Rugby-Team kämpft um WM-Quali - Samoa spottet

Sebastian Ferreira mt dem Ball unterwegs

WM-Qualifikation im Rugby

Rugby-Team kämpft um WM-Quali - Samoa spottet

Die Chance auf die erste WM-Qualifikation ist so groß wie nie. Doch der Playoff-Gegner der Deutschen spottet - die Südsee-Spieler von Samoa sind sich ihrer Sache sicher.

Nach 48 Stunden und drei Flügen über unterschiedliche Zeitzonen waren sie endlich da: Das deutsche 15er Rugby-Nationalteam ist Anfang der Woche auf Samoa gelandet. "Wir sind freundlich aufgenommen worden. Die Menschen sind sehr höflich zu uns", meldete das deutsche Team nach der Ankunft. Als "Teambuildingmaßnahme" stand am ersten Tag erst einmal Erholsames auf dem Programm: Es ging an den Strand.

Wer aber denkt, der deutsche Tross würde sich ausschließlich ein paar nette Urlaubstage in der Südsee machen, ist auf dem Holzweg. Das deutsche Team hat echte Chancen, zum ersten Mal überhaupt die WM-Qualifikation zu schaffen. Verantwortlich dafür war ein 16:13-Sieg gegen Portugal Anfang Juni, der dem deutschen Team zwei Playoff-Spiele gegen Samoa beschert hat. Das erste Spiel findet am Samstag (30.06.2018) in der Hauptstadt Apia statt, am 14. Juli steigt das Rückspiel in Deutschland.

Apia Park in Apia, Samoa

Qualifikation für Japan 2019 ist das Ziel

Der Sieger ist bei der WM 2019 in Japan dabei. Verliert die Auswahl des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV), gibt es am Jahresende in einem Viererturnier noch eine weitere, und sogar wesentlich größere Möglichkeit.

Es ist nicht weniger als eine Jahrhundertchance. Eine WM-Teilnahme, so hofft man beim DRV schon lange, könnte einen Aufmerksamkeitsschub mit sich bringen und somit als Katalysator für viele Entwicklungen im deutschen Rugby dienen. "Wir wollen nicht mehr nur träumen", sagt Nationaltrainer Pablo Lemoine.

Obwohl sein Team gegen die rugby-verrückten Samoaner klarer Außenseiter ist, formulierte der Uruguayer schon am Samstag eine erste Kampfansage: "Die Chancen auf einen Sieg liegen bei 100 Prozent! Wir müssen vor allem daran glauben, etwas Großes erreichen zu können."

Samoas Premier: "Unser Gegner hat keine Ahnung von Rugby"

Samoas Premierminister hat derweil die deutsche Mannschaft verhöhnt. "Wir spielen gegen eine Mannschaft, die keine Ahnung von diesem Sport hat oder wie man ihn richtig spielt", wird Tuilaepa Sailele Malielegaoi, der zugleich Rugby-Verbandschef ist, in der Nationalen Zeitung "Samoa Observer" zitiert. Seine eigenen Spieler setzte das Staatsoberhaupt beim Trainingsbesuch nicht nur damit gehörig unter Druck. "Ihr habt die letzten zehn Spiele verloren. Was sagt mir das? Ihr habt keinen Mumm", sagte Malielegaoi und kündigte an: "Wenn ihr dieses Spiel nicht gewinnt, müsst ihr alle zurücktreten."

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Finanzielle Probleme bei den Deutschen

Viel Druck für den Gastgeber, große Chance für Deutschland. Ein Erfolg wäre möglicherweise für den deutschen Rugby-Sport überlebenswichtig, denn ausgerechnet in der Stunde des greifbaren größten Erfolges sind ernste existenzielle Schwierigkeiten aufgetaucht.

Mäzen Hans-Peter Wild kündigte kürzlich das Ende seines finanziellen Engagements an. Fest steht, dass Wilds Rugby-Akademie in Heidelberg, die viele Nationalspieler beschäftigt und damit zu Profis macht, aufgelöst wird. Der DRV muss sich wohl nach anderen Sponsoren umsehen. Eine WM-Teilnahme wäre da sicher nicht das schlechteste Argument.

sid/red | Stand: 29.06.2018, 08:00

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