Breitensport in Zeiten von Covid-19 - "Brauchen ein Ziel"

Ein gesperrter Sportplatz

Entscheidung am Mittwoch

Breitensport in Zeiten von Covid-19 - "Brauchen ein Ziel"

Tennis darf in einigen Bundesländern gespielt werden, Amateurfußball nun wieder in Schleswig-Holstein - auch der Breitensport leidet unter der Corona-Pandemie. Hoffnungen setzt man dort auf die Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten.

Beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sind sie gerade sehr zufrieden über die jüngsten Entwicklungen, die den Freizeit- und Breitensport in Zeiten von Covid-19 betreffen. "Wir freuen uns über erste Lockerungen in inzwischen acht Bundesländern und verfolgen weiterhin unser Ziel, bundesweit die Rückkehr zum Sporttreiben zu sichern", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Dienstag (05.05.2020).

Denn es ist ja so: Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch über die Wiederaufnahme des Vereinssports entscheiden, geht es nicht nur um die omnipräsente Fußball-Bundesliga. Auch viele Hobbyathleten hoffen darauf, dass sie ihren Sport bald wieder im Verein und eventuell gar im Team ausüben dürfen.

Glückliche Amateurfußballer in Schleswig-Holstein

Gestattet ist das nun wieder den Amateurfußballern in Schleswig-Holstein. Das Innenministerium des Landes hat gerade bestätigt, dass die Amateurfußballer im nördlichsten Bundesland bei Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder trainieren dürfen. Zuvor hatte bereits der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) seinen Vereinen mitgeteilt, dass ein Trainingsbetrieb unter Auflagen möglich sei.

Hoffnungen im Tennis

Es sind Voraussetzungen, von denen andere Sportarten in anderen Bundesländern derzeit nur träumen können. Tennis etwa ist aktuell noch in 13 von 16 Bundesländern verboten und darf lediglich in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern gespielt werden. Der bundesweite Flickenteppich macht vielen zu schaffen, soll aber nach einer Einschätzung des Deutschen Tennis Bundes (DTB) bald ein Ende haben.

"Allerspätestens zum 18. Mai wird er sich auflösen. Ich glaube sogar, dass bereits am 11. Mai in jedem Bundesland wieder Tennis gespielt werden darf. Natürlich mit individuellen Auflagen", sagte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff dem "Münchner Merkur".

"Es fehlt eine einheitliche Lösung"

Auch die Schwimmer hoffen auf positive Impulse aus Berlin. "Irgendwann müssen unsere Sportler auch wieder ins Wasser", sagte der Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz. Derzeit sind die Schwimmbäder in Deutschland noch geschlossen, Spitzenathleten können teilweise an Stützpunkten trainieren. "Es fehlt eine einheitliche Lösung. Ich hoffe, wir bekommen mehr Klarheit", sagte Lurz.

In den vergangenen vier, fünf Wochen konnten seine Athleten die schwierige Phase gut überbrücken, man habe dann eben viel an Land und dort vor allem im Ausdauerbereich trainiert, sagte Lurz, "doch irgendwann muss man auch wieder Licht am Ende des Tunnels sehen, braucht man ein Ziel, das man anvisieren kann, so ticken wir Sportler."

tbe/dpa/sid | Stand: 05.05.2020, 22:42

Darstellung: