Kobe Bryant - tragischer Tod eines NBA-Helden

Kobe Bryant - tragischer Tod eines NBA-Helden

26.01.2020 - NBA-Legende Kobe Bryant kommt bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben. Erst vier Jahre zuvor war eine der größten NBA-Karrieren aller Zeiten zu Ende gegangen. Ein Streifzug.

Basketball Superstar Kobe Bryant

Ein Schock für die Sportwelt: Am 26. Januar 2020 kommt NBA-Legende Kobe Bryant bei einem Hubschrauber-Absturz nahe Los Angeles im Alter von 41 Jahren ums Leben.

Ein Schock für die Sportwelt: Am 26. Januar 2020 kommt NBA-Legende Kobe Bryant bei einem Hubschrauber-Absturz nahe Los Angeles im Alter von 41 Jahren ums Leben.

Vier Jahre zuvor: Nicht mit einer schnöden Presserklärung, sondern mit einem Gedicht unter dem Titel "Dear Basketball" kündigte Kobe Bryant 2016 seinen Abschied vom Basketball an. "Mein Herz hält die Schläge aus. Mein Gehirn kann die Schinderei ertragen. Aber mein Körper weiß: Es ist Zeit, sich zu verabschieden", so Bryant wörtlich übersetzt auf der Internet-Plattform 'The Players’ Tribune'.

20 Jahre lang spielte Kobe Bryant ausschließlich für die Los Angeles Lakers, gewann fünf NBA-Meisterschaften, wurde ein Mal MVP und 18 Mal für das All-Star-Game nominiert. Im Staples Center in Los Angeles war die "Black Mamba" unantastbar.

Bryant ist das Talent in die Wiege gelegt: Er war der Sohn des ehemaligen NBA-Profis Joe "Jelly Bean" Bryant und der Basketballtrainerin Pamela Cox. Da sein Vater die Karriere in Europa ausklingen ließ, lebte der jungen Kobe sieben Jahre lang in Italien und wurde dort Fan des Fußball-Klubs AC Mailand. Als er dann 2013 im Milan-Trainigsgelände in Maranello vorbeischaute, spricht er von einem Traum, der für ihn in Erfüllung gehe.

"National High School Player of the Year" wurde Bryant im Jahr 1996. In seiner Heimat Pennsylvania hatte der damals 16-Jährige einen Rekord nach dem anderen aufgestellt. Im NBA Draft gelang ihm der Sprung direkt von der High School zu den Profis. Er war damit der erste Lakers-Spieler überhaupt, der aus der Schule direkt zum NBA-Team stieß.

Er wurde in seiner ersten Saison der damals jüngste Akteur eines NBA-Spiels und 1998 als jüngster Spieler aller Zeiten erstmals für das All-Star-Game berufen. Mit Coach Phil Jackson und Center Shaquille O’Neal und eben Bryant gewannen die Lakers zwischen 2000 und 2002 dann drei Titel in Folge.

Anschließend gab es Gerüchte über atmosphärische Störungen. Die Besitzer der Lakers reagierten und ließen O'Neal nach Miami ziehen. Am Tag darauf verlängerte Bryant seinen Vertrag für sieben Jahre. Aber auch das brachte den Erfolg nicht zurück. Coach Jackson musste 2004 gehen und schrieb ein Buch. In diesem bezeichnet er Bryant als "untrainierbar". Nur ein Jahr später versöhnten die beiden sich, Jackson wurde erneut Bryants Coach.

Aber auch privat gab es Tiefen für Bryant: Seine Frau Vanessa heiratete er im Jahr 2001, aber seine Familie war nicht bei der Hochzeit dabei. Wie er in einem Interview 2003 öffentlich machte, brachen seine Eltern mit ihm, weil seine aus einfachen Verhältnissen stammende Frau lateinamerikanischer Abstimmung ist. Seither lieferte er sich mit seinen Eltern immer wieder Auseinandersetzungen - auch über die Medien.

2003 stand Bryant vor Gericht. Eine Hotelangestellte hatte ihn wegen sexueller Belästigung angezeigt. Die Klägerin zog ihre Anzeige nach der Anhörung jedoch zurück, das Verfahren wurde eingestellt.

Obwohl die Lakers Mitte des Jahrzehnts keinen Titel holen, setzte Bryant ein Ausrufezeichen und was für eines: Im Jahr 2006 warf er in einem Spiel gegen die Toronto Raptors 81 Punkte - die zweithöchste Punktzahl, die jemals geworfen wurde. Nur der legendäre Wilt Chamberlain brachte es 1962 mit 100 auf mehr Punkte in einem Spiel.

Sein zweiter Frühling nahte jedoch: 2008 wurde er MVP der regulären Saison, 2009 und 2010 holten die Lakers erneut die Meisterschaft und Bryant wurde jeweils zum besten Spieler der Finalserie gewählt (NBA Finals MVP).

Mit der US-Basketball-Nationalmannschaft gewann er zudem zwei olympische Goldmedaillen: 2008 und 2012 setzten sich die US-Boys jeweils gegen Spanien durch.

Die Lakers spielten in den letzten Jahren von Bryants Karriere zwar nicht mehr um den Titel mit, aber der Hype um Bryant blieb. Tauchte er auf, waren Presse und Fans in Alarmzustand. Bryant war besonders in seiner Dauer-Wahlheimat Los Angeles auf dem Level eines Hollywood-Stars angelangt und bekam als erster Sportler überhaupt einen Stern auf dem berühmten "Walk of Fame".

Im April 2013 verletzte sich Bryant an der Achillessehne. Die Lakers gaben ihm trotzdem einen neuen Vertrag bis 2016, der ihm für zwei Spielzeiten nahezu 50 Millionen US-Dollar einbrachte. Die Wirksamkeit als Werbefigur machten es möglich.

Am 13. April 2016 dann der Abschied vom Basketball-Parkett: Gegen die Utah Jazz machte Kobe Bryant nach 20 Profi-Jahren sein 1.346. und letztes Spiel für die Los Angeles Lakers.

Stand: 26.01.2020, 20:52 Uhr

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