Basketball - Europapokal-Wirrwarr geht weiter

Die Trophäe der Euroleague

Vier Wettbewerbe

Basketball - Europapokal-Wirrwarr geht weiter

Neun deutsche Teams, vier Wettbewerbe und zwei konkurrierende Ausrichter: Die Lage im Basketball-Europapokal ist auch in dieser Saison unübersichtlich.

Basketball-Fans müssen in diesen Tagen wieder ganz genau hinschauen. In welchen Wettbewerben starten die deutschen Teams? Warum gibt es überhaupt so viele Wettbewerbe und warum heißen die auch noch ähnlich?  

Fakt ist, dass die halbe Liga im Europapokal antritt. Neun Teams spielen in vier Wettbewerben. Grund für den Wirrwarr ist ein Streit zwischen dem Basketball-Weltverband (FIBA) und der Union der europäischen Basketball-Ligen (ULEB).  Die konkurrierenden Verbände streiten seit Jahren um die Vormachtstellung. Dabei buhlen sie auch um Teilnehmer, denn die Klubs können sich aussuchen, wo sie antreten.

Bayern München spielt Euroleague

Der wichtigste Wettbewerb ist die Euroleague unter dem Dach der ULEB. Für Deutschland ist Meister Bayern München mit dabei. 16 Mannschaften treten in nur einer Gruppe in Hin- und Rückspielen gegeneinander an. Die acht besten Teams qualifizieren sich für die Play-offs. Die werden im Modus "best of five" gespielt. Die Sieger der vier Viertelfinal-Duelle qualifizieren sich für das Endturnier. Für den Sieger bedeutet dieser Modus bis zu 37 Spiele, und das neben dem nationalen Ligabetrieb. "Ich weiß, was das für eine Herausforderung ist, aber wir können das schaffen", sagt Bayern-Trainer Dejan Radonjic. Und Vereinspräsident Uli Hoeneß ergänzt: "Wir müssen in die Euroleague reinschnuppern und sehen, wo wir stehen."

Drei Teams im Eurocup

Der Eurocup gilt als der zweitwichtigste Wettbewerb und wird ebenfalls von der ULEB veranstaltet. Berlin, Frankfurt und Ulm vertreten die deutsche Bundesliga. Es gibt vier Gruppen mit je sechs Teams. Die ersten vier jeder Gruppe kommen eine Runde weiter und spielen dann in Vierergruppen. Die jeweils ersten beiden Mannschaften dieser Vierergruppen erreichen die Play-offs, in denen es Viertelfinale, Halbfinale und Endspielserie gibt.

Zum Start muss Berlin am Dienstag (02.10.2018) gegen Bursa ran, Ulm reist zu Roter Stern Belgrad und Frankfurt spielt am Mittwoch gegen Torino.

Bamberg freiwillig in der Champions League

Der frühere Serienmeister Bamberg entschied sich etwas überraschend für die Champions League des Kontinentalverbands FIBA Europe - und damit gegen den Eurocup. In der Champions League treten 32 Mannschaften an. Gespielt wird in vier Achtergruppen, die jeweils vier besten Teams jeder Gruppe kommen weiter. Im Achtelfinale und im Viertelfinale gibt es Hin- und Rückspiele. Die verbleibenden vier Klubs nehmen am Final Four teil.

Bamberg tritt in den nächsten fünf Jahren in der Champions League an, sofern es sich qualifiziert. "Für uns ist wichtig, Planungssicherheit für die kommenden Jahre zu haben", sagt Geschäftsführer Rolf Beyer: "Die haben wir durch die langfristige Partnerschaft mit dem FIBA-Wettbewerb erhalten. Wir sind uns sicher, dass die Champions League in den nächsten Jahren im europäischen Wettbewerb weiter an Bedeutung gewinnen wird." Neben Bamberg sind auch Ludwigsburg, Bonn und Qualifikant  Bayreuth dabei.

Sollte sich Bamberg als deutscher Meister für die Euroleague qualifizieren, käme eine Teilnahme für den Klub nicht infrage. Dort hatte der Klub in der vergangenen Saison eher schlechte Erfahrungen gemacht. Am Ende einer "Mammut-Saison" wurden die Franken in der Euroleague nur Zwölfter, in der Bundesliga reichte es nur zu Platz vier und zum Halbfinale.

Würzburg im Europe Cup

Und als ob das nicht alles schon genug wäre gibt es auch noch den FIBA Europe Cup - nicht zu verwechseln mit dem Eurocup der ULEB. Für die Bundesliga ist Würzburg mit dabei. Es gibt acht Gruppen mit je vier Teams. Die beiden ersten Mannschaften kommen in die zweite Runde, in der 16 Teams in vier Vierergruppen spielen. Die beiden ersten dieser Vierergruppen ziehen ins Viertelfinale ein, danach folgen Halbfinale und Endspiel.

Oldenburg verzichtet

Oldenburg hält sich derweil aus allem raus. Nachdem der Klub als Bundesligasiebter die Champions League verpasst und auch keine Wildcard ergattert hatte, verzichtete er auf die Teilnahme am Europe Cup. "Wir müssen davon ausgehen, dass wir bei einer Teilnahme 100.000 Euro Verlust gemacht hätten. In Anbetracht der Umstände heißt es, volle Konzentration auf die BBL-Saison", sagt Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller. Denn die Teilnahme am Europapokal bedeutet für die Klubs vor allem jede Menge Spiele und damit auch jede Menge Reisekosten.

vdv mit dpa/sid | Stand: 02.10.2018, 11:48

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