Ungewohnter Gegenwind für Alfons Hörmann

Alfons Hörmann in Düsseldorf

Mitgliederversammlung in Düsseldorf

Ungewohnter Gegenwind für Alfons Hörmann

Ungewohnten Gegenwind gab es am Samstag (01.12.2018) für DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Düsseldorf.

Überraschend trat kurz vor der Wahl zum DOSB-Chef ein Gegenkandidat an: Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon Union. Engelhardt bekam 61 Stimmen, 383 Delegierte votierten für Hörmann, der seit Dezember 2013 an der Spitze der Vereinigung aller Sportverbände in Deutschland steht. Eine Kampfabstimmung war ein Novum bei dieser Wahl.

Mehr Vertrauen zwischen den Verbänden

"Es ist dringend notwendig, die teilweise destruktiven Auseinandersetzungen der für und im Sport agierenden Akteure zu beenden und mehr Vertrauen, Verlässlichkeit zwischen DOSB und den Verbänden aufzubauen", begründete Engelhardt seine Bewerbung. Die 61 Delegierten, die für den Mediziner aus Osnabrück stimmten, sind ein Zeichen des größeren Unmuts im DOSB. Hörmann dankte nach der Wiederwahl für den "großen Vertrauensbeweis" und kündigte an, einen "Stil der Transparenz und Offenheit" pflegen zu wollen.

Vor zwei Monaten hatte schon eine Opposition aus dem Kreis der Spitzenverbände versucht, die Wiederwahl Hörmanns zu verhindern. Ihm war vorgeworfen worden, sich im Umgang mit Verbandskollegen harsch unangemessen zu verhalten.

Hörmann bleibt DOSB-Präsident, Seehofer verkündet steigende Finanzierung

Sportschau 01.12.2018 02:55 Min. Verfügbar bis 01.12.2019 ARD

Medienschelte für Hörmann unberechtigt

Vor der Wiederwahl hatte ihm Basketball-Präsident Ingo Weiss, der zum Nachfolger des Hörmann gegenüber kritischen Ruder-Präsidenten Siegfried Kaidel als Sprecher der Spitzenverbände gewählt wurde, "exzellente Arbeit" bescheinigt und ihn gegen die Kritik verteidigt: "In den Medien hat es einige Schelte gegeben, und das zu Unrecht."

Einen Fürsprecher hat Hörmann auch in Bundesinnenminister Horst Seehofer. "Herr Hörmann kommt nicht ins BMI, um irdendwelche Deals zu machen, sondern hat knallhart seinen Standpunkt", sagte der CSU-Politiker. "Das ist nicht immer angenehm für uns. Er ist uns lieb, aber auch ein teurer Gesprächspartner." So wird der Sportetat 2019 auf 235 Millionen Euro aufgestockt. Dies sind 70 Millionen Euro mehr im Vergleich zu 2017. Damit soll insbesondere die Umsetzung der Leistungssportreform vorangetrieben werden.

Unterstützung für NRW-Bewerbung

Seine Unterstützung sagte der Minister der nordrhein-westfälischen Initiative für Olympische Spiele 2032 an Rhein und Ruhr zu. Deutschland würde eine Bewerbung "gut zu Gesicht stehen". Der für den Sport zuständige Minister sprach sich für ein "umsichtiges und maßvolles Konzept" aus.

red/sid/dpa | Stand: 01.12.2018, 16:30

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