Max Keplers Weg zum Baseball-Millionär

Max Kepler bei einem Trainingsspiel gegen die Boston Red Sox, 2019

Deutscher zum ersten Schlagmann befördert

Max Keplers Weg zum Baseball-Millionär

Der Berliner Max Kepler ist zum bestbezahlten deutschen Spieler in der amerikanischen Baseball-Liga aufgestiegen. Auf dem Weg zum Millionenvertrag bei den Minnesota Twins, wo er eine zentrale Rolle einnehmen wird, musste er sich durchkämpfen.

Vier der sechs bestdotierten Verträge in der MLB-Geschichte wurden in dieser Winterpause unterschrieben. Auch der in Berlin geborene Kepler erhält einen Fünfjahresvertrag, der mit 35 Millionen Dollar (30,9 Millionen Euro) dotiert ist.

Von den Minnesota Twins wurde Kepler in der MLB, die am Donnerstag (28.03.2019) in die neue Saison startet, zum ersten Schlagmann befördert. Er darf sich als eine der Zukunftshoffnungen der Twins fühlen. "Ich würde auch für das Mindestgehalt spielen. Ich bin einfach nur froh, meiner Leidenschaft nachgehen zu dürfen", sagte der 26-Jährige.

Durchbruch in der vierten MLB-Saison

Es ist Keplers vierte Spielzeit in der Major League Baseball. "Es ist toll, jeden Tag als erster Spieler an der Platte zu stehen und zu versuchen, den ersten Punkt zu erzielen", sagte Kepler der "Star Tribune" über seine neue Position. "Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und ich genieße es", fügte er hinzu.

Max Kepler: "Magisches Gefühl wenn man den Ball perfekt trifft"

Sportschau 28.03.2019 01:32 Min. Verfügbar bis 28.03.2020 ARD

Die neue Rolle als "Leadoff Hitter" in der sogenannten "Batting Order" - die Reihenfolge der Spieler der angreifenden Mannschaft - sowie die Vertragsverlängerung sind Zeichen dafür, dass die Twins zweifelsohne langfristig auf die Dienste des Deutschen setzen.

Baseball-Experte Gleeman: "Schlagdurchschnitt ausschlaggebend"

Der Sportjournalist und Buchautor Aaron Gleeman erklärte, dass Kepler ein wichtiger Baustein in den Zukunftsplänen der Minnesota Twins sei. "Er ist ein talentierter Athlet, der bereits jetzt schon viele Aspekte des Spiels ausgezeichnet beherrscht", so Gleeman. "Ausschlaggebend in Keplers weiterer Entwicklung" werde die Verbesserung seines Schlagdurchschnitts sein.

Max Kepler: "Am Anfang haben mich alle ausgelacht" Sportschau 28.03.2019 01:42 Min. Verfügbar bis 28.03.2020 Das Erste

Max Kepler rutscht zur zweiten Base im Trainingsspiel gegen Toronto

Twins-Star Max Kepler rutscht zur zweiten Base im Trainingsspiel gegen die Toronto Blue Jays.

Sein Agent Paul Cobbe findet jedoch, dass bei dem Blick auf diesen Durchschnitt viel übersehen wird. "Es gibt wahrscheinlich zehn verschiedene Bereiche, in denen sich Max verbessert hat. Und er ist erst 26 Jahre alt", sagte Cobbe zur Vertragsverlängerung seines Schützlings. Der Berliner zählt noch zu den jüngeren Spielern der MLB. Offiziellen Angaben zufolge lag das Durchschnittsalter 2016 bei 28,6 Jahren - vergleichsweise deutlich über dem der Fußball-Bundesliga (2018: 24,4).

Nach Hause, aufs College oder Baseball-Karriere?

Kepler selbst scheint sich trotz des Millionendeals keinen unnötigen Druck zu machen. "Ich glaube nicht, dass das Geld mich verändern wird. Ich werde mich genauso ins Zeug legen wie zuvor", erklärte der Outfielder. Kepler, der mit 16 Jahren seinen ersten Vertrag in Minnesota unterzeichnet hatte, durchlief das Farmsystem der Twins und gehört seit 2016 fest zum Kader des MLB-Teams.

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Allerdings habe es auch schwierige Phasen gegeben. "Ich hatte zu Beginn oft meine Zweifel. Ich habe mir oft gedacht, vielleicht hätte ich besser zum Studieren aufs College gehen sollen, um für die Zukunft besser abgesichert zu sein", gestand Kepler hinsichtlich des langen, steinigen Weges zum Baseball-Millionenvertrag und sagte über seine Karriere-Anfänge: "Ich habe sechs Jahre in den Minor Leagues gespielt und war in vielen Städten, wo nichts los war. Und ich komme aus Berlin."

Minor Leagues - Ausbeutung junger Talente

Die Spieler in den Ausbildungsligen, den sogenannten Minor Leagues, leben spartanisch. In den Farmteams der MLB-Klubs beginnt der Monatslohn bei umgerechnet 1.000 Euro. Im Basketball wird in den Ausbildungsligen das Dreifache, im Eishockey das Vierfache bezahlt. Die MLB holte sich im vergangenen Jahr eine Ausnahmeregelung im US-Kongress, mit der sie die Arbeitsgesetze und den Mindestlohn umgeht - obwohl sie einen geschätzten Jahresumsatz von 10,3 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro) macht.

Der "Sport Bild" erzählte Kepler: "Es gab viele Zeiten, wo ich mit Baseball aufhören und zurück nach Deutschland zur Familie wollte." Doch seine Eltern hätten ihm gesagt, er solle erst einmal weitermachen und zu Ende bringen, was er angefangen hat. Nach aktuellem Stand der goldrichtige Ratschlag.

Minnesota mit Play-off-Ambitionen

Zum Saisonauftakt empfangen die Twins den Divisions-Rivalen Cleveland Indians für eine Drei-Spiele-Serie im heimischen Target Field. Gleeman ist zuversichtlich, das sich Minnesota in dieser Saison durchaus Chancen auf die Play-offs ausrechnen darf. "Meine Vorhersage sind 85 Siege. Dies sollte für einen Wildcard-Platz reichen", sagte Gleeman. Zuletzt konnten sich die Twins 2017 für die Play-offs qualifizieren. Diese Saison könnte es mit Kepler als erstem Schlagmann wieder an der Zeit sein.

sid/dpa/red | Stand: 28.03.2019, 09:38

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