Coronavirus

Coronavirus-Ticker - KW15 (05.04.20 - 12.04.20)

Die Ausbreitung des Coronavirus hat weiter Folgen für die Sportwelt - ein Überblick über Absagen, Verlegungen und aktuelle Entwicklungen.

Wir führen den Coronavirus-Ticker nicht weiter fort. Stattdessen halten wir Sie nach Sportarten sortiert über die wichtigsten Meldungen auf dem Laufenden. Hier geht's zur Coronavirus-Übersichtsseite: http://www.wdr.de/k/coronavirus-uebersicht

Sonntag, 12.04.2020

Fußball: München prüft weiter die Zusage als Spielort für die verlegte EM. "Nach der Verschiebung der Fußball-EM EURO 2020 auf das Jahr 2021 wird das weitere Vorgehen der Landeshauptstadt München aktuell stadtintern geprüft", hieß es aus dem zuständigen Sportreferat der Stadt. Eine Entscheidung soll wohl bis Ende April fallen. Der europäische Dachverband UEFA hatte das Turnier wegen der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr verschoben und prüft nun, ob alle zwölf geplanten Spielorte auch dann wieder zur Verfügung stehen. Möglicherweise können manche Spielorte durch die Corona-Folgen ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. 

Formel 1: Auch das Formel-1-Team Haas schickt Teile seiner Belegschaft in Kurzarbeit. Wie der US-Rennstall mitteilte, gilt diese Maßnahme für die Mehrheit seiner Mitarbeiter in Großbritannien. Einige aus dem Führungspersonal sind davon ausgenommen, diese haben aber einer Gehaltsreduzierung zugestimmt. Die beiden Piloten Romain Grosjean und Kevin Magnussen sollen ebenfalls auf Teile ihres Salärs verzichten. Zuvor hatten bereits Renault, Williams, McLaren und Racing Point entsprechende Maßnahmen ergriffen. In der Formel 1 sind insgesamt zehn Rennställe vertreten.

Samstag, 11.04.2020

Triathlon: Der dreimalige Ironman-Weltmeister Jan Frodeno hat am Samstag seinen "Ironman dahoam" erfolgreich beendet und rund 200.000 Euro für wohltätige Zwecke in der Coronakrise gesammelt. Der 38-Jährige spulte in seinem Haus in Girona/Spanien die Ironman-Distanz über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem 42,195 km langen Marathon ab. Beim Schwimmen (47:30 Minuten) nutzte Frodeno die Gegenstromanlage in seinem Pool, für das Radfahren auf der Rolle (4:13 Stunden) und die Einheit auf dem Laufband (2:58 Stunden) griff er auf eine Trainings-App (Zwift) zurück - beim Laufen musste er allerdings aufgrund vom Computerproblemen zwischenzeitlich unterbrechen. Die reine Rennzeit von knapp acht Stunden ist aller Ehren wert.

Leichtathletik: Die Mehrheit der Leichtathleten sorgt sich im Zuge der Coronakrise um die Verlässlichkeit des Anti-Doping-Systems. Das geht aus einer Umfrage der Interessenvertretung Athletics Association hervor. Demnach hegen 78 Prozent der Befragten Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Testergebnisse in dieser Saison. Grund sind die derzeit eingeschränkten Möglichkeiten der Kontrolleure. An der Umfrage hatten sich 685 Leichtathleten aus 82 Ländern beteiligt. Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics, hatte zuletzt negative Folgen der Pandemie für das Kontrollsystem eingeräumt. "Es wäre ja lächerlich, wenn ich sagen würde, dass dies keinen Einfluss haben wird. Ich denke, das wissen wir alle", hatte er der ARD-Dopingredaktion gesagt. 

Rudern: Das Präsidium des Deutschen Ruderverbandes beschloss einstimmig, alle DRV- und DRJ-Veranstaltungen bis zum 15. August 2020 abzusagen. "Mit dieser Entscheidung möchten wir ein politisches Signal senden und für Klarheit sorgen. Zudem sprechen wir auch eine Empfehlung für unsere Vereine aus, sich dieser Entscheidung anzuschließen, sagte der DRV-Vorsitzende Siegfried Kaidel. Am Donnerstag war bereits die vom 16. bis 23. August im slowenischen Bled angesetzte WM abgesagt worden.

