Sportler fordern Suspendierung von Belarus aus IOC

Krumakchy Minsk - "Wir sind gegen Gewalt" - steht auf den Shirts von Krumakchy Minsk

Sportler fordern Suspendierung von Belarus aus IOC

Die Proteste gegen den belarussischen Staatschef Lukaschenko nehmen kein Ende - auch Sportler positionieren sich klar. Jetzt fordern sie mit einem Protestmarsch und offenen Brief die Suspendierung ihres Nationalen Olympischen Komitees durch das IOC.

Die Rufe nach einer Suspendierung von Belarus aus dem Internationalen Olympischen Komitee werden immer lauter. Am Freitag übergaben Teilnehmer eines Protestmarschs in Lausanne dem IOC einen offenen Brief, in dem ein Ausschluss des Nationalen Olympischen Komitees NOCRB wegen Verstößen gegen die Olympische Charta gefordert wird.

Zudem soll Belarus die Ausrichtung aller internationalen Wettbewerbe entzogen werden. Im kommenden Jahr soll unter anderem die Eishockey-WM in Lettland und Belarus stattfinden.

Mehr als 900 Sportler hatten Petition unterschrieben

Angeführt von der ehemaligen Schwimm-Weltmeisterin und dreimaligen Olympiamedaillengewinnerin Alexandra Herassimenja werfen die Unterzeichner dem NOCRB unter anderem vor, "die Augen vor vielfachen Fällen von Diskriminierung und Gewalt zu verschließen". Der umstrittene Staatschef Alexander Lukaschenko, gegen den seit Wochen protestiert wird, ist auch Präsident des belarussischen NOK.

Nach der umstrittenen Wiederwahl Lukaschenkos und den darauffolgenden Protesten im Land hatten mehr als 900 Sportler eine Petition unterschrieben, in der ein Ende der Gewalt gefordert wird. Daraufhin sei von den belarussischen Sport-Organisationen Druck auf diese Athleten ausgeübt worden. 15 seien festgenommen worden, vier säßen immer noch im Gefängnis, und über 20 Sportlern sei verboten worden zu trainieren.

IOC untersucht Rolle des belarussischen NOK

Das IOC äußerte in einer Stellungnahme am Freitag erneut "ernsthafte Bedenken" angesichts der Situation der Sportler in Belarus. Bereits Anfang Oktober hatte das IOC eine Ausweitung der Untersuchung angekündigt. Man wolle herauszufinden, ob das NOK von Belarus seine Verpflichtung gegenüber seinen Sportlern wie in der Olympischen Charta vorgesehen erfülle.

Auf die Frage, ob dem Land ein Ausschluss von den Olympischen Spielen in Tokio drohe, hatte IOC-Präsident Thomas Bach erklärt: "Ich denke, die Olympische Charta ist sehr klar: Ein NOK muss regelkonform sein. Im Falle einer Verletzung der Charta wird das IOC die Maßnahmen und Sanktionen ergreifen, die in der Charta vorgesehen sind."

Lukaschenko und der Sport - Der doppelte Präsident sport inside 02.09.2020 09:43 Min. UT Verfügbar bis 02.09.2021 WDR

sid/red | Stand: 24.10.2020, 10:42

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