Finale in der Basketball-Bundesliga - Alba Berlin und der "Bayern-Fluch"

Derrick Williams im Zweikampf mit Niels Giffey

Basketball-Bundesliga

Finale in der Basketball-Bundesliga - Alba Berlin und der "Bayern-Fluch"

In fünf der vergangenen sechs Jahre hieß die Endstation für Alba Berlin in den Playoffs der Basketball-Bundesliga Bayern München. Das will der Hauptstadtklub diesmal im Finale unbedingt vermeiden.

Die beiden Ligaduelle in dieser Spielzeit gingen erneut an die Münchner, im Pokal behielt Alba die Oberhand. Dass es eben genau diese beiden sind, die 2018 schon im Finale aufeinander trafen (3:2 für die Bayern), ist rein statistisch gesehen also deutlich günstiger für den Titelverteidiger. Bei den beiden einzigen Meistertiteln bisher, 2014 und eben vergangene Saison, war der Finalgegner zudem Berlin.

Große Sehnsucht nach elf Jahren

Die Berliner verloren darüber hinaus alle vier Finale, die sie in den vergangenen beiden Jahren erreichten. Kein Wunder also, dass die Sehnsucht nach dem ersten Meistertitel seit elf Jahren groß ist in der Hauptstadt. Immerhin ist Albas Euroleague-Qualifikation durch den Halbfinalsieg über Oldenburg schon eingetütet, natürlich ist der Hunger nach dem ganz großen Wurf aber groß. Kapitän Nils Giffey dazu: "Noch haben wir uns keine Krone aufgesetzt. Den Wunsch, genau das zu tun, haben wir jetzt alle." Sein Teamkollege Johannes Thiemann sieht das ähnlich, erwartet aber "eine harte Serie gegen die Bayern, in der wir nochmal eine Schippe drauflegen müssen."

"Die beiden besten Mannschaften"

Auch die Stimmen aus München sind selbstbewusst, warnen aber natürlich vor dem Kontrahenten. Cheftrainer Dejan Radonjic: "Berlin hat wieder eine großartige Saison gespielt, es ist das erwartete Finale der beiden besten Mannschaften. Wir brauchen viel Energie und einen Fokus über 40 Minuten. Unser Ziel ist, das letzte Spiel zu gewinnen." Geschäftsführer Marko Pesic, der einst selbst mit den Berlinern Meister wurde, erwartet einen stärkeren Gegner als noch im letzten Jahr: "Alba hat einen Sprung gemacht, sie sind tiefer geworden, haben ein paar Mal in der Saison nachverpflichtet und sind nun auch ein Jahr länger mit dem Coach zusammen. Gegen sie müssen wir unsere Performance ans Maximum bringen."

Souverän, abgeklärt und im Schnelldurchgang hatten beide Mannschaften ihre Halbfinalaufgaben gelöst. "Das war noch nicht unser Ziel, wir müssen noch drei Spiele gewinnen", erklärte Bayerns Petteri Koponen den Verzicht auf großen Jubel.

Erster echter Prüfstein

Dem Druck enger Serien wie beim Endspiel im vergangenen Jahr waren Alba und München in den diesjährigen Playoffs noch nicht ausgesetzt. Beide gewannen auch ihre Viertelfinals 3:0. Zwei unbesiegte Finalisten gab es zuletzt vor 25 Jahren beim Endspiel zwischen Bayer Leverkusen und Brandt Hagen. Der Doppel-Durchmarsch hat für Fans und Protagonisten eine ungewohnt lange Pause zur Folge, die nicht allen gefällt. "Eine Woche ist mir persönlich zu viel. Das gibt es auf der ganzen Welt nicht, dass man sieben Tage bis zum Finale warten muss", sagte Münchens Flügelspieler Nihad Djedovic.

Schub durch Pokalpartie?

Als Hauptrundensieger startet der Titelverteidiger aus dem Süden am Sonntag (13.06.2019, 18.00 Uhr) mit Heimvorteil in das erste von maximal fünf Finalspielen. Im "Dome" ist das Team von Radonjic seit 21 Spielen unbesiegt, verlor in dieser Saison zu Hause aber besagtes Pokal-Viertelfinale gegen Berlin (70:78), das daraus Selbstvertrauen ziehen dürfte.

Ein Wiedersehen wird es in der kommenden Saison auch auf internationalem Parkett geben. Weil der FC Bayern in der Euroleague mit einer Wildcard antritt, ist eben Berlin erstmals seit der Saison 2014/15 wieder in der höchsten europäischen Spielklasse vertreten. Davor stehen aber noch einmal mindestens drei "nationale" Duelle an, auf die Basketball-Deutschland eigentlich während der gesamten Playoffs gewartet hat.

sid/dpa/red | Stand: 09.06.2019, 16:53

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