Tennis: Die Absageflut im Tennis setzt sich fort und hat nun auch das erste Turnier der nordamerikanischen Hartplatz-Tour in der zweiten Jahreshälfte erwischt. Wie die WTA mitteilte, werden die Canadian Open der Frauen in Montreal, die am 10. August beginnen sollten, wegen der Coronakrise in diesem Jahr nicht ausgetragen. Die WTA gab zudem bekannt, dass über eine Verlängerung der generellen Spielpause über den 12. Juli hinaus erst im Mai entschieden werde. Die Behörden in der Provinz Quebec hatten zuvor alle Großveranstaltungen bis zum 31. August ausgesetzt. Die Canadian Open der Männer, die zeitgleich mit dem Frauenturnier stattfinden sollten, sind bislang noch nicht abgesagt worden. Deren diesjähriger Schauplatz Toronto liegt in der Provinz Ontario.

Leichtathletik: Ein Großteil der Mitarbeiter der DLV-Geschäftsstelle wird vom 1. Mai an in Kurzarbeit gehen. Das betrifft laut DLV jene Bereiche, die derzeit deutlich weniger Arbeitsaufgaben haben. Alle Mitarbeiter bauen ihre Überstunden bis Ende April ab und nehmen teilweise Urlaub. Der Großteil der DLV-Mitarbeiter arbeitet derzeit im Mobil-Office, einige wenige auf der Geschäftsstelle in Darmstadt.

Tennis: Beim Deutschen Tennis Bund sind die Geschäftsstellen-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die Geschäftsstelle in Hamburg ist seit dem 18. März geschlossen. Die Maßnahmen sind vorerst bis zum 26. April geplant und gelten für etwa 30 Mitarbeiter.

Tennis: Der Deutsche Tennis Bund (DTB) will wie der Golfverband eine baldige Öffnung der Plätze unter Auflagen anregen. Auch der DTB wolle sich in der Coronavirus-Krise mit einer Stellungnahme an Entscheidungsträger wenden, kündigte Vizepräsident Dirk Hordorff im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. "Tennis ist natürlich prädestiniert als Sportart", sagte der Funktionär. Der DTB lasse sich deswegen von Virologen beraten. Der Deutsche Golf Verband (DGV) hatte sein Schreiben nach eigenen Angaben "an eine große Zahl relevanter Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene" gerichtet und hofft im Falle erster Lockerungen auf eine Erlaubnis für Golf. Es gehe nicht um einen Sonderweg für Golf, schreibt DGV-Präsident Claus M. Kobold in der Verbandsstellungnahme, sondern um eine "noch sehr eingeschränkte, aber zügige Lockerung wenigstens eines Teilbereichs des Sports".

Freitag, 10.04.2020

Fußball/England: Liverpools Fußball-Legende Kenny Dalglish ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 69-Jährige zeige bisher keine Symptome, teilte der Klub von Teammanager Jürgen Klopp am Freitag mit. Der Test sei bei einem Aufenthalt im Krankenhaus als Routineuntersuchung vorgenommen worden, das Ergebnis sei "unerwartet" ausgefallen. Der Schotte Dalglish hatte sich schon vor dem Besuch im Krankenhaus in häusliche Quarantäne begeben.

Formel 1: Mit dem Renault-Werksteam hat bereits der vierte Formel-1-Rennstall Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Die Rennsport-Abteilung des französischen Autobauers gab am Freitag bekannt, dass dies seit dem 1. April vorerst bis zum 31. Mai für die Belegschaft im Werk im englischen Enstone gelte. Durch ein Programm der britischen Regierung könne allen Mitarbeitern mindestens 80 Prozent des Lohnes ausgezahlt werden. Im selben Umfang soll auch das Gehalt auf der Managementebene reduziert werden.

Tennis: Das wichtigste Tennisturnier der Welt in Wimbledon ist gegen einen pandemiebedingten Ausfall versichert. Seit 2003 soll Wimbledon jährlich 1,8 Millionen Euro für eine entsprechende Versicherungspolice gezahlt haben. Jetzt macht sich die weitsichtige Schutzstrategie bezahlt: Denn nach der Absage des Turniers für 2020 aufgrund der Coronakrise erhält Wimbledon nun etwa 130 Millionen Euro Entschädigung.

Tennis: Die Führungsetage des Weltverbands ITF verzichtet vorerst auf Teile des Gehalts. Wie der Verband mitteilte, hat Präsident David Haggerty einer Kürzung um 30 Prozent zugestimmt. Weitere Mitglieder des Vorstands erhalten vorläufig 20 Prozent weniger. "Die aktuelle Situation stellt eine fundamentale Herausforderung für unsere Organisation und unseren Sport dar", sagte Haggerty. Die ATP- und die WTA-Tour pausieren mindestens bis zum 13. Juli, zuletzt war das Turnier in Wimbledon abgesagt worden.

Olympia: Toshiro Muto, Chef des Organisationsskomitees für Olympia 2020 in Tokio, möchte angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in Japan keine Prognosen darüber abgeben, ob die verschobenen Olympischen und Paralympischen Spiele wirklich wie geplant im Sommer 2021 ausgetragen werden können. "Ich glaube, niemand kann sagen, ob es möglich ist, das Virus bis zum kommenden Juli unter Kontrolle zu bringen - oder nicht", wurde Muto von Associated Press zitiert. Alternativpläne über eine mögliche weitere Verschiebung gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keine, so Muto: "Wir werden alles tun, um uns vorzubereiten und die Spiele zu ermöglichen."

Donnerstag, 09.04.2020

Fußball/Belgien: Die belgischen Profiklubs haben die finale Entscheidung über ein vorzeitiges Saisonende unter dem Druck der UEFA vertagt. Die ursprünglich für den 15. April vorgesehene Abstimmung wurde am Donnerstag auf den 24. April verschoben. Dort soll der Vorschlag der Ligakommission, die Saison wegen der Coronakrise abzubrechen und den FC Brügge zum Meister zu erklären, auch offiziell angenommen werden. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte die Liga kurz nach Bekanntwerden der Pläne kritisiert.

Fußball/Schottland: Der schottische Fußballverband hat die Saisonpause in allen nationalen Ligen um sechs Wochen verlängert. Wie Verbandsoffizielle am Donnerstag mitteilten, wird sowohl im Profi- als auch im Hobbybereich mindestens bis zum 10. Juni der Ball ruhen. Bislang war lediglich eine Unterbrechung bis zum 30. April vorgesehen.

Fußball/3. Liga: Die 3. Fußball-Liga behält die Wiederaufnahme des Spielbetriebs weiter als festes Ziel im Blick, ein vorzeitiger Saisonabbruch ist trotz der Coronakrise derzeit kein Thema. Darauf einigten sich der DFB, der Ausschuss 3. Liga und die Verantwortlichen der 20 Klubs am Donnerstag in einer außerordentlichen Videokonferenz. Ziel der 3. Liga sei weiterhin, die Saison 2019/2020 fortzusetzen und zu einem sportlichen Ende zu bringen. Der Ball ruht dabei mindestens noch bis 30. April, bei einer Fortsetzung stünden noch elf Spieltage auf dem Programm.

Rudern: Mit der Ruder-Weltmeisterschaft fällt das nächste sportliche Top-Event im Jahr 2020 der Coronakrise zum Opfer. Die vom 16. bis 23. August im slowenischen Bled angesetzten Welttitelkämpfe wurden für dieses Jahr abgesagt, dies teilte der Weltverband FISA am Donnerstag mit. Stattdessen soll die WM im kommenden Jahr vom 1. bis 5. September an gleicher Stelle nachgeholt werden.

Basketball: Die Basketball-Europameisterschaft mit der geplanten Endrunde in Berlin findet im Zuge der Olympia-Verlegung ein Jahr später im Spätsommer 2022 statt. Das teilte der Weltverband Fiba nach einer Entscheidung seines Exekutivkomitees am Donnerstag mit. Die EM solle in der Zeitphase zwischen dem 1. und 18. September steigen. Bislang war das Kontinentalturnier vom 2. bis 19. September 2021 geplant. Eine Vorrunde der EM ist in Köln geplant, als weitere Gastgeberländer in der Gruppenphase sind Georgien, Italien und Tschechien vorgesehen.

