Sportminister: Fußball-Bundesliga ab Mitte/ Ende Mai denkbar

Geschlossene Kassenhäuschen am Bochumer Ruhrstadion

Coronakrise

Sportminister: Fußball-Bundesliga ab Mitte/ Ende Mai denkbar

Leicht grünes Licht für den Profi-Fußball von Seiten der Politik: Die Sportminister der Länder können sich Spiele eventuell ab Mitte/Ende Mai vorstellen. Weiter gehen die Ministerpräsidenten Laschet (NRW) und Söder (Bayern): Sie halten den 8./9. Mai als Starttermin für denkbar.

Die Sportministerinnen und -minister der Länder berieten sich in einer Telefonkonferenz über Perspektiven zur Wiederaufnahme des Sports. Dabei nahmen sie auch Stellung zum Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga, den sie nach derzeitigem Beratungsstand ab Mitte oder Ende Mai vor leeren Rängen wieder ermöglichen würden. Zu einer abschließenden Einigung kam es am Montag (20.04.2020) allerdings nicht, ein Beschluss wird für die kommenden Tage erwartet.

Mit dem entsprechenden Beschluss wolle man am 30. April in die Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gehen. Dort soll die weitere Öffnung der Gesellschaft in der Corona-Pandemie beraten werden.

Laschet und Söder: Starttermin eventuell ab 8./9. Mai

Beinahe zeitgleich mit der Stellungnahme der Sportminister brachten die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Bayern, Armin Laschet und Markus Söder, das zweite Mai-Wochenende (8./9.5.) als Starttermin für den Profi-Fußball ins Gespräch. "Voraussetzung ist, dass es ein durchdachtes Konzept gibt. Das, was die DFL in diesen Tagen vorgelegt hat, lässt erkennen, dass es Schutzvorkehrungen gibt", sagte Laschet am späten Montagnachmittag bei "bild.de", "ich könnte mir vorstellen, dass wir zum Zustand der Geisterspiele zurückkehren können."

Söder äußerte sich vorsichtig optimistisch: "Das ist schon eine Gratwanderung. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht überdrehen oder leichtfertig sind. Spiele mit Zuschauerbeteiligung sind völlig undenkbar". Es sei denkbar, "dass wir vielleicht ab dem 9. Mai frühestens eine solche Geisterrunde spielen können." Klar sei: "Ein Wochenende mit Fußball ist deutlich erträglicher als ein Wochenende ohne Fußball."

Zusätzlich will Söder das mögliche Bundesliga-Comeback vom Robert Koch-Institut absichern lassen: "Ich hätte gerne, dass das RKI nochmal draufschaut."

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert äußerte sich bei "bild.de" überrascht: "Das überrascht uns, das müssen wir in der DFL erst einmal besprechen." Am kommenden Donnerstag (23.04.2020) wolle man sich dazu mit den Vereinen beraten.

Strenge Vorkehrungen und keine Fans

"Die Deutsche Fußball-Liga muss dabei strengste hygienische und medizinische Voraussetzungen schaffen, durchsetzen und mit geeigneten Maßnahmen überprüfen", sagte die Sportministerkonferenz-Vorsitzende Anja Stahmann. Die Fernsehproduktion bei den Spielen müsse mit geringstmöglichem Personal und unter strengen hygienischen Auflagen stattfinden. Die DFL sowie die Vereine müssten zudem ihren Beitrag zu leisten, dass sich bei Geisterspielen "auch im Umfeld der Stadien keine Fangruppen" sammeln, fasste die SMK-Vorsitzende den Stand der Debatte zusammen.

Die Fortsetzung des Spielbetriebs in anderen Profi-Ligen in Form von "Geisterspielen" könne möglich werden, sofern die Ligen entsprechende Konzepte erarbeiteten, hieß es.

Schrittweise Öffnung des Freizeit- und Breitensports

Bundesliga-Fortsetzung möglich - Vereine bereiten sich vor Sportschau 18.04.2020 03:44 Min. Verfügbar bis 18.04.2021 Das Erste

In einem ersten Schritt solle im Breiten- und Freizeitsport - gleichermaßen für alle Sportarten - der Trainingsbetrieb wieder erlaubt werden, sofern die Sportangebote an der "frischen Luft" stattfinden, also im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen. Wegen der Rolle des Sports für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Erhaltung von Gesundheit und Mobilität der Bürgerinnen und Bürger müsse er in einer "für die Gesamtsituation verantwortlicher Form schrittweise wieder ermöglicht werden", sagte Stahmann.

Keine konkreten Termine

Konkrete Termine für die Ansetzung von Fußballspielen und der Erlaubnis des Trainingsbetriebs im Freizeit- und Breitensport wurden nicht genannt. "Die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs ist grundsätzlich in jenen Sportarten zuerst denkbar, bei denen die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gesichert werden kann", sagte Stahmann. Die Zulassung des Wettkampfbetriebs in Kontakt- und Mannschaftssportarten könne erst in einem späteren Schritt wieder zulässig werden.

Breitensport zu Corona-Zeiten Sportschau 17.04.2020 02:36 Min. Verfügbar bis 17.04.2021 Das Erste

sid/dpa | Stand: 20.04.2020, 17:54

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