Baseball - ein Japaner elektrisiert die MLB

Shohei Ohtani

Yankees gehen als Topfavorit in die neue Saison

Baseball - ein Japaner elektrisiert die MLB

In Nordamerika beginnt die Baseball-Saison - mit einem 23-jährigen Wunderknaben aus Japan und einer respekteinflößenden Mannschaft aus New York.

Alle 30 Klubs der Major League Baseball (MLB) wollten Shohei Ohtani haben. Er kommt aus Japan, ist 23 Jahre alt, und wird von vielen als Nachfolger des legendären George Herman "Babe" Ruth bezeichnet.

Günstiges Talent mit vielen Fähigkeiten

Ohtani kann als Werfer (Pitcher) und Schlagmann eingesetzt werden - er ist also quasi zwei Spieler in einem. Beides hat er bei den Hokkaido Nippon-Ham Fighters aus Sapporo so gut gespielt, dass sie ihn "Japan's Babe Ruth" getauft haben. Nun spielt er für die Los Angeles Angels. Am Sonntag (01.04.2018) gibt er bei den Oakland A's sein Debüt als Pitcher, voraussichtlich zuvor schon als Schlagmann.

Und das Beste: So teuer war Ohtani gar nicht. An die Nippon-Ham Fighters mussten aufgrund der internationalen Regeln für Transfers 20 Millionen Dollar Ablöse bezahlt werden - Ohtani selbst wird bei den eher mittelmäßigen Angels gemäß der Abmachungen "nur" knapp 2,4 Millionen Dollar pro Jahr verdienen.

Spieler müssen Abstriche machen

Ansonsten war der Transfermarkt eher ruhig. Es gab kaum spektakuläre Wechsel - vor allem "free agents", die frei von den Regeln des Tarifvertrags verhandeln konnten, hatten eine harte Zeit.

Für den Pitcher Jake Arrieta (32) etwa verlangte dessen Agent einen Vertrag mit einem Volumen von deutlich mehr als 200 Millionen Dollar für sechs bis sieben Jahre. Schließlich ging er zu den Philadelphia Phillies - 75 Millionen für drei Jahre.

Giancarlo Stanton (27) und Aaron Judge (99)

Giancarlo Stanton (27) und Aaron Judge (99)

Andere Spieler schlossen kurzfristige, weniger ertragreiche Ein- oder Zweijahresverträge ab. Ein Grund für die Zurückhaltung der Klubs ist die "Luxussteuer". Wer die von der MLB vorgegebene Gehaltsobergrenze eines Jahres (197 Millionen Dollar im Jahr 2018) überschreitet, muss Strafen zahlen - bis zu 50 Prozent der Zusatzausgaben.

New York mit "Murderers Row 2.0"

Die New York Yankees, Rekordmeister und Krösus, zahlten für die Jahre 2003 bis 2017 319 Millionen Dollar Strafe, die Los Angeles Dodgers von 2013 bis 2017 149 Millionen. Wer ein Jahr "sauber" bleibt, wird im Strafmaß zurückgestuft.

Den dicksten Vertrag hat derzeit Giancarlo Stanton, MVP der vergangenen Saison. Bis 2028 stehen ihm jährlich im Schnitt noch 25 Millionen Dollar zu. Weshalb ihn die Miami Marlins loswerden wollten. Er ging zu den New York Yankees, die den 28. Titel wollen. Und die Chancen stehen nicht schlecht. Stanton spielt schließlich zusammen mit Aaron Judge und Gary Sanchez. Die drei werden die "Murderers' Row 2.0" genannt in Anlehnung an jene Yankees, die im Jahr 1927 alles gewannen. Ein Mitglied dieser "Murderers' Row": Babe Ruth.

sid | Stand: 28.03.2018, 11:09

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