Doping-Agentur WADA erhält Zugang zu Moskauer Labor

Schild der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA mit der Aufschrift "Russian National Anti-Doping Agency" in Moskau

Ermittlungen wegen russischen Staatsdopings

Doping-Agentur WADA erhält Zugang zu Moskauer Labor

Die Welt-Anti-Doping-Agentur bekommt Ende November Zugang zum Anti-Doping-Labor in Moskau. Die Ermittler sollen dort auch auf bislang verschlossene Daten zugreifen können, die Aufschluss über das institutionelle Doping in Russland in den Jahren 2011 bis 2015 geben könnten.

Der Zugriff auf die Daten war eine Voraussetzung für die WADA, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Die Anti-Doping-Agentur kündigte an, mit Hilfe dieser Daten individuelle Klagen gegen russische Sportler verfolgen zu wollen. Sie hatte bei ihrer umstrittenen Aufhebung der Sanktionen am 20. September Russland aufgefordert, ihr bis zum 31. Dezember 2018 Zugang zu den Daten zu ermöglichen.

"Eine Delegation wird am 28. November in der Hoffnung das Moskauer Labor besuchen, dass das technische Team die Aufgaben in den Folgetagen auch abschließen kann", sagte WADA-Präsident Craig Reedie bei einer Sitzung in Baku/Aserbaidschan.

Die WADA hatte die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA Ende 2015 wegen der Doping-Affäre in Russland suspendiert und die Sperre vor zwei Monaten wieder aufgehoben. Als wichtige Bedingung für die Wiederaufnahme galten der uneingeschränkte Zugang zu seit 2015 verschlossenen Doping-Daten und -Proben im Labor sowie die Anerkennung des McLaren-Reports. In beiden Fällen hatte die WADA die Bedingungen aber aufgeweicht.

Scharfe Kritik an der WADA

Die Wiederaufnahme der RUSADA hatte der WADA scharfe Kritik eingebracht. "Die derzeitige Regierung der Welt-Anti-Doping-Agentur hat bei ihrer Mission, den Welt-Anti-Doping-Code zu schützen, verhängnisvoll versagt und dabei saubere Sportler verraten", sagte der Chefermittler Jack Robertson gegenüber dem britischen TV-Sender "ITV". Die Entscheidung habe den Ruf der WADA "für immer befleckt", so Robertson. Sie sei "eine Fortsetzung der russischen Bevorzugung" durch die WADA und das Internationale Olympische Komitee.

red/sid/dpa | Stand: 15.11.2018, 14:30

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