Sportförderung - Badminton top bewertet, Ruderer sind sauer

Badminton

Förderung von Leistungssport

Sportförderung - Badminton top bewertet, Ruderer sind sauer

Welcher Sportverband wieviel Fördergeld erhält, hängt von einer Potenzialanalyse ab, die seit der Leistungssportreform Grundlage für die Förderung ist. Der Zwischenbericht zu den Sommersportarten lobt Badminton, die Ruderer kommen schlecht weg - und sind sauer.

Die Ruderer auf dem letzten Rang, die Badmintonspieler ganz oben - so stellt es der Zwischenbericht der Potenzialanalyse (PotAS) zur Struktur der 26 olympischen Sommersportverbände dar. Das Bundesinnenministerium und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) veröffentlichen den Bericht am Mittwoch (20.11.2019) in Berlin. PoTAS soll eine wesentliche Grundlage für die Vergabe von Fördergeldern des Bundes für die Jahre 2021 bis 2024 sein.

Zwischenbericht, dem Entscheidendes fehlt

Zwei Bereiche werden analysiert: "Struktur" und "Kaderpotenzial". Badminton landete bei der Struktur ganz vorne, auf Rang zwei und drei folgen der Deutsche Schützenbund und der Deutsche Leichtathletik-Verband. Am Ende der Rangliste stehen vor den Ruderern die Deutsche Taekwondo-Union und der Deutsche Tennis Bund.

Wie funktioniert Leistungssport-Förderung in Deutschland? Sportschau 15.11.2019 02:44 Min. Verfügbar bis 15.11.2020 Das Erste

Auch im Bereich Kaderpotenzial/Leistungsentwicklung erhielt Badminton Bestwerte, genau wie Leichtathletik, Tischtennis, Gewichtheben, Handball, Kanu, Golf und Ringen. Defizite haben hier insbesondere die Verbände für Basketball, Tennis, Reiten und ebenfalls Rudern.

Bei Olympischen Spielen haben die deutschen Badminton-Spieler aber bislang noch nicht eine Medaille gewonnen. Die Ruderer gewannen allein bei den Spielen in Rio 2016 zweimal Gold und einmal Silber.

Die Kategorie "Erfolg" fehlt

Die gute Nachricht für den Deutscher Ruder-Verband: Es ist nur ein Zwischenbericht, in dem etwas Entscheidendes fehlt. Die Kategorie "Erfolg" soll erst nach den Olympischen Spielen in Tokio 2020 ausgewertet werden. Der "Erfolg" hat nach dem Attributesystem von PoTAS eine starke Gewichtung. "Ich habe den Eindruck, dass PotAS vorrangig das Produzieren von Papier und Formalismen positiv bewertet", meinte Ruder-Präsident Siegfried Kaidel verärgert. Der DRV hoffe, dass sich die Sportförderung des Bundes "auch in Zukunft an Ergebnissen der Zielwettkämpfe, die in Mannschaftssportarten wie dem Rudern immer auch das Ergebnis passender Strukturen sind, orientiert", so Kaidel.

Endgültige Fassung im August

Der Bundestag hat die Fördermittel für den Spitzensport in der vergangenen Woche um rund 30 Millionen Euro erhöht, im Bundeshaushalt für 2020 sind damit insgesamt 265 Millionen Euro dafür vorgesehen.

Potas-Analyse
Sportart"Struktur"Sportart"Kaderpotential/Leistungsentw."
Badminton97,12Badminton100
Schießen95,7Leichtathletik100
Leichtathletik94,62Tischtennis100
Tischtennis90,83Gewichtheben100
Triathlon87,95Handball100
Segeln87,87Kanu100
Schwimmen86,97Golf100
Volleyball84,67Ringen100
Gewichtheben83,98Schießen95,84
Hockey83,19Volleyball95,84
Handbal82,47Judo95,84
Reiten82,15Triathlon93,75
Turnen80,85Moderner Fünfkampf90,28
Kanu78,27Boxen87,82
Moderner Fünfkampf74,57Schwimmen87,3
Golf74,56Hockey84,59
Radsport74,08Radsport83,6
Basketball73,59Segeln83,54
Fechten71,75Rugby80,6
Judo69,93Taekwondo76,74
Ringen69,32Fechten76,04
Rugby67,57Turnen67,42
Boxen67,23Rudern67,09
Tennis62,71Reiten66,6
Taekwondo62,41Tennis62,89
Rudern61,69Basketball49,21

nch/sid/dpa | Stand: 20.11.2019, 00:01

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