dominierte das Spiel bis zum Schluss, Frankreich fand vorn und hinten nie ein Mittel. Beste Werfer waren Frank Ntilikina und Evan Fournier (16 Punkte). "Ich fühle mich sehr alt", sagte der langjährige NBA-Profi Scola, im Finale sei jetzt "alles" möglich.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 13.09.19, 22.50 Uhr

sid/dpa | Stand: 13.09.2019, 16:28

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