Das waren die Sport-Tiefschläge 2018

Das waren die Sport-Tiefschläge 2018

Von Jo Herold

2018 war ein düsteres Jahr für Fußball-Deutschland. Aber auch in der Formel 1 lief es aus deutscher Sicht nicht. Und in einer ganzen Reihe weiterer Sportarten gab es regelrechte Tiefschläge.

Sportler des Jahres 2018, teils Archivmaterial

B wie "Blamagen-Desaster-GAU" - 27.06.:
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheidet nach einem 0:2 gegen Südkorea erstmals bei einer WM in der Vorrunde aus. Kim Young Gwon und Heung Min Son treffen zum Sieg.

B wie "Blamagen-Desaster-GAU" - 27.06.:
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheidet nach einem 0:2 gegen Südkorea erstmals bei einer WM in der Vorrunde aus. Kim Young Gwon und Heung Min Son treffen zum Sieg.

D wie Dauerthema - 29.01.:
Das russische Team bleibt wegen des staatlich gelenkten Dopingsystems in Russland von den bevorstehenden Paralympics in Pyeongchang ausgeschlossen. Nur Einzelstarter unter neutraler Flagge sind möglich.

D wie "Demission" - 13.03.:
Der Deutsche Fußball-Bund trennt sich von Bundestrainerin Steffi Jones. Horst Hrubesch übernimmt.

D wie "desorientiert" - 28.10.:
Der WM-Titel mit Ferrari, nie war er für Sebastian Vettel so realistisch wie in dieser Saison. Das Auto konkurrenzfähig, dazu ein guter Start in die WM - doch Fahrfehler, dumme Unfälle und Patzer des Teams bringen den Heppenheimer um alle Chancen. Lewis Hamilton ist wieder Weltmeister. Ex-Chefvermarkter Bernie Ecclestone lederte danach: "Michael (Schumacher, d. Red.) hat Ferrari auf seine Schultern genommen und das Team aus der Krise geführt. Er war ein Leader. Vettel ist nicht so", so das harte Urteil des Briten, der nachlegte: "Er muss innerlich stärker werden, die Dinge gelassener sehen. Er ist noch nicht fertig als Pilot, er ist im Moment nur desorientiert."

D wie "Dino" - 12.05.:
Der Hamburger SV steigt erstmals aus der Bundesliga ab, in der Relegation setzt sich Wolfsburg später gegen Kiel durch.

D wie Donnerstag, 04.01.:
Skispringer Richard Freitag stürzt in Innsbruck beim dritten Springen im ersten Durchgang und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Tags drauf muss der Mitfavorit seinen Ausstieg aus der Vierschanzentournee bekanntgeben.

F wie "Fortsetzung des Blamagen-Desaster-GAUs" - 16.11.:
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steigt aus der höchsten Spielklasse ab und muss in der B-Klasse der Nations League spielen.

G wie Gestank - 24.11.:
In der Stadt der "Guten Lüfte" (Übersetzung von Buenos Aires, Anm. d. Red.) ist für den 24.11. das Final-Rückspiel um die Copa Libertadores (südamerikanische Klub-Meisterschaft) angesetzt. Doch ein Angriff auf den Teambus der Boca Juniors durch Fans des Erzrivalen River Plate sorgt für Chaos. Das Duell der in der argentinischen Hauptstadt ansässigen Lokalrivalen wird zunächst um einen Tag, dann auf den 9. Dezember verschoben. Austragungsort: Spaniens Hauptstadt Madrid. River Plate gewinnt das Spiel 3:1 n.V. und sichert sich damit zum vierten Mal die Copa.

G wie "größenwahnsinnig", Teil 1:
"Jetzt hat L.A. einen Gott und einen König." (Der schwedische Fußball-Star Zlatan Ibrahimovic von LA Galaxy zum Wechsel von Basketball-Superstar LeBron James, der auch "King" James genannt wird, zu den Los Angeles Lakers)

G wie "größenwahnsinnig", Teil 2 - 14.06.:
Frankreichs Fußball-Star Antoine Griezmann schlägt ein Angebot des FC Barcelona aus und bleibt bei Atlético Madrid. Der Franzose kündigt seine Entscheidung via Social Media an und inszeniert sich danach grotesk.

H wie "Hoellywood", Teil 1 - 19.10.:
Die Abteilung Attacke des FC Bayern schlägt nicht nur bei der legendären Pressekonferenz des Präsidenten Uli Hoeneß und des Vorstandschefs Karl-Heinz Rummenigge zu. Breitseite gegen alle Kritiker - so unsouverän hat man den deutschen Rekordmeister selten abseits des Rasens erlebt. Hoeneß teilte zudem gegen Mesut Özil aus: "Er hat sich jetzt schön hinter der Erdogan-Geschichte verstecken können. Er hat seit Jahren einen Dreck gespielt."

H wie "Hoellywood", Teil 2 - 30.11.:
Kritik am Führungsstil, an der Wortwahl, am Umgang mit Ehrenspielführer Paul Breitner: Uli Hoeneß sieht sich auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München harscher Kritik ausgesetzt. Die habe ihn "verletzt", sagte der Bayern-Präsident. Später denkt der 66-Jährige öffentlich über seine Zukunft beim Rekordmeister nach, lässt sich aber kurz vor Weihnachten als Aufsichtsratsvorsitzender für vier Jahre wiederwählen.