Tennis: Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat die 1. und 2. Tennis-Bundesliga für 2020 abgesagt. Offizieller Spielstart in der höchsten deutschen Spielklasse wäre der 5. Juli 2020 gewesen. Für die 2. Bundesliga Nord und Süd war der erste Spieltag für den 12. Juli terminiert. Aus der Absage folgert, dass es in diesem Jahr keine Auf- bzw. Absteiger geben wird.

Radsport/Bahnrad: Die deutschen Meisterschaften der Bahnradfahrer werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Das teilte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Abstimmung mit dem ausrichtenden Radsportverband Nordrhein-Westfalen mit. Ursprünglich hatte die Finalrunde am 1. Juli im historischen Kölner Radstadion starten sollen. Ein Ausweichtermin werde gesucht, "sobald absehbar ist, wann der Sportbetrieb in Deutschland auf Landes- und Bundesebene wieder aufgenommen werden kann", hieß es in einer BDR-Mitteilung.

Mittwoch, 08.04.2020

Fußball/Spanien: Real Madrid hat sich mit seinen Spielern auf eine Kürzung der Gehälter um vorerst zehn Prozent geeinigt. Sollte die Saison 2019/20 abgebrochen werden, würde die Kürzung bei 20 Prozent liegen, teilte der Verein mit. Von der Maßnahme sind auch die Basketball-Profis betroffen. Von dem eingesparten Geld sollen die finanziellen Einbußen der zahlreichen anderen Angestellten des Vereins gemildert werden. Zuletzt hatte sich Reals Mittelfeldspieler Toni Kroos gegen Gehaltskürzungen ausgesprochen und war dafür kritisiert worden.

Leichtathletik/Deutschland: Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat die nationalen Meisterschaften in allen Altersklassen und Bereichen bis zum 19. Juli abgesagt. Darunter sind auch die Titelkämpfe der Aktiven, die für 6./7. Juni in Braunschweig angesetzt waren und bereits auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben wurden. Dies beschloss das Präsidium, wie der DLV am Mittwoch mitteilte. Für einzelne Titelkämpfe sollen Alternativtermine in der zweiten Sommerhälfte gefunden werden.

Pferdesport: Das deutsche Spring- und Dressur-Derby in Hamburg wird ausgerechnet bei seinem Jahrhundert-Jubiläum verschoben. Das gaben die Organisatoren des Pferdesport-Klassikers am Mittwoch bekannt. Das Turnier sollte ursprünglich vom 20. bis 24. Mai stattfinden. Ein neuer Termin werde gesucht. Derzeit würden Optionen im Juli oder August geprüft.

Handball/DHB: Der Deutsche Handballbund (DHB) hat Kurzarbeit für einige seiner Mitarbeiter angemeldet. Das teilte am Mittwoch ein DHB-Sprecher mit. "Das Ausmaß hängt von den anfallenden Arbeitsaufgaben ab und wird daher in jedem Fachbereich entsprechend umgesetzt", hieß es. Zuletzt hatte DHB-Vorstandschef Mark Schober Ende März gesagt, dass dem DHB trotz der schwierigen Lage aktuell keine Insolvenz drohe.

Pferdesport/Galopp: Der deutsche Galopprennsport plant die Wiederaufnahme seiner Rennen für den 1. Mai. Das hat der Dachverband am Mittwoch mitgeteilt, Beratungen im Präsidium hätten zu dieser Entscheidung geführt. Für die Zeit vom 1. Mai bis 15. Juni 2020 sind 22 Renntage geplant. Dabei wird deutschlandweit immer nur an einem Ort - ohne Parallelveranstaltungen - gestartet. Zuschauer sind nicht zugelassen.

Fußball/International: Die französischen Profivereine haben sich mit ihren Spielern auf einen temporären Gehaltsverzicht in der Corona-Pause geeinigt. "Wir haben die Empfehlung am Dienstag unterzeichnet", sagte Philipp Piat, Präsident der Spielergewerkschaft UNFP. Vorgesehen ist ein Stufenmodell ab einer Reduzierung von 20 Prozent für Profis, die mehr als 10.000 Euro im Monat verdienen. Topverdiener (ab 100.000 Euro) sollen auf 50 Prozent ihres Gehalts verzichten, bis die ausgesetzten Fernsehgelder wieder fließen. Aus rechtlichen Gründen kann die Empfehlung nicht bindend sein, die UNFP hofft aber auf sehr wenige Abweichler. Einige Vereine hatten bereits ihre eigenen Modelle umgesetzt.

Basketball/Bundesliga: Basketball-Bundesligist Brose Bamberg schickt seine Mitarbeiter angesichts der Coronavirus-Krise in Kurzarbeit. Wie der neunmalige deutsche Meister am Mittwoch mitteilte, haben zudem Trainer und Spieler einer Einkommensreduzierung von 50 Prozent zugestimmt. Nur Kapitän Elias Harris habe die Vereinbarung abgelehnt. Wie lange die Maßnahmen Bestand haben, hänge davon ab, ob und wann die Basketball-Saison in Deutschland fortgesetzt werde. Derzeit ist sie mindestens bis Ende April ausgesetzt.

Dienstag, 07.04.2020

Motorsport/Formel 1: Die Formel 1 kann nicht wie geplant Mitte Juni in Kanada fahren. Die Veranstalter des für den 14. Juni angesetzten Rennens in Montréal gaben die Verschiebung des Grand Prix auf unbestimmte Zeit bekannt. Damit kann auch das neunte der ursprünglich 22 Rennen dieser Saison nicht wie vorgesehen stattfinden. Zuvor waren bereits die WM-Läufe in Australien, Bahrain, Vietnam, China, den Niederlanden, Spanien, Monaco und Aserbaidschan abgesagt oder verlegt worden.

Schon früher am Tag war bekannt geworden, dass die Verantwortlichen die Formel-1-Saison wohl auch mit einigen Geisterrennen ohne Zuschauer retten wollen. WM-Läufe hinter verschlossenen Türen würden nun von den Spitzen der Rennserie "ernsthaft geprüft", berichtete die BBC nach einer Telefonkonferenz mit Teamchefs, Rechteinhabern und Weltverbandschef Jean Todt. Als möglicher Start in die Saison wird das Rennen im britischen Silverstone (19. Juli) angesehen, weil sieben der zehn Teams ihre Fabriken im Umkreis der Traditionsrennstrecke betreiben. 

Fußball/Sportpolitik: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sieht keine Chance, in den nächsten Wochen zu einem normalen Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga zurückzukehren. Ob es überhaupt Spiele in den nächsten Wochen und Monaten geben könne, werde derzeit zwischen der Deutschen Fußball Liga und den Ländern besprochen, sagte Laschet. Dabei sei das Einvernehmen der Länder, die Bundesligavereine haben, wichtig. "Insofern geht natürlich nur ein Konsens von mindestens 18 Vereinen, die unter gleichen Regeln dann auch den Spielbetrieb wieder aufnehmen sollten - wenn denn diese Entscheidung gefällt wird."

Olympische Spiele/Qualifikation: Die Qualifikation für die um ein Jahr verschobenen Olympischen Spiele in Tokio läuft bis zum 29. Juni 2021. Diese neue Frist teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit. Die meisten Athleten können derzeit nur eingeschränkt trainieren, Qualifikations-Wettkämpfe sind überhaupt nicht möglich. Die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele in Japan beginnen am 23. Juli.

Fußball/1. und 2. Bundesliga: Der Pay-TV-Sender Sky könnte finanziell stark belasteten Klubs der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga möglicherweise mit der Vorauszahlung von TV-Geldern helfen. Laut den Zeitungen der Funke Mediengruppe soll Sky mit der Deutschen Fußball Liga über diese finanzielle Unterstützung für die 36 Profiklubs verhandeln. Der Spielbetrieb in den beiden obersten Ligen ruht bis mindestens zum 30. April.

Fußball/Niederlande: Trotz der Proteste der Spitzenvereine will der niederländische Fußballverband den Spielbetrieb der Profiligen im Juni wieder aufnehmen. Das teilte der KNVB nach einer Videokonferenz mit den Clubs mit, wie das niederländische Fernsehen berichtete. Wenn die Gesundheitsbehörden und die Regierung zustimmen, soll von Mitte Juni an wieder Fußball gespielt werden - allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Publikum. Der KNVB bleibt damit auf der Linie der UEFA.

Basketball/Italien: Italiens Basketballverband hat die Meisterschaft in der höchsten Spielklasse Serie A für beendet erklärt. Der Verband nahm einen entsprechenden Antrag des Präsidenten der nationalen Basketball-Liga, Pietro Basciano, an. Die Bedingungen für eine Fortsetzung der Meisterschaft seien angesichts der Corona-Pandemie in Italien nicht vorhanden, hieß es in einer Mitteilung des Verbandspräsidenten Giovanni Petrucci.

Breitensport/Sportfest: Die jüdischen Makkabi Deutschland Games werden um ein Jahr verschoben. Die Spiele sollen nun vom 12. bis 16. Mai 2021 stattfinden, teilte das Präsidium von Makkabi Deutschland mit. Die Gesundheit der teilnehmenden Sportler habe oberste Priorität. Ursprünglich wurden im Mai rund 700 Sportler in Düsseldorf erwartet. Vom 21. bis 24. Mai 2020 standen Wettkämpfe in 15 Sportarten und mehr als 25 Disziplinen auf dem Programm - von Fußball über Tischtennis, Karate und Beachvolleyball bis hin zu Schach und E-Gaming.

Ringen: Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele von Tokio hat der Ringer-Weltverband UWW die Qualifikationsturniere auf das Frühjahr 2021 verlegt. Die für dieses Jahr vorgesehenen Events werden in denselben Städten nachgeholt wie ursprünglich geplant. Das bedeutet für die deutschen Sportler und deren europäische Konkurrenz, dass es im März des nächsten Jahres in Budapest zum kontinentalen Quali-Turnier kommt. Im April ist dann in Sofia ein finaler Wettkampf geplant, bei dem unter Sportlern aus der ganzen Welt die letzten Olympia-Tickets vergeben werden.

Montag, 06.04.2020

Golf/International: Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg findet das Golf-Turnier British Open nicht statt. Die Organisatoren sagten das Sportereignis am Montag ab. Die 149. Ausgabe des berühmten Turniers sollte eigentlich vom 12. bis 19. Juli im Royal St. George's Golf Club im britischen Kent abgehalten werden. Nun findet das Turnier erst wieder im Juli 2021 statt.

Die übrigen Major-Turniere im Profigolf sind neu terminiert worden. Wie die Veranstalter in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, findet die PGA Championship vom 6. bis 9. August statt. Die US Open werden vom 17. bis 20. September ausgetragen, das legendäre Masters in Augusta wird auf den Zeitraum vom 12. bis 15. November verlegt.

American Football/USA: Novum in der Football-Profiliga NFL: Der diesjährige Draft (23. bis 25. April) wird komplett virtuell ausgetragen. Nach Rücksprache mit medizinischen Beratern sei diese Entscheidung alternativlos, heißt es. Ursprünglich sollte die Talenteziehung der besten College-Spieler mit großem Auflauf in Las Vegas ausgetragen werden. Im künstlichen See vor dem luxuriösen Hotel- und Spielkasinokomplex Bellagio mit seinen weltberühmten Wasserfontänen sollte nach den ursprünglichen Plänen eine schwimmende Bühne aufgebaut werden, die Spieler sollten mit einem Boot dorthin gebracht werden.

Triathlon/Ironman: Der für den 28. Juni angesetzte Ironman-EM der Triathleten in Frankfurt ist auf einen noch nicht bestimmten Zeitpunkt verlegt worden. Gleiches gilt für 13 weitere Ironman-Events in Europa und Südafrika im selben Monat, darunter das für den 21. Juni geplante Rennen in Hamburg. Diese Entscheidung gaben die Veranstalter der Ironman-Serie am Montag bekannt.

