Kanton Wallis kippt Schweizer Olympia-Bewerbung

Plakat gegen die Olympia-Bewerbung 2026

Olympia-Bewerbung

Kanton Wallis kippt Schweizer Olympia-Bewerbung

Nach mehreren erfolglosen Bewerbungen haben die Schweizer im Wallis eine neue Olympia-Bewerbung abgelehnt. Das IOC macht "veraltete Informationen" verantwortlich.

Der Schweizer Traum von Olympischen Winterspielen 2026 im Herzen der Alpen ist vorbei: Am Sonntag (10.06.2018) verweigerten die Einwohner des Kantons Wallis die nötige finanzielle Beteiligung bei einer Volksabstimmung mit rund 54 Prozent der Stimmen, wie der Kanton mitteilte.

Das ist das Aus für das Projekt "Sion 2026", wie Bürgermeister Philippe Varone vorher deutlich gemacht hatte: "Es gibt keinen Plan B". Zuletzt fanden 1948 Olympische Winterspiele in der Schweiz statt, damals in St. Moritz.

IOC glaubt an "veraltete Informationen"

"Wir respektieren das Votum der Walliser, auch wenn es all diejenigen schmerzt, die unermüdlich an einem Projekt von überschaubaren Spielen gearbeitet haben", hieß es in einer Mitteilung der Organisatoren der Bewerbung. In den kommenden Tagen werde das vom nationalen Olympiakomitee Swiss Olympic erteilte Mandat zurückgegeben und die notwendigen Schritte zur Auflösung getroffen. "Es ist uns leider nicht gelungen, eine Mehrheit des Walliser Stimmvolks von der Nachhaltigkeit und den Chancen von 'Sion 2026' zu überzeugen", sagte Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte, die Entscheidung zur Kenntnis genommen zu haben. "Wir nehmen an, dass veraltete Informationen über die Kosten der Spiele der Hauptgrund für die Abstimmung gegen die Unterstützung waren", hieß es darin: "Die zuletzt getätigten fundamentalen Reformen durch das IOC wurden unglücklicherweise nicht berücksichtigt."

Olympia-Entscheidung fällt 2019

Im Rennen um die Austragung der Spiele in acht Jahren haben sechs andere Länder Interesse bekundet: Italien mit Turin und Mailand, Österreich mit Graz und Schladming, Schweden mit Stockholm, die Türkei mit Erzurum, Kanada mit Calgary und Japan mit Sapporo. Die Entscheidung fällt im Herbst 2019.

Sion wollte nachhaltige Spiele auf schon vorhandenen Pisten, Schanzen und Loipenparks im Umkreis von etwa zwei Stunden Bahnfahrt organisieren. Varone versprach sich gute Werbung für seine Stadt. Die Gegner schürten aber Angst vor einem Milliardengrab oder schweren Umweltzerstörungen.

Sie trauten den Beteuerungen des IOC und der Schweizer Befürworter nicht, dass keine großen Neubauten nötig und die Investitionen überschaubar seien. An der Abstimmung beteiligten sich rund 63 Prozent der 214.000 Wahlberechtigten.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 10.06., ab 22.50 Uhr

Stand: 10.06.2018, 17:54

Darstellung: