Olympia 2032: Berlin ist raus, Vorentscheidung für Rhein-Ruhr

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

Entscheidung über Bewerbung eventuell noch in diesem Jahr

Olympia 2032: Berlin ist raus, Vorentscheidung für Rhein-Ruhr

Sollte Deutschland sich für die Austragung der Olympischen Spiele 2032 bewerben, wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Region Rhein-Ruhr ins Rennen schicken. Das bestätigte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Auch Berlin und Hamburg waren im Gespräch.

Sind Berlin und Hamburg als potenzielle Bewerber damit definitiv raus?

Ja. Schon im Dezember 2019 hatte der DOSB verkündet, dass Hamburg sich eine Bewerbung nicht vorstellen könne, und auch eine Kandidatur Berlins schien schon damals eher unwahrscheinlich. Jetzt ist auch das definitiv: "Berlin will gerne Olympische Spiele ausrichten, doch für 2032 wird es aufgrund des veränderten Vergabeverfahrens des IOC zu eng für uns. Denn das IOC könnte die Spiele schon 2022 vergeben", sagte Direktor Friedhard Teuffel vom Landessportbund Berlin (LSB) dem SID. 

Olympia 2032 - Rhein-Ruhr-Region ist Favorit

Sportschau 11.02.2020 02:02 Min. Verfügbar bis 12.02.2021 ARD

"Berlin als Hauptstadt und Sportstadt Nummer 1 in Deutschland wäre aber für 2036 oder 2040 allemal ein interessanter und nahe liegender Bewerber", erklärte Hörmann. Eine Bewerbung Berlins für die Spiele 2036 hundert Jahre nach den für Propagandazwecke missbrauchten Olympischen Spielen der Nazionalsozialisten polarisiert allerdings. "2036 halten wir für ein spannendes und gutes Datum, weil es ein Zeichen dafür setzen könnte, wie sich Deutschland verändert hat", sagt Teuffel vom LSB. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte einer Bewerbung wegen des belasteten Termins dagegen eine Absage erteilt.

Wie ist die Stimmung in NRW?

Der DOSB hat die Stimmung in Rhein-Ruhr durch eine Forsa-Umfrage ermitteln lassen. "Eine solide Ausgangsbasis für weitere Aktivitäten" soll laut Hörmann in Rhein-Ruhr gegeben sein. Das sei wichtig, denn man brauche nicht nur die bereits vorhandene Unterstützung durch die Landesregierung, sondern eben auch den Rückhalt in der Bevölkerung.

Man sehe "ein erfreulich positives Bild in jeder der beteiligten Kommunen", so Hörmann. Beim DOSB ist man sensibilisiert seit den Erfahrungen mit der Olympiabewerbung Hamburgs für die Sommerspiele 2024, als 51,6 Prozent der Hanseaten in einem Referendum dagegen votierten.

Auch der neue Präsident des nordrhein-westfälischen Landessportbundes Stefan Klett ist optimistisch: "Weil gleich 14 Städte gemeinsam über alle Parteigrenzen hinweg diese Begeisterung teilen, ist es aus meiner Sicht bereits schon gelungen, eine unabdingbare positive Stimmungslage der Bevölkerung an Rhein und Ruhr zu erzeugen", sagte Klett der "Rheinischen Post".

Wie geht es jetzt weiter?

Für die Bewerbung Rhein-Ruhr muss jetzt ein fertiges Konzept erstellt werden. Vor allem die Finanzierung und die damit einhergehende Verteilung der Mittel zwischen Bund, Land und Kommunen sei ein elementarer Punkt dieses Konzepts, so Hörmann. Zudem müsse auch noch einmal die konkrete Organisation der Bürgerbeteiligung vorgestellt werden. "Gerade in den Kernstädten wie zum Beispiel Köln und Düsseldorf brauchen wir eine deutliche Zustimmung, weil das Konzept andernfalls sinnlos und zum Scheitern verurteilt wäre", so Hörmann.

Erst wenn diese Punkte geklärt sind, kann eine offizielle Entscheidung über die tatsächliche Bewerbung durch die Mitgliederversammlung des DOSB getroffen werden. Wahrscheinlich wird der Deutsche Olympische Sportbund auf seiner Präsidiumssitzung am 26. April die Lage analysieren und im Anschluss den weiteren Fahrplan festlegen, ehe dann im Idealfall bei der Mitgliederversammlung am 5. Dezember eine Entscheidung über das Verfahren getroffen werden könne.

dpa/red | Stand: 12.02.2020, 13:58

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