Sportveranstaltungen/Österreich: In Österreich dürfen bis Ende Juni keine öffentlichen Veranstaltungen vor Publikum stattfinden - Sportveranstaltungen sind dabei inbegriffen. Die österreichische Bundesregierung verkündete am Montag ein entsprechendes Verbot. Ob es "Geisterspiele" in Österreichs Fußball-Bundesliga geben könne, sei noch nicht klar, teilte eine Sprecherin des Sportministeriums mit. Zunächst werde es Ausnahmeregelungen wie etwa Trainingsmöglichkeiten für Profisportler geben. Diese hatte Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) "in den nächsten Wochen" in Aussicht gestellt.

Fußball/International: Der Weltverband FIFA will offenbar den Beginn der Transferperiode verschieben und damit den Weg für eine mögliche Verlängerung der Fußballsaison über den 30. Juni hinaus ebnen. Dies berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf FIFA-Kreise. Demnach soll eine Empfehlung abgegeben werden, dass Spieler trotz auslaufenden Vertrags weiter für ihren Klub auflaufen können, sollte die Spielzeit bis Ende Juni noch nicht beendet sein. Der Weltverband kann im Zusammenhang mit Spielerverträgen lediglich Empfehlungen aussprechen, da in jedem Staat nationales Recht gilt.

Turnen/Deutschland: Der Deutsche Turner-Bund (DTB) hat alle nationalen Wettbewerbe und Veranstaltungen bis zur Sommerpause abgesagt. Der Dachverband will die abgesagten Wettkämpfe wie die deutschen Kunstturn-Meisterschaften, die nationalen Titelkämpfe in der Rhythmischen Sportgymnastik oder im Trampolinturnen nicht vor Mitte Oktober neu ansetzen. Bei der Terminierung soll geprüft werden, ob diese mit bereits bestehenden Terminen zusammengelegt oder kombiniert werden können.

Wintersport/Deutschland: Der Deutsche Skiverband (DSV) hat bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angemeldet. Die Regelung gilt für alle 154 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DSV GmbH und des DSV e.V. und ist zunächst auf drei Monate befristet.

Fußball/Frankreich: Die französische Nationalmannschaft hat sich beim Pflegepersonal für den Einsatz in der Krise bedankt. "Wir singen und applaudieren für Sie", sagte PSG-Topstürmer Kylian Mbappé zusammen mit mehreren Teamkollegen des Fußball-Weltmeisters in einer Videobotschaft am Montag. Auch Paul Pogba, Oliver Giroud, Kapitän Hugo Lloris oder Trainer Didier Deschamps richteten Worte an die Schwestern, Pfleger, Ärzte und Ärztinnen im Land.

Schach: Der für Anfang Mai in Magdeburg geplante Meisterschaftsgipfel des Deutschen Schachbunds (DSB) ist auf August verschoben worden. "Ich bin froh, dass wir jetzt endlich Klarheit und einen neuen Termin haben. Auch für die Internet-Meisterschaften werden wir zeitnah einen neuen Austragungstag finden", sagte DSB-Präsident Ullrich Krause. Der Schachgipfel ist in diesem Jahr das wichtigste nationale Ereignis für die deutschen Spitzenspieler. Am 9. Mai sollten auch der außerordentliche DSB-Kongress und das Finale der ersten Internet-Meisterschaften stattfinden. Der Meisterschaftsgipfel soll jetzt vom 13. bis 23. August stattfinden, der Kongress am 22. August.

Parasport/Deutschland: Para-Leichtathletik-Trainer Karl-Heinz Düe vom TSV Bayer 04 Leverkusen sieht seine Athleten mit noch größeren Problemen konfrontiert als die nicht-behinderten Sportler. "Meine Athleten können aufgrund ihrer Behinderung nicht überall laufen", sagte der Coach der Sprintgruppe um Weltmeister Johannes Floors auf der Homepage des Vereins: "Die Nicht-Behinderten können genug reduziert trainieren - im Wald, im Park, auf Rasen - das geht bei den Behinderten nicht, schon gar nicht auf Rasen, weil der uneben ist." Es sei aktuell sehr schwierig, Trainingspläne zu erstellen, da bei den verschiedenen alternativen Übungen immer wieder Probleme mit den Prothesen entstünden. Kraft- und Sprungtraining lasse sich derzeit gar nicht ersetzen, erklärte Düe.