Basketball-WM: Deutschland besiegt Kanada und darf auf Olympia hoffen

Deutschlands Dennis Schröder (M) spielt gegen Kanadas Conor Morgan (l)

Basketball-Weltmeisterschaft in China

Basketball-WM: Deutschland besiegt Kanada und darf auf Olympia hoffen

Die deutschen Basketballer haben bei der WM in China ihr letztes Platzierungsspiel gegen Kanada gewonnen und sind bei einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 dabei.

Zum Abschluss der insgesamt enttäuschend verlaufenen Endrunde setzte sich das Team um NBA-Profi Dennis Schröder am Montag (09.09.2019) in Schanghai mit 82:76 (36:33) gegen Kanada durch.

"Wir wissen alle, dass wir nicht da sind, wo wir sein wollen, auf der anderen Seite haben wir gezeigt, dass wir in die richtige Richtung gehen", sagte Bundestrainer Henrik Rödl. "Gegen eine gute Mannschaft zu gewinnen, ist ein guter Abschluss für uns." Aufbauspieler Ismet Akpinar sagte: "Das ganze große Ziel ist Olympia, dem sind wir jetzt einen Schritt nähergekommen."

Dabei gelang Deutschlands Basketballern dank eines 9:0-Laufs ein guter Start, die Kanadier mit NBA-Meistertrainer Nick Nurse von den Toronto Raptors an der Seitenlinie fanden zunächst kein Mittel gegen die deutsche Offensive und spielten fehlerhaft. Schröder bekam Ende des ersten Viertels eine Pause, das DBB-Team ging am eigenen Korb nicht mehr konsequent genug zu Werke und geriet in Rückstand (24:25/14. Minute). Rödl nahm eine Auszeit. "Verteidigen jetzt, wir brauchen ein paar Stopps", sagte Rödl.

WM: Versöhnliches Ende für deutsche Basketballer

Sportschau 09.09.2019 00:35 Min. Verfügbar bis 09.09.2020 ARD

Kanda nutzt deutsche Schwächen aus

Die Maßnahme zeigte keine Wirkung, die Defensive agierte weiter unsicher und vorne verfehlten auch offene Würfe ihr Ziel. Kurz nach der Pause leistete sich Paul Zipser innerhalb von einer Minute zwei unsportliche Fouls - gleichbedeutend mit einer Disqualifikation. In dieser Phase war der Spielfluss völlig weg, Kanada nutzte die Schwächen jetzt aus und zog davon (52:41/26.). 

Zeitweise wurde deutlich, warum die DBB-Auswahl zum Turnierstart durch Niederlagen gegen Frankreich und die Dominikanische Republik die Zwischenrunde verpasst hatte. Erst im Schlussviertel funktionierte das Offensivspiel wieder besser. Schröder traf seine Würfe, Maxi Kleber sorgte 83 Sekunden vor dem Ende mit einem Dunking zum 78:71 für die Entscheidung.

Schröder war mit 21 Punkten bester deutscher Werfer und ragte zudem trotz eigener mäßiger Feldwurfquote mit zehn Rebounds und neun Assists heraus. Ob der 25-Jährige im Anlauf auf Olympia definitiv dabei sein wird, hatte er vor der Partie offengelassen. "Wenn ich fit bin und alles gut läuft, dann spiele ich und wenn nicht, dann nicht", sagte Schröder.

Minimalziel doch noch erreicht

Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) schloss die Weltmeisterschaft damit auf Rang 18 ab, darf weiter auf die Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio hoffen und erreichte damit wenigstens ihr Minimalziel. Allerdings bedeutete die Platzierung das bislang schlechteste WM-Abschneiden. Bei der WM werden sieben Direkttickets für die Sommerspiele in Japan vergeben. Australien, Nigeria und der Iran haben ihres bereits sicher, vier weitere gehen an jeweils zwei Teams aus Europa sowie Süd- und Nordamerika.

Die 16 nächstbesten Teilnehmer, darunter die deutsche Mannschaft, haben es in die Qualifikation geschafft. Ende Juni 2020 finden vier Sechserturniere statt, nur die Sieger fahren nach Tokio. Gastgeber Japan ist bei den Sommerspielen automatisch dabei.

red/sid/dpa | Stand: 09.09.2019, 15:55

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