Bündnis stellt Drei-Stufen-Konzept zur Zuschauer-Rückkehr vor

Fans in Köln beim Derby gegen Gladbach.

Coronavirus-Pandemie

Bündnis stellt Drei-Stufen-Konzept zur Zuschauer-Rückkehr vor

Eine gemeinsame Initiative aus Sport, Kultur und Wissenschaft hat in Berlin eine Studie zur Rückkehr von Zuschauern bei Großevents vorgelegt.

20 Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen haben mit der Unterstützung von mehr als 40 Kultur- und Sportinstitutionen einen Drei-Stufen-Plan zur schrittweise Rückkehr von Zuschauern entwickelt. Der Leitfaden stellt verschiedene Modelle für Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen vor. Ausgehend von einem Basiskonzept können mittels weiterer Maßnahmen wie Hygienekonzepten und Teststrategien neue Stufen erreicht werden, die eine schrittweise Steigerung der Zuschauer pro Veranstaltung ermöglichen.

Aus dem Sport wird die Initiative von allen großen Ballsportverbänden und Ballsportligen unterstützt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist genauso vertreten wie der Deutsche Basketball-Bund (DBB) und der Deutsche Handball-Bund (DHB). Auch viele der großen Veranstaltungs-Arenen haben sich beteiligt.

Drei-Stufen-Plan bis zum vollen Stadion

Die Eckpunkte:

  • Stufe 1 - geschlossene Räume: Bei Sporthallen, Konzerthäusern, Theatern oder Opern soll eine Besetzung zwischen 25 und 30 Prozent möglich sein. Es soll nur personalisierte Eintrittskarten geben, die zusammen mit dem Ausweis kontrolliert werden. Das Tragen von medizinischen Masken soll Pflicht sein. Auf den Verkauf von Speisen oder Getränken würde verzichtet, zudem sollen Mindestabstände mit entsprechend leeren Sitzreihen eingehalten werden. Wer in einem Haushalt wohnt, soll nebeneinander sitzen dürfen.
  • Stufe 2 - Außenbereich: Hier wird bei vergleichbaren Standards eine Auslastung von bis zu 40 Prozent als möglich betrachtet. Maskenpflicht soll bis zu den Plätzen gelten. Bei mehr als 1.000 Besuchern soll es keinen Alkohol geben.
  • Stufe 3 - komplett volle Stadien: Die "Maximalmodell" genannte Variante erfordere eine Teststrategie unter anderem mit digitaler Unterstützung des Kontaktmanagements, heißt es. Verbindlich wären zudem Antigen-Tests vor jeder Veranstaltung, positive Tests sollen zum Ausschluss der Person von der Veranstaltung führen.
  • Amateur- und Breitensport: Bei ausreichenden Flächen sind abgeschwächte Regelungen vorgesehen.
  • Impfungen: Das Basismodell für drinnen und draußen unterscheidet nicht zwischen Besuchern, die schon geimpft sind und anderen.

"Einen Weg zeigen zum Wie"

Mit dem neuen Konzept soll kein Druck auf die Politik ausgeübt werden. "Wir wollen der Politik einen Weg zeigen zum Wie", sagte Florian Kainzinger, Koordinator der Studie. "Uns geht es nur in zweiter Hinsicht um das Wann. Darüber kann mit der Politik diskutiert werden", sagte Kainzinger.

"Es ist phänomenal, dass sich Kultur und Sport an einen Tisch gesetzt haben, um zu überlegen, wie kriegen wir die Zuschauer wieder in die Hallen", sagte Präsident Ingo Weiss vom Deutschen Basketball-Bund (DBB) und meinte zum Zeitplan: "Nach Ostern sollte Sport wieder möglich sein, und dann sollten auch die Zuschauer wieder in die Hallen und Stadien kommen."

"Es bringt nichts, die Gesellschaft weiter mit der Holzhammermethode wegzuschließen", sagte Geschäftsführer Frank Bohmann von der Handball-Bundesliga (HBL): "Es wird höchste Zeit, dass wir lernen, mit dem Virus zu leben, und dürfen uns nicht weiter verstecken. Man kann verantwortungsvoll aus dem Lockdown herauskommen."

Drei-Stufen-Plan soll Sport, Kultur- und Eventbranche Öffnungsperspektiven geben

Sportschau 22.02.2021 03:04 Min. Verfügbar bis 22.02.2022 ARD Von Volker Schaffranke


Facharzt hat keine Angst vor neuen Virus-Varianten

Nach Ansicht von Georg-Christian Zinn, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, könne man bei einer konsequenten Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen auch den neueren Virus-Varianten standhalten. "Mit guten Konzepten können diese Varianten zurückgedrängt werden. Das bereitet uns keine großen Bauchschmerzen", sagte Zinn.

Der Profisport kann für sich in Anspruch nehmen, viele Voraussetzungen bereits zu erfüllen. Die Eckpunkte des modularen Plans umfassen unter anderem die Erstellung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes, personenbezogene Tickets zum Kontaktmanagement, eine durchgehende Maskenpflicht und ein Ausschankverbot von alkoholischen Getränken.

sid/dpa | Stand: 22.02.2021, 14:17

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