K wie "kleiner Dino - 27.04.:
Der 1. FC Kaiserslautern steigt erstmals in seiner Geschichte in die 3. Fußball-Liga ab.

K wie "Kristina Vogel" - 25.06.:
Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel verunglückt beim Training in Cottbus und erleidet dabei eine schwere Wirbelsäulenverletzung. Vogel kollidiert bei voller Geschwindigkeit mit einem Fahrer, der sich ebenfalls auf der Radrennbahn befindet. Vogel ist querschnittgelähmt und muss fortan im Rollstuhl sitzen. Im Winter zuvor hatte die Ausnahmeathletin ihre WM-Titel zehn und elf errungen.

N wie Nerven - 08.09.:
Superstar Serena Williams sorgt mit Ausrastern im US-Open-Finale gegen Japans Naomi Osaka für einen Eklat. Die inzwischen 37-Jährige zertrümmert ihren Schläger, beleidigt den Schiedsrichter als "Dieb". Danach erhebt die Amerikanerin Sexismus-Vorwürfe und prangert eine "Doppelmoral" im Tennis an: "Als Frau sollte man sich wenigstens halb so viel erlauben können wie ein Mann." Sie werde weiter für die Rechte von Frauen kämpfen.

P wie "Pannen-Loris" - 26.05.:
Das Champions-League-Finale 2018 ist für Loris Karius der Höhepunkt und zugleich auch der Wendepunkt seiner Karriere. Wohl auch wegen einer Gehirnerschütterung nach einem Foul unterlaufen dem Torwart aus Biberach zwei grobe Patzer. Der FC Liverpool verliert gegen Real Madrid. Karius spielt inzwischen für Besiktas Istanbul.

P wie "pleite":
Haushohe Schulden, Ärger mit der britischen Regierung, Rosenkrieg: Boris Becker ist nicht zu beneiden. Trotzdem hält Deutschland zu dem einstigen Superstar im Welttennis: Ob als TV-Experte, als Laudator bei Sportlerehrungen oder als Spendenwerber ("Ein Herz für Kinder") - der 51-Jährige ist vielfach präsent, seine Expertise gefragt.

P wie Prokop - 24.01.:
Die deutschen Handballer scheitern bei der EM in Kroatien nach einer Niederlage gegen Spanien vorzeitig in der Hauptrunde. Daraufhin sieht sich Bundestrainer Christian Prokop mit Kritik konfrontiert, darf aber im Amt weitermachen.

R wie Rassismusvorwürfe - 22.07.:
Mesut Özil tritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurück und rechnet in einer Erklärung unter anderem mit DFB-Präsident Reinhard Grindel ab. Der DFB wehrt sich vehement gegen die Rassismusvorwürfe von Özil. Nachdem Özil offenbar Bundestrainer Joachim Löw ein klärendes Gespräch verweigert, schließt Löw eine Rückkehr des Arsenal-Spielers ins Nationalteam kategorisch aus.

S wie Schwimmverbands-Chaos - 09.12.:
Software-Unternehmerin Gabi Dörries tritt als Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) überraschend zurück. Wegen der Erhöhung des Mitgliedsbeitrages war ein Streit entbrannt.

S wie "Sommermärchen" - 23.05.:
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt erhebt im Zuge der Affäre um die Fußball-WM 2006 wegen Steuerhinterziehung Anklage gegen Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt. Das Landgericht Frankfurt lehnt die Eröffnung des Hauptverfahrens am 15.10. gegen die früheren DFB-Funktionäre ab.

T wie "tief" - 11.02.:
Felix Loch, der Dauergewinner des Rodelns, geht bei den Olympischen Winterspielen leer aus. Im letzten Lauf der Einsitzer-Konkurrenz verspielt er nach klarer Führung mit einem Fahrfehler den dritten Einzelsieg nach 2010 und 2014 - und darf auch nicht in der Team-Staffel antreten. Zwei Wochen zuvor hatte sich Loch zum sechsten Mal den Gesamtweltcup im Rodeln gesichert.

U wie "unglaublich" - 05.08.:
Der ehemalige Radsport-Profi Jan Ullrich erlebt ein Jahr zum Vergessen: Beziehungsaus, Randale auf dem Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger auf Mallorca, Drogenprobleme und nicht nur das: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 44-Jährigen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Er soll in einem Frankfurter Hotel eine Escort-Dame nach einem Streit angegriffen und verletzt haben.

V wie Verwirrung, Teil 1:
Deutsche Fußball Liga und Deutscher Fußball-Bund tun sich schwer mit der Umsetzung des Videobeweises: Die Eingriffe aus der Kölner Videozentrale kämen zu spät, seien langatmig, blieben ganz aus, seien zu intransparent oder fänden zu unrecht statt. Professionalisierungsmaßnahmen bei den Schiedsrichtern zeigten zwar Wirkung, aber trotzdem besteht noch Handlungsbedarf. Der Projektleiter für den Bereich Video-Assistent beim DFB, Jochen Drees, will nun ehemalige Profis als Ratgeber hinzuziehen - im Livebetrieb allerdings sollen die Unparteiischen weiter unter sich bleiben.

Stand: 26.12.2018, 08:30 Uhr

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