Sport bleibt bis 20. Dezember im Corona-Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande der Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten

Bund-Länder-Treffen

Sport bleibt bis 20. Dezember im Corona-Lockdown

Der Sport bleibt wie erwartet mindestens bis Weihnachten im Teil-Lockdown und darf auch nach den Feiertagen nicht auf schnelle Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Pandemie hoffen.

Die Ministerpräsidenten verständigten sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Videokonferenz am Mittwoch (25.11.2020) darüber, die Ende Oktober beschlossenen Auflagen zu verlängern.

"Die Lage erlaubt es nicht, die Maßnahmen aufzuheben", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend nach der über siebenstündigen Videokonferenz mit den Länder-Chefs. "Sie werden zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt. Wir brauchen noch einmal eine Kraftanstrengung. Geduld, Solidarität und Disziplin werden auf eine harte Probe gestellt."

Wie es in dem Beschluss heißt, gehen Bund und Länder davon aus, dass "wegen des hohen Infektionsgeschehens umfassende Beschränkungen bis Anfang Januar" erforderlich sein werden. Vor Weihnachten soll es eine weitere Bewertung anhand des Infektionsgeschehens und eine mögliche Überprüfung der Maßnahmen geben. "Die Lage ist weiter sehr, sehr ernst", betonte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Und Merkel stellte klar: "Wir können uns mit dem Teilerfolg auf keinen Fall begnügen."

Profisport weiter ohne Zuschauer

Die Profiligen dürfen in diesem Jahr somit nicht mehr auf die Rückkehr von Zuschauern in die Stadien und Hallen hoffen, ihren Spielbetrieb mit Geisterspielen aber zumindest fortsetzen. Der Amateur- und Breitensport bleibt weiter mit wenigen Ausnahmen untersagt.

Für Millionen Sportler bedeutet dies einen weitgehenden Stillstand bis ins nächste Jahr hinein. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht deshalb "die Gefahr von massiven und teilweise irreparablen Schäden an unserem Sportsystem". DOSB-Chef Alfons Hörmann (60) hatte aus diesem Grund zuletzt verstärkt für flexiblere Lösungen je nach Region und Sportart geworben - vergebens, obwohl der steile Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland vorerst gestoppt wurde.

Weiter Stillstand für Breiten- und Jugendsport

Auch der Amateur-, Breiten- und Jugendsport bleibt im Lockdown. Der Vereinssport bleibt weiterhin größtenteils verboten, auch die Schwimmbäder bleiben zu. Allerdings können Bundesländer nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels künftig abhängig von der Infektionslage entscheiden, ob sie Maßnahmen lockern oder verschärfen. Voraussetzung dafür ist aber laut Beschluss eine "Inzidenz von deutlich unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in sieben aufeinander folgenden Tagen und eine sinkenden Tendenz der Inzidenz".

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte im Anschluss an die Gespräche, Bundesländer mit sehr guten Zahlen hätten jetzt die Möglichkeit zur Erleichterung. Das Land Berlin hatte bereits nach dem ersten Lockdown für den Sport eine Ausnahmeregelung beschlossen, wonach für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin der Trainingsbetrieb aufrechterhalten werden konnte.

red/sid/dpa | Stand: 25.11.2020, 21:45

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