Corona-Ticker - Zwei Skisprung-Weltcups in Japan abgesagt

Coronavirus-Ticker

Auswirkungen auf Sportveranstaltungen

Corona-Ticker - Zwei Skisprung-Weltcups in Japan abgesagt

Teil 8/10 - Donnerstag 29.10.2020

Donnerstag 29.10.2020

Fußball

Der kommende Fußball-Spieltag in der A- und B-Junioren-Bundesliga ist wegen der neuen Corona-Maßnahmen abgesetzt. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstagabend mit. Damit orientiere sich der DFB an den Beschlüssen von Bund und Ländern, die ab kommendem Montag einen vierwöchigen Teil-Lockdown wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen verordnet haben. Auch Borussia Dortmunds 15 Jahre altes Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko muss damit vorerst eine Zwangspause einlegen. Der Vorsitzende des DFB-Jugendausschusses, Walter Fricke, begründete: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, uns aber aufgrund der aktuellen Verfügungslage für eine Aussetzung entschieden. Die Vereine haben wir in den Prozess per Umfrage und Videokonferenz miteinbezogen." Das DFB-Präsidium wolle Anfang der kommenden Woche entscheiden, wie es im November weitergeht.

Politik

Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag hat mit Unverständnis auf die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus im Sportbereich reagiert. "Ich bin nicht sehr glücklich damit", sagte die SPD-Politikerin dem Deutschlandfunk: "Mir sind aus dem Sportbereich keine Veranstaltungen der letzten Wochen bekannt, die sich im Nachgang zu einem Hotspot oder Superspreader entwickelt hätten." Man habe gesehen, dass die strengen Hygienekonzepte funktioniert hätten. "Meine große Sorge ist, dass wir mit solchen weitreichenden Beschlüssen schon Akzeptanz in der Bevölkerung verlieren werden." Der umfangreiche Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung der Pandemie, der ab Montag greift, beinhaltet unter anderem, dass der Breiten- und Freizeitsport bis auf Weiteres komplett zurückfahren muss. Die großen Ligen müssen trotz rasant steigender Corona-Infektionszahlen nicht in den erneuten Lockdown, Zuschauer sind im November aber ausgeschlossen.

Tennis

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hofft darauf, dass es nicht zu einem kompletten Verbot seines Sports infolge der neuen Einschränkungen für den Amateur- und Freizeitbereich kommt. Der DTB gehe davon aus, "dass das Ausüben des Tennissports als Individualsportart nicht vollends eingestellt werden muss", teilte der Verband am Donnerstag mit: "Vielmehr sollte ein Spiel zu zweit oder ein Doppel mit vier Personen aus maximal zwei Haushalten weiterhin möglich sein." Der DTB wartet darauf, wie die einzelnen Bundesländer die Beschlüsse der Bundesregierung umsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch unter anderem vereinbart, dass wegen der Corona-Pandemie im November der Freizeit- und Amateursportbetrieb eingestellt werden soll - jedoch mit Ausnahme des Individualsports. "Der DTB steht im engen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Landesebene, um diese Auffassungen zu verdeutlichen", teilte der Verband mit.

Fußball

Abwehrspieler Tim Kister vom Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 33-Jährige wird dem Klub im Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück am Samstag (13.00 Uhr) fehlen, wie der sportliche Leiter Mikayil Kabaca am Donnerstag mitteilte. Nachdem Kister am Montag noch Symptome aufgewiesen hatte, sei er inzwischen wieder frei von Beschwerden. Die Tests seiner Mitspieler seien allesamt negativ ausgefallen. Die Partie in Osnabrück könne planmäßig stattfinden. Wegen des positiven Tests von Kister trainierte der SVS bis Mittwochnachmittag dennoch in Kleingruppen, um die Kontakte innerhalb der Mannschaft zu reduzieren.

Fußball

Hertha BSC bestreitet bereits das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (18.00 Uhr) im Berliner Olympiastadion ohne Zuschauer. Das teilte der Hauptstadtklub am Donnerstag mit. "Es ist schade und schon auch ein wenig bedauerlich, dass wir die nächsten Spiele trotz unseres gut funktionierenden Hygienekonzeptes zunächst erst einmal wieder ohne Zuschauerinnen und Zuschauer austragen werden", sagte Manager Michael Preetz. Die neuesten Beschlüsse der Politik, nach denen im Profisport bis Ende November nur noch Geisterspiele ausgetragen werden dürfen, greifen eigentlich erst ab kommenden Montag. Trotzdem werden am sechsten Spieltag im Corona-Hotspot Berlin mit stark steigenden Infektionszahlen bereits keine Fans mehr dabei sein.

Fußball

Die Begegnungen der Fußball-Regionalliga Nord der Herren sollen an diesem Wochenende noch stattfinden. Das teilte der Norddeutsche Fußball-Verband am Donnerstag mit. Ab Montag ist dann der Spielbetrieb in allen Klassen des Norddeutschen Fußball-Verbandes bis mindestens Ende November ausgesetzt. Damit reagiert der Verband auf die Beschlüsse der Politik vom Mittwoch. Allerdings gibt es in der Regionalliga Nord der Herren bereits zwei Absagen. Die Partien BSV Rehden gegen SSV Jeddeloh II und Atlas Delmenhorst gegen VfL Wolfsburg II finden wegen Covid-19-Fällen bei Spielern nicht statt.

Fußball

Um sich selbst zu schützen, übernimmt Fußball-Drittligist Hansa Rostock eine komplette Testreihe für seinen siebtklassigen Landespokalgegner. Die Partie soll am Freitag wie geplant vor maximal 780 Zuschauern im Ostseestadion ausgetragen werden.

Rudern

Im Deutschland-Achter sind drei Ruderer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Dortmunder Stützpunkt am Donnerstag mitteilte, geht es den namentlich nicht genannten Crew-Mitgliedern gut. Sie befinden sich in häuslicher Isolation. Mittlerweile wurden alle weiteren Sportler, Trainer und Betreuer getestet. Nach negativem Ergebnis kehrten sie zurück ins Ruderleistungszentrum. Trainiert wird unter verschärften Hygienebedingungen in zeitlich und räumlich voneinander getrennten Kleingruppen. Alle Beteiligten gehen derzeit davon aus, dass sich daran trotz der neuen politischen Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Krise nichts ändert. Bei den Ruderern beginnt nach einer kurzen Pause die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2021 in Tokio. Beim einzigen internationalen Wettkampf des Jahres hatte der Achter am 11. Oktober seinen EM-Titel in Posen erfolgreich verteidigt.

Skeleton

Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) hält weiter an der Austragung der deutschen Skeleton-Meisterschaft in Winterberg fest. Alle Kaderathleten fallen laut BSD-Vorstand unter den Bereich Profisportler.

Ringen

Der Ringer-Bundesliga gehen in der Corona-Krise die Vereine aus, und der höchsten deutschen Kampfklasse droht durch die neuen Maßnahmen der Abbruch. Keine vier Wochen nach dem Saisonstart haben bereits 15 von 26 Mannschaften in der dreigleisigen Liga ihren Rückzug erklärt. In der Nordwest-Staffel stehen der ASV Mainz und KSK Neuss bereits als Viertelfinal-Teilnehmer fest - alle anderen Team haben schon zurückgezogen. "Wir sind bereit, werden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt nur noch mit maximal zehn Leuten gleichzeitig trainieren", sagte Fatih Cinar, sportlicher Leiter der Neusser, der "Neuß-Grevenbroicher Zeitung". Dass sein KSK aber in der K.o.-Runde noch einmal ran muss, ist sehr fraglich. Am Montag meldeten gleich vier Vereine ihre Teams ab. Vorjahres-Halbfinalist SV Alemannia Nackenheim folgte am Dienstag, der KSV Witten hatte kurz vor Beginn der Meisterschaftsrunde das Handtuch geworfen. All das noch vor Bekanntwerden der neuen Corona-Maßnahmen, die vor allem den Kontaktsport hart treffen.

dpa/sid/red | Stand: 08.11.2020, 10:00

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