Coronavirus stoppt Athleten in Deutschland und China

Menschen mit Mundschutz

Weltweite Auswirkungen der Lungenkrankheit

Coronavirus stoppt Athleten in Deutschland und China

Von Olaf Jansen

Der Coronavirus und seine Folgen: Während sich die neuartige Lungenkrankheit aus China immer weiter ausbreitet, nimmt sie auch massiv Einfluss auf Sportveranstaltungen. In China selbst wurden bereits viele Veranstaltungen abgesagt.

Angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus hat China den Start der Fußball-Saison des Landes verschoben. Um die Gesundheit der Fans und Spieler zu schützen, werden alle geplanten Ligaspiele und Turniere verschoben, wie der chinesische Fußballverband CFA am Donnerstag (30.01.2020) mitteilte. Ein neuer Starttermin wurde zunächst nicht genannt. Die Liga wäre der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge am 22. Februar in die neue Saison 2020 gestartet.

Doch nicht nur in China nimmt der Virus Einfluss auf den Sport, auch in Deutschland sind die Folgen der Erkrankungen schon zu spüren. So wird das Leichtathletik-Indoor-Meeting in Karlsruhe am 31. Januar ohne chinesische Athleten stattfinden. "Es waren drei chinesische Athleten eingeplant, die sind aber nicht angereist“, erklärt Fabian Dürr von dem Karlsruher Veranstaltungsteam. 

Leichtathletik-Meetings in Karlsruhe und Düsseldorf betroffen

Ähnlich ist die Situation in Düsseldorf, wo ein Leichtathletik-Meeting am 4. Februar stattfindet. Im Veranstaltungsteam glühen dort aktuell die Drähte, der Umgang mit dem Virus wird diskutiert. "In China selbst wurden die nationalen Leichtathletik-Meisterschaften gerade abgesagt, der Einfluss des Virus wird immer größer“, sagt Marc Osenberg vom Düsseldorfer Veranstalter.

Der sportliche Leiter des Meetings wollte der öffentlichen Bekanntgabe des Düsseldorfer Vorgehens am Mittwochmorgen noch nicht vorgreifen, versicherte aber: "Die Gesundheit aller - der Athleten und der Zuschauer - geht natürlich auch bei unserer Veranstaltung vor.“

Chinas Tischtennisspieler permanent untersucht

Vor und während ihrer Reise nach Magdeburg zu den German Open wurden alle chinesischen Tischtennis-Nationalspieler untersucht. Das bestätigte der Weltverband ITTF. "Das chinesische Team hat auch strenge Vorschriften seiner Regierung zu befolgen", sagte der ITTF-Marketingdirektor Matthew Pound. Die dominierende Nation im Tischtennis ist aktuell mit je 14 Spielerinnen und Spielern bei dem deutschen Turnier der World-Tour-Serie aktiv.

Dass sich ein Mitglied des Teams mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte, halten alle Beteiligten auch deshalb für sehr unwahrscheinlich, weil die komplette chinesische Nationalmannschaft vor ihrer Abreise nach Deutschland für mehrere Wochen im Trainingszentrum des Verbandes in Peking zusammengezogen worden war. Die chinesische Hauptstadt liegt rund 1.100 Kilometer von der Stadt Wuhan entfernt, die als Ausgangspunkt des Virus gilt.

Der deutsche Sportdirektor Richard Prause sagte dem MDR. "Die chinesische Delegation geht mit der Gefahr aber sehr vorbildlich um. Hier wird täglich bei jedem Fieber gemessen, um bei den ersten Anzeichen reagieren zu können."

Keine Leichtathletik, kein Basketball

Auch in den unmittelbarer betroffenen Gebieten sind die Auswirkungen schon sehr deutlich zu spüren. So wurden neben den nationalen Leichtathletik-Meisterschaften auch die nationalen chinesischen Winterspiele, die in der Inneren Mongolei stattfinden sollten, abgesagt.

Der Basketball-Weltverband Fiba hat das Olympia-Qualifikationsturnier der Frauen von Foshan nach Belgrad verlegt. Die Radrundfahrt Tour of Hainan ist ganz abgesagt worden, die chinesische eSport-Liga League of Legends Pro League (LPL) muss pausieren.

Ski-Weltcup vor der Absage

Zudem sollten am 15. und 16. Februar in Yanqing - nicht weit von Peking entfernt - erstmals zwei Ski-Weltcup-Rennen stattfinden. Auch diese, eine Herren-Abfahrt und ein Super-G, die als erster Test für die Winterspiele 2022 dienen sollten, stehen kurz vor der Absage. Starter aus Deutschland wird es dort jedenfalls nicht geben: "Diese Verantwortung werde ich nie und nimmer übernehmen“, sagte bereits der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, sieht in dem Virus sogar schon "das größte Risiko“ auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. "Das ist ein ernstzunehmendes Problem, weil es keinen anderen Bereich im Leben gibt, der mehr vom internationalen Austausch lebt, als der Sport“, so Hörmann.

mit sid/dpa | Stand: 30.01.2020, 13:09

Darstellung: