Last-Minute-Irrsinn und große Gesten - zehn einzigartige Sportmomente 2018

Last-Minute-Irrsinn und große Gesten - zehn einzigartige Sportmomente 2018

Im Jahr 2018 gab es viele besondere Sportmomente. Wir haben zehn davon gesammelt - von einem denkwürdigem DFB-Pokalfinale über eine kuriose Schach-WM bis hin zum ewigen Dirk Nowitzki.

Schiedsrichter Felix Zwayer bemüht im DFB-Pokal-Finale den Videobeweis

Irrsinnige letzte Minuten im DFB-Pokal-Finale zwischen Frankfurt und Bayern
Es sind irrsinnige Minuten, die sich in der Nachspielzeit des DFB-Pokalfinales im Mai zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt abspielen. Es steht 2:1 für Frankfurt, die Bayern rennen an - und fordern nach einem Zweikampf zwischen Kevin-Prince Boateng und Javi Martinez im Frankfurter Strafraum Elfmeter. Die Wiederholungen zeigen: Es hätte einen Elfmeterpfiff geben müssen, der blieb aber aus - auch nachdem sich Schiedsrichter Felix Zwayer Videobeweis-bedingt die Szene minutenlang selbst im Fernsehen angesehen hatte. Später sagte er: "Treffer und Wirkung haben für mich nicht zusammengepasst." Statt Elfmeter gab es Eckball. Und direkt danach die vielleicht emotionalste Fußballszene des Jahres: Mijat Gacinovic rennt von der Mittellinie aus alleine auf das leere Münchner Tor zu und schiebt zum 3:1 ein. Trainer, Teamkollegen und Betreuerstab waren fast den ganzen Weg an der Seitenlinie mitgerannt. Ekstase pur im Berliner Olympiastadion.

Irrsinnige letzte Minuten im DFB-Pokal-Finale zwischen Frankfurt und Bayern
Es sind irrsinnige Minuten, die sich in der Nachspielzeit des DFB-Pokalfinales im Mai zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt abspielen. Es steht 2:1 für Frankfurt, die Bayern rennen an - und fordern nach einem Zweikampf zwischen Kevin-Prince Boateng und Javi Martinez im Frankfurter Strafraum Elfmeter. Die Wiederholungen zeigen: Es hätte einen Elfmeterpfiff geben müssen, der blieb aber aus - auch nachdem sich Schiedsrichter Felix Zwayer Videobeweis-bedingt die Szene minutenlang selbst im Fernsehen angesehen hatte. Später sagte er: "Treffer und Wirkung haben für mich nicht zusammengepasst." Statt Elfmeter gab es Eckball. Und direkt danach die vielleicht emotionalste Fußballszene des Jahres: Mijat Gacinovic rennt von der Mittellinie aus alleine auf das leere Münchner Tor zu und schiebt zum 3:1 ein. Trainer, Teamkollegen und Betreuerstab waren fast den ganzen Weg an der Seitenlinie mitgerannt. Ekstase pur im Berliner Olympiastadion.

Quarterback-Touchdown von Philadelphias Nick Foles im Super Bowl
"Ich habe an ihn geglaubt, das Team hat an ihn geglaubt - jeder hier hat an ihn geglaubt", sagte Philadelphia-Eagles-Headcoach Doug Pederson nach dem überraschenden Super-Bowl-Sieg seines Teams im Februar über Quarterback Nick Foles. Der 29-Jährige schaffte etwas, dass ihm in den USA nur wenige Experten zugetraut haben: Als Ersatz-Quarterback war er kurz vor Beginn der Play-offs in der NFL eingesprungen für den verletzten Carson Wentz. Mit guten Leistungen führte er Philadelphia in den Super Bowl, wo er seine Saison krönte - mit dem Titel und sogar einem Touchdown. Nach einem Trickspielzug gegen die konsternierte Defense der New England Patriots gelang Foles etwas einmaliges: Er wurde zum ersten Quarterback der Super-Bowl-Historie, der einen Touchdown warf und fing.

Ein 15-jähriger Japaner wird jüngster Sieger des World-Tour-Finales im Tischtennis
Tomokazu Harimoto schrieb Mitte Dezember Tischtennis-Geschichte: Der erst 15 Jahre alte Japaner hat als bisher jüngster Spieler das World-Tour-Finale gewonnen. Diese Bestmarke hielt bis dahin der Chinese Wang Hao, der 2003 19 Jahre alt war. Harimoto ist ambitioniert und könnte die Vorherrschaft der Chinesen im Tischtennis brechen. Sein Finalgegner, den er mit 4:1 besiegte, Lin Gaoyuan, ist ebenfalls Chinese. Seit 2004 haben nur Chinesen Olympia-Gold im Einzel gewonnen - das will Harimoto bei den Olympischen Spielen in Tokio vor heimischer Kulisse ändern.

England gewinnt erstmals ein Elfmeterschießen bei einer Fußball-WM
Über Jahrzehnte wurden viele Witze gemacht über Engländer und deren Elfmeter. Mit Recht. Denn dem Weltmeister von 1966 war es bislang noch nie gelungen, bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ein Elfmeterschießen für sich zu entscheiden. Bis zum 3. Juli 2018: Trotz drückender Überlegenheit kassieren die "Three Lions" in der Nachspielzeit den Ausgleich gegen Kolumbien und müssen im Achtelfinale in die Verlängerung. Weil die keine Entscheidung bringt, geht es ins Elfmeterschießen. Dort avanciert Torhüter Jordan Pickford zum Held, als er den Elfmeter von Carlos Bacca pariert. Und weil Kolumbiens Mateus Uribe nur die Latte trifft, darf über den Fehlschluss von Englands Jordan Henderson hinweggesehen werden. Ganz ohne Witze.

Große Geste von Stabhochspringer Renaud Lavillenie gegenüber Armand Duplantis
Stabhochspringer Armand Duplantis war 18 Jahre jung, als er im August 2018 nicht nur die magische 6-Meter-Marke übersprang, sondern anschließend sogar über 6,05 Meter sprang. Der Schwede krönte sich mit einer überragenden Leistung in einem hochklassigen Wettbewerb zum neuen Europameister. Der Weltrekordhalter (6,16 Meter) und Olympia-Sieger von London, Renaud Lavillenie aus Frankreich, musste zuschauen, wie sein Konkurrent die letzte Hürde nahm - reagierte anschließend aber wie ein großer Sportler. Er gratulierte seinem jungen Konkurrenten noch auf der Matte.

Lewis Hamilton verabschiedet seinen einstigen Rivalen Fernando Alonso
Sein Abschied stand schon früh in der Saison fest - und doch wurde das letzte Rennen von Fernando Alonso in der Formel 1 noch einmal emotional. Auf der Strecke in Abu Dhabi, neben ihren Boliden, umarmten sich die einstigen Rivalen Alonso und Lewis Hamilton. Als der neue und alte Weltmeister Hamilton 2007 in die Formel 1 kam, war der zweifache Weltmeister Alonso gerade zu McLaren gewechselt. Der Spanier fand im britischen Jungspund seinen Meister - und wechselte nach nur einer Saison erneut das Team. Zehn Jahre danach sind sie in Dubai ihr letztes Formel-1-Rennen gegeneinander gefahren. "Die Rennsport-Welt wird ihn sehr vermissen", sagte Hamilton anschließend über Alonso.

Dirk Nowitzki spielt als erster NBA-Profi seine 21. Saison beim gleichen Team
Er bekommt einfach nicht genug: Der deutsche Basketball-Superstar Dirk Nowitzki feierte Mitte Dezember sein NBA-Comeback nach langer Verletzungspause - und avancierte damit zum bislang einzigen Spieler in der Geschichte der Liga, der auch in der 21. Saison in Folge für das gleiche Team spielt. Der 40-Jährige spielt seit 1999 ununterbrochen bei den Dallas Mavericks und wurde mit den Texanern 2011 Meister. Inzwischen fungiert er in einer Rolle als erfahrener Bankspieler für die "Mavs" - und noch hat er sein Karriereende nicht angekündigt. Eine Fortsetzung über die 21 Spielzeiten hinaus ist also nicht ausgeschlossen.

Neapel-Fans demonstrieren mit Koulibaly-Masken gegen Rassismus in Fußball-Stadien
Als Neapels Verteidiger Kalidou Koulibaly beim Auswärtsspiel bei Inter Mailand fortlaufend rassistisch angefeindet wurde, forderte Neapels Trainer Carlo Ancelotti eine Unterbrechung des Spiels. Dazu kam es nicht. Stattdessen sah Koulibaly nach einer unsportlichen Geste in Richtung des Schiedsrichters die Gelb-Rote Karte. "Er war gereizt", sagte Ancelotti anschließend über die Situation und kündigte an: "Wenn das nochmal passiert, dann verlassen wir einfach den Platz." Auch Neapels Fans zeigten in einem besonderen Sportmoment des Jahres nur wenige Tage später ihre Solidarität. Tausende Zuschauer im Stadion präsentierten Koulibaly-Masken im Heimspiel gegen Bologna. Der Betreffende selbst musste nach seiner Roten Karte aber zuschauen.

Remis-Wahnsinn und Tie-Break-Entscheidung bei der Schach-WM
Drei Wochen lang dauerte die Schach-Weltmeisterschaft im November. Zwölf Duelle über gab es nur ein Ergebnis: Remis. Herausforderer Fabiano Caruana schaffte es, den alten und neuen Weltmeister Magnus Carlsen in einen 13. Spieltag zu zwingen. Einen Spieltag, der sich von allen anderen maßgeblich unterscheidet. Im sogenannten Tie Break wird Schnellschach gespielt - mit nur 25 Minuten Bedenkzeit. Und plötzlich wurden die Unterschiede deutlich. Mit 3:0 entschied Carlsen den Tie Break für sich und offenbarte damit seinem Gegner, was diesem noch fehlt, um ihn besiegen zu können: Schnelligkeit.

Die Bundesliga-Uhr des Hamburger SV ist abgelaufen
Es ist der 12. Mai 2018. Der Hamburger SV besiegt Borussia Mönchengladbach zwar mit 2:1, muss aber trotzdem den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten - zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte. Die Bundesliga-Uhr des "Dinos" läuft nach 54 Jahren ab. Abgeschaltet wird die Uhr aber nicht, sie zeigt seither die Zeit seit der Vereinsgründung - und nicht die Zeit des Bestehens in der Bundesliga - an. Dorthin will der HSV so schnell wie möglich zurück. Als Wintermeister der 2. Liga stehen die Chancen auf den direkten Wiederaufstieg gar nicht so schlecht.

Stand: 30.12.2018, 10:00 Uhr

Darstellung: