Proteste gehen weiter: Baseballteams verlassen Spielfeld

Spieler der Houston Astros mit der Rückennummer von Jack Robinson

US-Sportler protestieren

Proteste gehen weiter: Baseballteams verlassen Spielfeld

Die Baseball-Spieler der Houston Astros und der Oakland Athletics sind nach einer Protestaktion gegen Rassismus und Polizeigewalt nicht zu ihrer Partie in der MLB angetreten. Sie erinnerten an einen besonderen Spieler.

Damit schlossen sich die Mannschaften am Freitag (28.08.2020/Ortszeit) der Protestserie zahlreicher Sportler aus verschiedenen US-Ligen an. Auslöser der Boykott-Aktionen war die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen 29-jährigen Familienvater, der durch Schüsse schwer verletzt worden war. Die Basketballer der Milwaukee Bucks hatten daraufhin ihr NBA-Spiel boykottiert und so den Anstoß für die Protestbewegung geliefert, die daraufhin in viele US-Sportligen getragen wurde.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Erinnerung an den ersten schwarzen MLB-Spieler

Zunächst legten Spieler beider Teams Trikots mit der Nummer 42 und ein "Black Lives Matter"-Shirt auf dem Spielfeld nieder, um an Jack Robinson zu erinnern. Der ehemalige Baseball-Spieler schrieb 1947 Sportgeschichte, da er als erster schwarzer Spieler seit 1884 in der MLB auflaufen durfte.

Robinson gilt als Symbolfigur für die Integration schwarzer Sportler in den amerikanischen Profisport. Die Profis, die ebenfalls Trikots mit der Nummer 42 trugen, versammelten sich zur angesetzten Startzeit auf ihren Positionen, um eine Gedenkminute abzuhalten. Anschließend verließen sie geschlossen das Feld.

Schon am Tag zuvor hatten sich die New York Mets und die Miami Marlins für eine ähnliche Aktion entschieden. Die MLB hatte den Mannschaften die Entscheidung selbst überlassen, ob sie auflaufen möchten. Die weiteren Partien fanden statt.

Untersuchung gegen einen Besitzer mehrerer Fußballklubs

Die Major League Soccer kündigte unterdessen eine Untersuchung gegen Dell Loy Hansen an. Der Besitzer mehrerer amerikanischer Fußballteams soll seine Tätigkeiten in dieser Zeit ruhen lassen. Der Eigentümer der Vereine Real Salt Lake (Major League Soccer), Real Monarchs (United Soccer League) und Utah Royals (National Women's Soccer League) hatte in einem Radio-Interview erklärt, dass er die Entscheidung der Spieler aus Protest gegen Polizeigewalt nicht auflaufen zu wollen, "respektlos" finde. Sie hätten dadurch Hansens Vorhaben, in das Team zu investieren, "viel Wind aus den Segeln genommen".

US-Sport - Sportteams boykottieren die Spiele Mittagsmagazin 28.08.2020 01:45 Min. Verfügbar bis 28.08.2021 Das Erste Von Max Daum

Inzwischen hat Hansen das in einem weiteren Interview abgewiegelt: "Ich möchte mich aufrichtig bei allen entschuldigen, die glauben, dass ich den Zweck der Black Lives Matter-Bewegung nicht sehe", sagte er: "Ich sehe ihn." Der deutsche MLS-Spieler Julian Gressel, der bei D.C. United spielt, hatte Hansen bei Twitter erwähnt und geschrieben: "Zeit, das Team zu verkaufen." Am Freitag sagte Gressel außerdem, dass man die Diskussion aufrecht erhalten und die Relevanz der Bewegung erhalten müsse.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Mehrere Sportligen wollen den Betrieb wieder aufnehmen

Nach der Basketballliga NBA kündigten derweil auch die Frauenbasketballliga WNBA und die MLS die Fortsetzung ihrer Saisons an. Die ersten Spiele in der WNBA wurde für den Freitag (Ortszeit) angesetzt. Die MLS terminierte als erste Begegnung die Partie von Montreal Impact gegen Toronto FC für den Freitagabend (Ortszeit). Die NBA hatte am Freitag bekannt gegeben, ihre Playoffs am Samstag fortsetzen zu wollen.

Stand: 29.08.2020, 10:03

Darstellung: